Sciuridae

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RE: Über Scherben laufen | 15.06.2014 | 15:29

Wird die Idee des Totalitären nicht eher in Menschen abgefüllt via beschallender Propa und Ganda? Obwohl natürlich die Idee wiederum mit abgefüllten Menschen gefüllt werden muss!

RE: Warum die Fußball-WM nationalistisch ist | 13.06.2014 | 13:34

An den Kommentaren lässt sich erahnen, wie schlimm es sein muss, wenn man als schrecklich selbstgerecht mal den kritischen Blick eines anderen ertragen muss. Ist aber auch irritierend, wenn man sich für etwas rechtfertigen muss, das man schon immer getan hat

RE: Erst-Ausgabe der Monatszeitschrift der dFC | 18.01.2013 | 21:01

Wenn ich ganz ehrlich bin, klingt es für mich auch nach einem Versuch der Mobilisierung, ein "Dagegen" zu finden, was zu einem "Dafür" werden kann. Nicht umsonst findet Costa Esmeralda für einen jeden Kritiker (positiver wie negativer Natur) ermunternde Worte teilzuhaben. An etwas Neuem, das einen Unterschied machen soll. Ein Anstoß für eine bessere Welt usw. usf. . Das lese ich auch seinen Zielen heraus. Nicht eine weitere sinnlose Alternative, die das große schreckliche Ganze beschreibt, sondern eine richtige Alternative die es in die Mitte der Gesellschaft schafft. Natürlich nicht als neue Mitte oder gleich neue Gesellschaft, sondern als Prototyp , dem vieles Folgen möge.

SO verstehe ich die Größen, in denen er sich das Projekt erträumt - in denen man sich vielleicht trauen muss zu träumen(?).

Der "Ausgewanderten-Status" würde meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang besonders, selbst in kleine Kategorien denkend einen rießen Unterschied machen: Hobby oder Herzblut? Selbst wenn (wie es bei Ihnen der Fall war) die Rckkehr anknüpft an das Fernbleiben, so bleibt trotzdem etwas an der Verbundenheit angekratzt. Man löst sich von dem einem, dem "Heimant"-land; was sehr löblich ist, aber leider auf widersprüchliche Weise seiner Zeit vorraus (hoffentlich - wäre ja doof, wenn wir immer nur die Bierdeutschen bleiben, wollte schon immer Mensch sein!). Natürlich schöpft man Kräfte, erlebt wie es sein könnte und kommt so optimistisch ins Geschehen zurück, das hilft aber nichts, wenn man vor Fremdem steht. Vor Fremden als Fremder, ohne Ahnung, wie man eben jene, "die da", die nicht mehr "wir hier" sind, erreicht. Oder säusel ich nur daher und es war für Sie wie nur mal kurz Zigaretten holen und wieder dahoam!?

RE: Erst-Ausgabe der Monatszeitschrift der dFC | 18.01.2013 | 16:37

Lohnt sich denn überhaupt noch eine Debatte innerhalb unserer (ver-/)ge-schlossenen Gesellschaft, wäre es nicht weiser, auf den Knall zu warten?

Selbst wenn WIR es irgendwie besser machen sollten als Gemeinschaft, wird es dann nicht doch vielleicht ein kleiner Aufschub sein, damit andere Generationen statt der unseren auslöffeln dürfen, was ausgelöffelt werden muss? Ist unser Widerwille statt angebrachter Akzeptanz dann nicht der springende Punkt, der alles nur noch schlimmer macht?

Irgendwie habe ich ällmahlich das Gefühl einer gescheiterten Gesellschaft anzugehören. Gescheitert. Punkt. Aus.

RE: Erst-Ausgabe der Monatszeitschrift der dFC | 18.01.2013 | 16:19

Lieber Costa Esmeralda

Ich muss zugeben, mir ist klar, was Sie bezwecken wollen. Die Frage, die mich wirklich beschäftigt ist: Wissen Sie überhaupt, was und wie Sie es tun wollen?

Ich will gar nicht auf das Organisatorische eingehen, auch wenn dort bestimmt auch die eine oder andere Baustelle lauert, sondern viel früher ansetzen. Ich unterstelle Ihnen einfach mal, dass Sie mit diesem Magazin/Blog/what ever eine Debatte antreiben und beeinflussen wollen, die sich gegen das herrschende System und für eine gerechtere Welt einsetzt. Oder so ähnlich.

Aber wen können Sie denn mit diesem Magazin erreichen? Wen müssen Sie erreichen?

Zweiteres scheint auch Ihnen klar zu sein: So ziemlich jeden. Gerade die, die nicht schwer am profitieren sind und schrecklich wenig interesse haben SOLLTEN, dass die Rädchen sich brav weiterdrehen.

Aber was wäre denn schon zweitens ohne erstens: Können Sie diese Leute erreichen? Jetzt mal ehrlich, eben gerade jene, die aufhorchen sollten, verschließen sich solchen Vorstellungen doch gerade. Ich sehe in meiner Generation sehr sehr sehr sehr sehr wenige, die wirklich an DIE Zukunft denken und nicht dabei an IHRE Zukunft im speziellen denken. Und diese Zukunft besteht aus "Durchkommen" und "Aufsteigen". Der Antrieb kommt nicht aus jenen, sondern von außen. Dieser (un-)vorstellbare Reichtum ist es, der den gesunden Egoisten erst formt. Die Ideen, die viele "entwickeln" sind von vornerein schon vorgegeben. Erfolg durch Leistung, Ansehen durch Anpassung. Die Welt ist nicht ungerecht, man muss sich nur anstrengen, Selfmade und so! Dann auf einmal in die andere Richtung denken und Ressourcen für eine bessere Welt verschwenden, obwohl man dann hinterherhängen könnte, nicht mehr on top sein, nicht mehr auf dem Laufenden?

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich glaube noch ans Gute! (Auch wenn es eher an träumen, als an glauben erinnert.) ABER wie kann ihr Projekt diesen Bann durchbrechen und nicht das Gegenteil bewirken, indem es das vorhandene Meinungsangebot nicht nur noch breiter schlägt? Es gibt diese Einsichten, die ich mir anmaße bei Ihnen wiederzuerkennen, sie wurden gedacht, gesagt, in die Welt hinaus geschrie(be)n! An Zustimmung fehlt es ihnen auch nicht, viele Leute würden sich davon überzeugen lassen, kopfnickend und zufrieden dann wieder dem alten Trott nachgehen. Es bleibt also die Frage, wie Leute erreichen, die es gar nicht wollen und von etwas überzeugen, das sie gar nicht wahr haben wollen?

Abgesehen davon muss ich gestehen, dass ihr Projekt dadurch an sehr viel Charme einbüßt, dass es so wirkt, als würde dort ein Ausgewanderter ( Ich kann mir einfach gut vorstellen, dass Sie den Umständen hierzulande entflohen) gemütlich am Strand Panamas sitzend über eine bessere Welt sinnieren. Was sehr schön ist, aber Sie erschreckend viel Integrität einbüßen lässt. Sind Sie denn noch nah genug dran? Können Sie noch darüber urteilen, wie es HIER funktioniert?

Ich persönlich denke nicht, dass es sich hier um mehr als eine nette Idee handelt. Man kann versuchen eine Veränderung anzustoßen, das aber nicht mit einem Blatt namens "elcondorpasa" und der daran anknüpfenden Aufmachung - ich bezweifle dessen Zeitgemäßheit. Dabei können Sie es gerne umbenennen, inhaltlich ändert es gar nichts.

Ihr Aktionismus in allen Ehren