Kindeswohl - Zeit für Zivilcourage

Kindeswohlgefährdung Immer wieder hört man und liest man von Kindeswohlgefährdung durch Eltern. Überall gibt es Broschüren dazu. Was wenn das Kindeswohl durch die Kita gefährdet wird?
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Anfang Dezember 2012: Ich führe, wie des öfteren in letzter Zeit, mit meinem Kind die morgendliche Diskussion: Geht er jetzt in die Kita oder nicht?! Es ist müßig, denn ich muss arbeiten gehen. Schon morgens um 7 muss sich Mami mit Sohnemann zanken, weil der so gar nicht in seine Kita will.

Auf die Frage warum denn nicht, verschließt er sich komplett.

Kurz vor Weihnachten kommt er dann auch noch in seine 2te orale Phase. Er nimmt wie ein 2Jähriger alles in den Mund, leckt alles ab und zu meinem Entsetzen, knutscht er mit Zunge!

Wo hast du denn das gelernt?

Na in der Kita!

Ah ja! Nagut, vielleicht hat er das ja bei anderen Kindern gesehen, die das wiederum bei ihren Eltern...In dem Alter imitieren die ja alles!

Anfang Januar: Einem Kind aus der Kita wird fristlos der Vertrag mit seinen Eltern gekündigt, weil die die Methodik der Integrationserzieherin in Frage gestellt haben. Begündung seitens der Kita: Sie sahen das Kindeswohl durch den Vertrauensbruch gefährdet. Durch gespräche stellt sich heraus, daß schon seit Anbeginn der Gespräche Eltern-Kita im Oktober, mit Kündigung gedroht wurde, weil durch ein Hinterfragen der Arbeit, ja die Arbeit der Kita in Frage gestellt sei.

Die Kündigung wird durch den Kitaleiter allen Eltern der Gruppe mitgeteilt, ebenfalls die Art der Kündigung. Verwundert hat mich dann die Bitte: Wir Eltern sollen uns doch bitte überlegen, wie man das den anderen Kindern der Gruppe mitteilen könne.

Gut, ist zwar nicht schön, aber auch nicht mein Problem.

Mitte Januar: Mamis treffen sich im Indoorspielplatz und quatschen so über Kinder, Kegel und den Rest der Welt. Alles ist schön, bis eine Mami sagt:

Stell dir mal vor, da sitzt mein Kind in der Wanne und ruft durch die Wohnung: Mama, was in der Kita erzählt wird, darf man nicht zu Hause erzählen, sonst wird man ausgesperrt!

Uns Müttern fällt alles aus dem Gesicht. Da wird anscheinend unseren Kindern verboten, Sachen aus der Kita zu Haus zu erzählen. Das Kopfkino läuft. Warum wird so ein Verbot ausgesprochen, was ist da los?

Beim nächsten Mittagessen zu Hause hake ich bei meinem Sprß nach: Du sag mal, was passiert denn, wenn man was aus der Kita zu hause erzählt?

Na man wird rausgeschmissen...

Und wer sagt das?

Na XXXXXX. (seine Erzieherin)

Ich schlucke, muss meinen Wutanfall herunter kämpfen. Abends beim zu Bett gehen, kommt mein Sohn dann und umarmt mich mit den Worten:

Na komm mal her Du kleine Süße!

Und will mir schon wieder beim Küsschen die Zunge in den Mund stecken. Ich würde am liebsten schreiend wegrennen, wenns nicht mein vierjähriges Kind wäre. Die ganze Art erinnerte mich an einen alten, notgeilen Bock. Ich würge also meine Aversion runter und bringe in gewohnter Art und Weise mein Kind zu Bett.

Parallel dazu findet in der gleichen Kindergruppe, mit der gleichen Erzieherin, die auch schon in ihrer Arbeit in Frage gestellt wurde auch noch statt:

Ein anderer Junge, ebenfalls 4, wie das gekündigte Kind auch ein Integrationskind, wird ganz offensichtlich gemobbt. Er berichtet seiner Mutter und mein Sohn mir, daß er ausgegrenz wird, gezwungen wird zu sitzen, beschimpft wird, ausgelacht wird seitens der Erzieherin, die auch schon dieses nette Verbot aussprach. Dieses Kind ist so traurig, daß es so schlecht behandelt wird, daß es sich in diesen Situationen wünscht, es könnte wegfliegen, wie eine kleine Fee.

Was für mein Hirn und begreifen schlimm ist, ist der Fakt, daß hier Kindern etwas verboten wird, was selbstverständlich sein sollte. Die Kleinen wollen doch erzählen, was sie erlebt haben, mit wem gestänkert usw. Wer soll denn durch so ein Verbot zu reden geschützt werden? Und warum? Ist es zum Wohl des Kindes oder hat da wer anderes was von?

13:40 28.01.2013
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Geschrieben von

scorge peppermint

ich bin ein querdenker und ein phantast!
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