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RE: Manege frei im Zirkus Sarrazin | 30.08.2010 | 21:38

Jetzt wird auch die letzte Bastion gestürmt: Hat sich Sarrazin in der öffentlichen Auseinandersetzung nicht als der »agent provocateur« erwiesen, den man nach der bruchstückhaften Veröffentlichung seiner Thesen anzunehmen geneigt war, versucht man ihm nun den Strick aus seiner demonstrativen, bloß angeblichen Sachlichkeit zu drehen - und vermutet dahinter das Kalkül eines Brandstifters, der im Gewande des bundesbänkischen Biedermanns daherkommt, um die Brunnen (oder Buschkowsky'schen Gräben) zu "vergiften". Anstelle einer Analyse erwartet den Leser, um es kurz zu machen, aber auch hier die bekannte Kaffeesatzleserei, die im Herumdeuteln an Oberflächlichkeiten (der liebenswürdige Lispler, der sich alter rhetorischer Kniffe bediene, um seinen gewaschenen Sermon unters Volk zu bringen) ihren Höhepunkt findet.

(*) Übrigens, was ist denn an der Entgegnung Sarrazins falsch, der oder die Kritiker/in möge doch das Buch aufschlagen und dann wiederkommen? Eine (sicherlich nicht gut vorbereitete) Frage wie die Ihrer Kollegin („Was unterscheidet Sie von einem verfassungsfeindlichen Rassisten und Sozialdarwinisten?!“) verdient keine andere Antwort.
(**) Zu den rhetorischen Tricks gehört es auch, dass Gegenüber in die Schmuddelecke zu stellen; also dorthin, wo die Wilders' schon stehen und diejenigen hinkommen, die aus Parteien oder Bundesbanken rausgeschmissen werden. Das erspart lästige Diskussionen (auch wenn ich zugeben muss, dass die Verwendung der paralipsis eindeutig subtiler wäre...)