RE: "Time's Up" - geht über Hollywood hinaus | 09.01.2018 | 11:47

Verehrte gnädige Frau,

als diese Anrede noch Standard war, endeten Anzüglichkeiten oder gar Übergriffe in bürgerlichenKreisen auf den Duellplatz oder vor dem Traualtar. Im proletarischen Milieu stellten Faust oder Messer auf kurzem Rechtsweg die Ehre der Familie (!) wieder her.

Seit nun Ende der sechziger Jahre diese überkommene Art sozialen Umgangs zwischen den Geschlechtern überwunden und "kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen [wurde], als das nackte Interesse, als die gefühllose 'bare Zahlung'“. Als "die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, derritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt" und "die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt" wurde, betrat die freie, arbeitende Frau die Bühne der kapitalistischen Revolution. Das Sexuelle wurde zum Gadget der Ware Arbeitskraft - nur der Preis war noch nicht ausgehandelt. Dies wird nun nachgeholt.

Ihnen und den "remaining gentlemen" ein frohes und gesundes 2018!

PS: http://www.vulture-bookz.de/marx/archive/pdf/Marx-Engels_-_Manifest_der_Kommunistischen_Partei.pdf

RE: Ein Rüpel, ein Visionär | 18.12.2017 | 17:52

Nun endlich sollten doch auch die letzten Illusionisten den Schuß gehört haben: Es wird keinen Staat Palestina geben aber einen palestinensischen Staat Israel. Fatah und Hamas sollten sich aus der Verwaltung der "Autonomiegebiete" zurückziehen und diese dem Besatzungsregime unterstellen, denn ohne die Perspektive der Zweistaatenlösung hat die Autonomiebehörde keine politische Legitimation mehr. Es werden sich - angesichts zehntausender, beschäftigungsloser Söldner zwischen Aleppo und Basra - kluge israelische und palestinensische Politiker finden, die diese Situation zum Guten führen. PS: Es ist nicht nötig, mich einen Illusionisten zu schimpfen;-| PPS: NICHTS ist wertvoller als Freiheit und Unabhängigkeit (Viet Than Nguyen, "Der Sympathisant").

RE: Neustart in Neudietendorf | 20.09.2017 | 11:52

Lieber Jędrzej Malko, vielen Dank für den Stimmungsbericht aus der alternativen Ökonomik. Und ich würde mich über Details freuen: Ist das Problem der erweiterten Reproduktion noch aktuell? Mein letzter Stand ist das Buch von Eva Müller: http://www.vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/marxsche-reproduktionstheorie/. Das Marxsche Schema plus Luxemburgs Geldproduktion, dazu Hilferding, die Parameter c,v,m als Funktionale zeitabhängig randomisierender Funktionen, das Ganze dann ordenlich partiell differenziert - dann hätten wir sowas wie die Maxwellschen Gleichungen des Kapitalfeldes. Dem könnte kein VWL-Professor mehr widerstehen. Alles Gute sg

RE: Letzten Freitag 32 | 20.09.2017 | 11:30

Das muß noch heute in die Welt : "Kleinster unter den Jagdhunden, aber groß an Passion, Schneid, Sinnesschärfe und Vielseitigkeit! Der Dachshund, seit altersher geschätzt und gerühmt, wurde wie kaum eine andere Hunderasse zum unverwechselbaren Gegenstand vielfältigen Schrifttums, der Poesie, bildender Kunst, eines herzerfrischenden Humors . Heute wird der Teckel immer mehr zum Jagdhund unserer Zeit. Zeitmangel vor allem plagt den modernen Jäger. Wie wertvoll da ein Jagdhund, dessen Haltung wenig Aufwand bedarf, den man bei rascher Fahrt ins Revier mühelos im Wagen mitführen kann, der im Rucksack bequem Platz findet, wenn es die luftigen Höhen der Kanzel zu erklimmen gilt. (Karl Lemke)

RE: Letzten Freitag 32 | 20.09.2017 | 11:17

Es gibt keinen richtigen Sirup im falschen! Herzlichst sg

RE: Letzten Freitag 32 | 20.09.2017 | 11:10

Teckel ist ein Synoym für Dackel. Wir unter Waidmännern so genannt (beweißt jagdliche Kompetenz). Buchtipp: "Dr. Karl Lemke: Der Teckel", VEB Deutsche Landwirtschaftsverlag, Berlin, 1984.

