Jump, you Fuckers!

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Welche Symbolik! Die Überschriften der Artikel in der rechten Spalte der Süddeutschen Zeitung vom 15. Oktober 2009 (Titelseite) spiegeln schlaglichtartig den ganzen Zustand nicht nur Deutschlands, sondern auch der Welt:

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Mehr Menschen denn je hungern: 13 mal so viel Menschen wie Deutschland bewohnen.

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Die Großkopferten aus dem Geldgeschäft sind offenkundig nicht nur nicht der Aufforderung "Jump, you Fuckers" gefolgt, wie ihnen auf den Protestplakaten der Lehman-Brothers-Geschädigten entgegen gehalten wurde, sondern machen höchst emsig weiter in ihrem Treiben.

Die Börse jubelt schon wieder, und die Kurse steigen und steigen...

... und schwarz-gelb ist sich sozusagen bei all dem einig. Und freut sich auch. Guido meinte nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnis zwar ungefähr einhundertmal, man müsse jetzt auf dem Teppich bleiben, doch sein Grinsen kam aus so tiefem neoliberalem Seelengrunde, dass er es partout nicht abstellen konnte.

Man lasse sich nicht täuschen ob der nun angekündigten Morgengabe namens "Entschärfung der Hartz-IV-Bestimmungen". Die davon Betroffenen haben nur allzu lange erst still, dann weniger still gelitten, bis zuletzt ein unüberhörbares Murren laut wurde. Kaum ist es fünf vor Zwölf, reagiert Berlin: Dem hungrigen Plebs wirft man einen Knochen hin. Daran wird er schon lange genug zu nagen haben.

Bald wird es den (etwas) besser Verdienenden noch mehr ans Schlafittchen gehen. Wem denn sonst? An die Fuckers, die nicht gesprungen sind, trauen sich Guido und Angela doch nicht ran.

Zur Aushöhlung der Demokratie kann man auf unendlich vielen Wegen gelangen. Die von Bush / Cheney gewählte Methode war plump und brutal (aber wirksam). Berlusconi versucht es über mediale Allmacht und dadurch mögliche Desinformation. Derzeit versucht Nicolas Sarkozy eine Wiederauflage des Nepotismus à la Napoleon, indem er seinen 23jährigen Sproß an die Spitze eines Großunternehmens hieven will.

Hierzulande wird seit langem ganz behutsam und schleichend umverteilt, zur Freude der Fuckers und ihren schwarz-gelben Handlangern. Angela Merkel hat gar keine hängenden Mundwinkel, wie man immer annimmt. Da die Welt hierzulande Kopf steht, muss man das Bild von Angela umdrehen, um die Wahrheit zu sehen: Sie grinst sich eins ab.

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Bild:

Transatlantikblog, Flickr CC Lizenz
matthewnstoller, Flick CC Lizenz

22:02 15.10.2009
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Geschrieben von

schlesinger

"Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt" Jorge Louis Borges
schlesinger

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