Sebastian Kunze

Jurist, Buchautor: "Schwarzbuch Geldsystem"
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Sebastian Kunze
RE: "Zinsdebatte" . . .? Meine Replik. | 06.09.2015 | 20:28

Lieber Otmar,

zunächst vielen Dank, dass Du auf meinen Kommentar direkt antwortest. Schade allerdings, dass Du stilmäßig eher dem Ringen verhaftet bist - ich bevorzuge argumentativ das Florett. Ich hatte Dich letztens bereits darauf hingewiesen, dass ich eine derartige Art der Argumentation für nicht förderlich halte.

Nochmal im Groben, Otmar:

Wir sind BEIDE auf einer Seite, wir befinden unser Geldsystem als zutiefst ungerecht, für mancherlei Krise verantwortlich und schnellstens abgeschafft.

Wir sind uns in vielen Punkten komplett einig.

Nur weil wir uns in einem Punkt nicht einig sind, musst Du mir nicht vorwerfen, ich hätte das System nicht verstanden.

Du bist in Deiner Replik eben nicht auf meine Argumentation eingegangen, dass Banken den vereinnahmten Zins wieder ins System einspeisen können.

Dies zunächst in aller Kürze und Grüße nach Ö

RE: Geldsystem - Fehlt der Zins oder doch nicht? | 06.09.2015 | 14:37

"Obwohl das schon zig mal gepostet und begründet wurde,( auch bei Pregetters Artikel) hier noch einmal die nachweislichen Ursachen der Verschuldung (credit boom) im heutigen (staatsunterstützten) Kapitalismus – unabhängig vom Bankzins."

Mir wärs ja mal ganz lieb, wenn Sie quantitativ benennen könnten, welche Ihrer Ursachen für das Geldmengenwachstum welchen Anteil am selbigen hat.

M.E. MUSS man die möglichen Ursachen getrennt betrachten und ihre Auswirkungen analysieren.

Wenn Sie bspw. wissen wollen, welche Bedingung welche Auswirkung auf das Wachstum einer Pflanze hat, macht es keinen Sinn, wenn Sie eine Referenzpflanze haben und eine Versuchspflanze, bei der Sie die Wasserzufuhr, die Bodenqualität, den CO²-Gehalt der Luft und die Temperatur verändern. Sie wissen hinterher eben nicht, welche Bedingung welchen Einfluss hat. Und genau so muss man das m.E. auch in Bezug auf das Geldsystem machen.

RE: Geldsystem - Fehlt der Zins oder doch nicht? | 06.09.2015 | 07:02

"Vielleicht muss man das Pferd mal von hinten aufzäumen bzw. als Ausschlussprinzip und mal anders herum fragen woher denn das angeblich exponentielle Geldmengenwachstum nun kommt?"

Das ist demnächst dran.

RE: Geldsystem - Fehlt der Zins oder doch nicht? | 06.09.2015 | 07:00

"Vielleicht haben Sie die Einlassungen auch nicht ausgewertet?"

Doch - und zwar dahingehend, ob etwas grundsätzlich dagegen spricht, dass die Bank den vereinahmten Zins ins System zurückspeist. Und in dieser Hinsicht konnte ich kein schlagendes Argrument erkennen. Oder sehen Sie das anders?

RE: Geldsystem - Fehlt der Zins oder doch nicht? | 05.09.2015 | 21:15

"Wobei sich das Beispiel dann immer noch zum unwichtigen Sonderfall erklären lässt, dass in der Realität keine Bedeutung hat."

Das ärgert mich auch. Natürlich ist das Beispiel konstruiert und kommt so in der Lebenswirlichkeit nicht vor. So ist das aber nun mal mit Modellen. Mir ging es eben ausschließlich um die Frage, ob der Zins nun grundsätzlich fehlt, oder man das so knallhart nicht sagen kann. Schade, dass sich nur wenige auf diese Detaildiskussion einlassen können.

RE: Geldsystem - Fehlt der Zins oder doch nicht? | 05.09.2015 | 21:08

Ich hab schon ein Problem damit, dass Ihre Kommentare länger als meine Artikel sind und Sie mehrere Problemstellungen miteinander vermischen. Mein Ansatz ist es nach wie vor, die Debatte dadurch voranzubringen, dass ich immer nur einen ganz bestimmten Aspekt isoliert betrachte und das Ergebnis des Diskurses dann in meine weiteren Überlegungen einbeziehe.

RE: Geldsystem - Fehlt der Zins oder doch nicht? | 05.09.2015 | 21:03

Da haben Sie wohl Recht - ich habe im Artikel nicht deutlich genug durchblicken lassen, dass ich mittlerweile nicht mehr der Auffassung bin, das der Zins grundsätzlich fehlt, eben weil er von den Banken zumindest theoretisch ins System wieder eingespeist werden kann. Das macht die Sache aber leider nicht einfacher.

RE: Geldsystem - Fehlt der Zins oder doch nicht? | 05.09.2015 | 18:07

Vorläufige Schlussbemerkung:

Ich konnte in der Diskussion kein Argument erkennen, das meine Argumentation aus dem Artikel hätte entkräften können. Leider haben sich einige Kollegen, von denen ich gehofft hätte, dass sie sich zu Wort melden, nicht an der Diskussion beteiligt - wahrscheinlich brütet Otmar noch an einer Gegendarstellung, die mich ein für allemal verstummen lässt ;-))))

RE: Geldsystem - Fehlt der Zins oder doch nicht? | 05.09.2015 | 18:00

"Es sind also stets reichlich Guthaben aus zahlreichen Kreditverträgen im System, um den Zinsforderungen der Banken oder Nichtbanken aus Vorperioden nachzukommen."

Das Argument wird mir sicher einen gesonderten Artikel wert sein - ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das Problem dadurch löst. Es wird nur aufgeschoben und aufsummiert. Mach ich aber nochmal im Einzelnen.