sebastiankoehler

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RE: Wenn Millionäre fragen | 09.09.2017 | 16:49

Sehr gut geschrieben - zwei Anmerkungen, eine kleine und eine größere:

a.) die Moderatoren BEKOMMEN so viel Geld - VERDIENEN würden das viel eher Krankenschwestern, Altenpfleger etc.

b) auch abseits des Einkommensniveaus ist der Journalismus ja weiterhin eine ziemlich elitäre Angelegenheit - z.B. die Untersuchung von Weischenberg & Co. aus dem Jahre 2005 hatte ja ergeben, dass etwa 35 Prozent der Journalisten sogar ausdrücklich angeben, die Bündnisgrünen zu wählen. Also die Bildungsbürger von heute .... Das ist wahrscheinlich strukturell unvermeidbar (wer wurde/wird Journalist?), wird aber im journalistischen Feld praktisch leider kaum (selbstkritisch) reflektiert.

RE: Vom Aussterben bedroht? | 10.06.2011 | 15:29

Das Argument des Klarmachens der Produktionsbedingungen finde ich sehr wichtig. Dann können wir auch einen Modellbahn-Keller und/oder Hochsicherheitstrakt erlebbar machen, den wir selbst nie gesehen haben. Auf der Konferenz "What makes good journalism" in London hörte ich gerade das entsprechende Argument einer BBC-Radiomoderatorin: Es ging um einen gravierenden Unfall in der Region, eine Zeugin hatte sich gemeldet. Man wollte die Lage für das Radio-Publikum besprechen - die Moderatorin wollte den Gast lieber im Studio haben als per Telefon interviewen. Die Zeugin sagte daraufhin am Telefon: "Okay, kann ich meinen Blindenführhund mitbringen?". Das ging natürlich, und so wurde die Ohrenzeugin (von der man bis dahin "natürlich" angenommen hatte, sie sei "Augenzeugin") im Studio interviewt - und allen war nun klar, worin hier die besondere Zeugenschaft bestand. Da kann auch mancher Spiegel-Reporter oder Kisch-Jury-ist noch etwas lernen ;-)