seriousguy47
12.06.2013 | 18:11 72

Bayerische Justiz noch zurechnungsfähig?

Fall Mollath Das Landgericht Bayreuth hat heute die Fortsetzung der Psychohaft von Gustl Mollath angeordnet. Die Rechtsauffassung ist fragwürdig, der Rest skandalös - aber konsequent.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied seriousguy47

Als Gustl Mollath gestern Abend von seiner Befragung im Münchner Landtag in das BKH Bayreuth zurückkehrte, soll er von einem Neurologen und dem stellvertretenden Stationsleiter AUSDRÜCKLICH KEINER Sonderbehandlung unterzogen worden sein. Das gab es ja bekanntlich nur im Nazi-Reich. Nein, wie in solchen Fällen üblich, wurde er lediglich einer neurologischen Untersuchung unterzogen, wie sie nach längeren Ausgängen obligatorisch sei. Und schließlich sei der Weg nach München und zurück ja doch ziemlich anstrengend. Also ist es schlicht ärztliche Pflicht, zu prüfen, ob Mollath Doppelbilder sieht oder gar Selbstmordgedanken hat.

Das hatten wir doch alle schon mal nach einem München-Besuch. Das passiert doch nicht nur dem Bayreuther Neurologen und dem stellvertretenden Stationsleiter nach längeren Fahrten, oder?

Wer lebt da eigentlich in einem Wahnsystem?

Heute Morgen dann durfte Gustl Mollath über Dritte erfahren, dass er dieserfürsorglichen Betreuung noch ein Jahr länger ausgeliefert sein wird. Denn das Landgericht Bayreuth ließ schriftlich mitteilen, dass es solches für Recht befunden habe, weil man in seiner allumfassenden Weisheit und Überparteilichkeit zu der Auffassung gekommen sei, dass von Herrn M. außerhalb des „Maßregelvollzugs“ (sprich potentiell lebenslänglichem Psychoterror) „erhebliche rechtswidrige Taten“ zu erwarten seien. Diese „Prognose“ stützt man auf das längst in Frage gestellte Anfangsgutachten und weitere Gutachten bis zum Juli 2012. Obwohl seither keine neue Begutachtung erfolgt zu sein scheint, behauptet das Gericht, Veränderungen hätten sich seitdem nicht ergeben. In Bayreuth scheint der Herrgott selbst Vorsitzender zu sein. Denn wer sonst könnte über ein solches Ausmaß an Seelen-Fern-Einblick verfügen?

Dummerweise neige ich dazu, vernetzt zu denken. Und wenn ich ich diesen Beschluss und die Frage nach Selbstmordabsichten in meinem Kopf miteinander vernetze, dann halte ich die Frage nicht mehr für verzichtbar, ob da eine Meta-Absicht/ Hoffnung des Gerichtes mitschwingt.

Noch eine andere Vernetzung drängt sich mir auf: In Bayern steht eine Landtagswahl an. Wird Mollath deshalb auf den nächsten Prüftermin am10.06.2014 verwiesen? Dazu passen die unglaublichen Vorgänge um einen harmlosen Merk-Tweet einer CSU-Professorin, die geschrieben hatte: “Wann Mollath freikommt? Diese Frage könnte man Frau Merk am Mo. 10.06.13 um 19 Uhr im Landgasthof Hofolding stellen.” Was in Bayern offensichtlich bereits als Vorbereitung eines terroristischen Anschlages und deshalb als Anlass für einen Besuch von der Polizei gilt. *) ( Eine Stuttgarter Parallele z.B. hier )

Erhofft man sich gar – um mal ganz zynisch zu werden - bis 2014 vielleicht eine einvernehmliche Lösung des Problems durch Mollaths sozialverträgliches Ableben? Oder noch ein bisschen krasser? Wäre womöglich gar das Bayreuther BKH-Personal zur bewährt freundlichen Begleitung einer solch gesichtswahrenden Lösung kooperationsbereit?

Warum ich sowas Paranoides sag? Ha no, weil ich mich halt blöderweise gerade an den Kindermörder Jürgen Bartsch erinnere:

Um dem lebenslangen Aufenthalt in der Psychiatrie zu entgehen, beantragte Bartsch ….seine Kastration. …. Er wurde im Landeskrankenhaus Eickelborn operiert. Die Narkose erfolgte, wie 1976 an kleinen Krankenhäusern oftmals noch üblich, ohne Anästhesist unter der Verantwortung des Operateurs.

Bei der Narkose kam es zu einer Verwechslung zweier Chemikalien, so dass das Mittel Halothan durch Verwendung eines dafür nicht geeigneten Methoxyfluran-Verdampfers zehnfach überdosiert wurde. Als Folge davon erlitt Bartsch nach der erfolgreichen Operation einen tödlichen Kreislaufzusammenbruch. Ein ähnlicher Fehler war dem behandelnden Arzt bereits zuvor unterlaufen. Er wurde schließlich wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt."

Natürlich will ich damit nicht behaupten, dass ich für Gustl Mollath eine Kastration für die Lösung halte. Das hülfe ohnehin allenfalls bei einem Kindsmörder, aber doch nicht bei einem so gravierenden Kapitalverbrechen wie dem Anzeigen von Steuerhinterziehung und Schwarzgeld.

Ich wollte nur erklären, wieso sich bei mir so seltsam absurde Gedanken wie die obigen einstellen. Und was da so im Anschluss an Mollaths in den Medien weithin hervorragend aufgenommenen Auftritt in München folgte, scheint mir doch ein bisschen viel allzu passender Zufall zu sein.