RE: Die Demokratie stirbt – und keiner hilft ihr | 10.08.2017 | 15:33

Mason gebraucht einen sehr weit gefaßten Begriff von Demokratie.

Im Sinne von bürgerlicher parlamentarischer Demokratie mit Gewaltenteilung und Pressefreiheit und all dem PiPaPo sind Rußland und China außen vor - dort gab es das nie und dort wird es das nie geben. Das ist nicht schön, trifft aber bei vielen Russen und Chinesen auf Wohlwollen.

Was den Abbau der Demokratie in Ungarn, Polen und der Türkei anbelangt, zeigt sich hier tatsächlich die Folge des Neoliberalismus, der seine Totengräber erschafft, indem er einen so großen Teil der Bevölkerung in die Armut stürzt, das es populistischen=faschistischen Bewegungen gelingt, die Macht zu ergreifen, um sich dann am Vermögen des (neo)liberalen Bürgertums zu bereichern.

Für Venezuela kann man nur hoffen, das die Phase der Diktatur des Proletariats kurz und friedlich wird und das Commandante Maduro bald ein buntes Hemd mit offenem Kragen trägt- meinetwegen mit Präsidentenschärpe und Patronengurt über Kreuz.

RE: Sag mir, wo die Linke ist | 19.08.2016 | 16:01

Untergegangen und kompromittiert ist die Ideologie und Phraseologie der kommunistischen und sozialistischen Bewegungen des vergangenen Jahrhunderts, weil die Staaten des "real existierenden Sozialismus" untergegangen sind.

"Korrektiv des tec hnogischen Fortschritts" bestand vielleicht darin, daß ein enfesselter Kapitalismus nicht gewagt wurde, solange die russischen Panzer in wenigen Stunden an der Rheinmündung hätten stehen können, käme es in der BRD zu einer sozialen Revolte.

Doch die "Linke" als soziale Bewegung existiert immer noch, weil Ausbeutung mit all ihren Konsequenzen noch existiert.

Die Analysen und Theorien von damals sollten wir nicht in Bausch und Bogen verwerfen - notwendig ist deren Übersetzung in die neue Zeit.

Remember Chaves!

RE: Die Krankheit unserer Welt | 18.08.2016 | 12:18

Ein modernerer Ersatzbegriff für "die Machtfrage stellen" ist "politischer Gestaltungsanspruch". Das klingt auch viel versöhnlicher. Nichtsdestotrotz muß eine soziale Bewegung in der Lage sein, diesen Gestaltungsanspruch praktisch umzusetzen. Das dies zurzeit die kommunistische Linke nicht kann, muß man wohl anerkennen, daß sie es aber nicht mehr will, weil sie erst den richtigen Weg, die bessere Ideologie, das schönere Ideal finden muß, ist gelinde gesagt: Mist.

Da wäres es doch einfacher, es mit Beten zu versuchen.

@IDOG: Ich bin mir sicher, daß Sie das nicht gemeint haben, aber eine Antwort auf Ihre Frage wäre - A*m*o*k.

RE: Kurz und Knapp - linke Politik vermitteln | 17.08.2016 | 15:24

Früher funktionierte das besser: Da gab es Leute für die intellektuelle Analyse (Epler), Leute für den Kampf mit dem politischen Gegner (Wehner), Leute für die Seele (Brandt) und Leute für das Praktische (Schmidt). Selbst wenn sich die in den Haaren lagen, gab es doch immer noch das Wichtigste: öffentliche Aufmerksamkeit.

Heute fehlt es an Mut anzuecken und verbal draufzuhauen. Auch wenn es danebengeht - Aufmerksamkeit ist erreicht, im Anschluß kann ja eine kluge Generalsekretärin dies wieder zurechtrücken und dabei ein paar andere Ideen vemitteln - so macht es jedenfalls die AfD ;-(

Apropos AfD: Die fordern die Strafmündigkeit mit zwölf, wo ist die Schlagzeile/#AfDwatch# "Will die AfD Gefängnisse für Kinder?"