schmierlapp

gelegentliche Ein- und Auswürfe eines "faustgroßen Einzellers aus dem Hause Eckeskirsch" (H. Schneider,
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RE: Ein Blick auf Volkes Seele: "Ich bin für einen gelben Stern" | 03.03.2011 | 16:43

Diese Facebook-Seite und die Meinungsfürze ihrer "Freunde" machen mich auch traurig, aber ein neuer Verblödungstrend wird nicht sichtbar, sondern dass sich dem "Volk" im Zeitalter von Facebook, Twitter und Co. nur einfacher aufs Maul schauen lässt. Wäre es "früher" anders gewesen?

Ein Dreizeiler bei besagten Diensten, mit Möglichkeit der Anonymität, dürfte vielen "Freunden" der Seite wohl intellektuell mehr entgegenkommen als bspw. ein (Leser)Brief, den man "früher" hätte schreiben müssen, um sich zu artikulieren. Was für ein Aufwand! Umfragen sind in der Regel auf einen sehr viel kleineren Personenkreis beschränkt und es gibt "zivilisatorische Hemmnisse", d. h. man schämt sich ja vllt. doch. Bei TEDs lässt sich meines Wissens nur für / gegen etwas stimmen, Fäkalsprache und Co. nicht möglich. Und Demos? S. o.: Aufwand zu groß, man schämt sich ja vllt. doch. Unterschriftenaktionen? 500.000 Unterschreiber? S. o.

Mit Facebook, Twitter und Co. ist der "Blick in Volkes Seele" eben einfacher. Dann sieht man aber auch, Verzeihung, die "Guten", die, nochmal Verzeihung, "kritischen Nachdenker", und von denen, s. Protest gegen KTzuGutt, gibt es anscheinend ja auch eine ganze Menge...

RE: Guttenberg wird zurücktreten | 20.02.2011 | 20:43

Vielen Dank für diesen beeindruckenden Antizipationsversuch! Sein Ausdruck und der Abgleich mit den bevorstehenden Stellungnahmen könnte unterhaltsam sein. Schiffe versenken.

Aber, so darf man hoffen, "irgendwas" wird doch wohl hängen- und haftenbleiben (müssen!). Raubritter-Vorfahren hin oder her, nach dem medialen Sperrfeuer der letzten Tage kann die Guttenberg'sche Rüstung nicht mehr so funkelnd strahlen wie einst, nicht mal mehr für seine treuesten Jünger (*verzweifelt*: oder?). Der "Lichtgestalt" (O-Ton eines CSU-Politikers, dessen Name mir, zu Recht, wieder entfallen ist) droht die Abdimmung.

In der Umgangsprache mag sich das Hängen- und Haftenbleibende vielleicht recht bald niederschlagen: aus "Abschreiben" wird "den-Guttenberg-machen"; die DozentInnen ermahnen zukünftig ihre StudenInnen / DoktorantInnen mit den Worten "Und vergessen 'se mir ja die Guttenberg-Erklärung nicht!"; aus "falsch zitieren" wird "guttenbergen"; ...

Voilà?

RE: Guttenberg wird zurücktreten | 20.02.2011 | 17:50

Ui, muss am Sog des Themas liegen, habe Herrn Schramm falsch zitiert. Hier die Richtigstellung: "Sowas hat man früher gemalt!" Ich lege die Quelle offen:

www.youtube.com/watch?v=wGCfWOroCTg

Traumhaftes Bild.

RE: Guttenberg wird zurücktreten | 20.02.2011 | 15:35

"Das Individuellste an einer Doktorarbeit ist die Einleitung. Hier erklärt der Autor, was seine Arbeit von vielleicht tausenden zum selben Thema unterscheidet. Und unterscheiden muss sie sich. Denn eine Doktorarbeit soll nicht schon Bekanntes zusammenfassen, sondern der Wissenschaft neue Erkenntnisse eröffnen, die der Autor erarbeitet hat."

Ich darf ergänzen: Ähnlich individuell und unterscheidbar sollten auch eigene Schlussbewertungen (Fazit / Conclusio) einer jeden, wissenschaftlichen Ansprüchen genügen wollenden Arbeit ausfallen. Und, man ahnt es schon, auch dort findet sich beim Herrn Dr. a. D. ein grandioser Klopper: Copy von Teilen eines Artikels aus der NZZ (s. Aufbereitung in der SZ). Ein von mir völlig aus dem Zusammenahng gerissenes Zitat Pepe Nietnagels: "Man fasst es nicht!"

Mir fällt just der "Neues aus der Anstalt"-Kommentar von Georg Schramm zu dem wunderbaren Foto wieder ein, das den in herrschaftlicher Pose stehenden Grafen, in feinem Zwirn und himmelblauen Binder, umringt von sitzenden, ihn mitleidig ähnlächelnden Soldaten in einer Bundeswehr-Transall zeigt: "Früher hatte man sowas gemalt!" Nach den Schoten der letzten Tage auch noch?