Wie man den Gerichtsbeschluss juristisch bewertet, ist ist eine andere Frage. Eine, für die ich nicht zuständig bin. Vordergründig nachvollziehbar scheint mir die Begründung des Gerichts, man sei an „die rechtskräftigen Tatsachenfeststellungen aus dem Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 08.08.2006 gebunden“ und sehe keine hinreichenden Gründe, so habe ich es verstanden, dem Ausgang eines Wiederaufnahmeverfahrens anderweitig vorzugreifen.

Man muss nicht unbedingt der Einschätzung des ehemaligen Rechtsanwalts, Richters und Staatsanwalts Heribert Prantl folgen, der in der SZ meinte:

Gustl Ferdinand Mollath wurde von der 7. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg unter Leitung des Vorsitzenden Richters Otto Brixner am 8. August 2006 nach einem unglaublich schlampigen Verfahren in einem unglaublich schlampigen Urteil unter Berufung auf den unglaublich dehnbaren Paragrafen 63 Strafgesetzbuch abgeurteilt und dann in die Psychiatrie verbracht. Dort sitzt er bis heute. Wenn man sein Urteil über den gesamten Strafprozess gegen Mollath vorsichtig formulieren will, dann lautet es so: Dieser Prozess verstieß von Anfang bis Ende gegen Fundamentalregeln des Strafrechts. Es wurden Beweisstücke nicht sichergestellt und nicht begutachtet, es wurde eine unechte Urkunde verlesen und zur Grundlage des Urteils gemacht; auf der Basis unzutreffender Anschuldigungen wurde Mollath ein "paranoides Wahnsystem" attestiert.

..

Das Besondere und auch das besonders Tragische am Fall Mollath ist erstens, dass ihm die (nicht besonders schweren) Straftaten, die man ihm vorgeworfen und die das Gericht als bewiesen angenommen hat - das Würgen der Ehefrau und das Zerstechen der Autoreifen von deren Bekannten - nicht wirklich nachgewiesen wurden. Bei dem ärztlichen Attest, auf dem die Verletzungen der Ehefrau beschrieben sind und auf das sich das Urteil stützt, handelt es sich um eine unechte Urkunde; sie wurde, ohne dass das aus dem Attest ersichtlich wäre, nicht von der Ärztin, auf die sich das verurteilende Gericht bezogen hat, sondern von ihrem Sohn ausgestellt. Und die Reifen, die Mollath angeblich zerstochen hat, wurden nie asserviert und nie von einem Gutachter untersucht.“

Dazu auch:

http://www.internet-law.de/2013/06/der-fall-mollath-ist-uber-den-einzelfall-hinaus-von-bedeutung.html

Wie gesagt, man muss dem nicht folgen, aber die dreiste Selbstgewissheit, mit der die Bayreuther das Gegenteil behaupten, als ob es die vielen Zweifel nicht gebe, ist dann doch etwas merkwürdig.

Man muss auch nicht mit Prof. Henning Ernst Müller von der Uni Regensburg übereinstimmen, den Telepolis in dieser Sache folgendermaßen referiert:

dass er die Schlussfolgerung des Landgerichts Bayreuth, wonach eine weitere Unterbringung verhältnismäßig sei, für "nicht begründet" halte. "Offenbar hat die Kammer sich nicht mit der einschlägigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgericht zur Verhältnismäßigkeit langjähriger Unterbringung auseinandergesetzt, sondern nimmt das in Paragraph 62 StGB formulierte Verhältnismäßigkeitsgebot nach wie vor nicht besonders ernst." Müller erklärte überdies, soweit er informiert sei, habe die "Strafvollstreckungskammer sogar eine verfehlte Würdigung des Landgerichts Nürnberg-Fürth übernommen und Reifenstechereien faktisch in die Nähe von Tötungsdelikten gerückt, um die Verhältnismäßigkeit zu begründen".

Ebenfalls bei Telepolis wird Mollaths Anwältin Erika Lorenz-Löblein zitiert, die kritisiert, „dass das Gericht als Grundlage für seine Prognose sich auf angebliche Straftaten stütze, die in den Jahren 2001, 2002 und 2005 begangen worden sein sollen. "Für eine Prognoseentscheidung einer Unterbringung" werde aber „in der Regel auf ein Jahr zurückgeblickt und dann eine Prognoseentscheidung getroffen. Hier greift das BKH auf angebliche Taten zurück, die vor mehreren Jahren passiert sein sollen und hat keine neuen bzw. weitere Verhaltensweisen, die die Gefährlichkeit des Herrn Mollath aufzeigen sollen, zu benennen."

Schlimmer noch: „erst im Oktober des vergangenen Jahres in einem anderen Fall [habe - sg] das Bundesverfassungsgericht eine "Entscheidung dieser Kammer als unbegründet" zurück verwiesen habe. "Landgericht und Oberlandesgericht haben die Bedeutung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes bei der Prüfung der Fortdauer der Maßregel verkannt", heißt es in der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.“

Auch bei all dem kann man vermutlich juristisch anderer Meinung sein. Aber es riecht docvh schon streng nach bewusstem und gewolltem Verfassungsbruch, nach dem Versuch, bisher gesprochenes Recht nach rechts umzudefinieren – wie wir es in Stuttgart von OSTA Häußler kennen (z.B. Nichtverfolgung von SS-Mördern, Verfolgung von Antifaschisten wegen durchgestrichener Nazi-Symbole, aktuell: Umdeutung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit durch Stuttgarter Justiz).

.Und Mollaths mögliche "Wahnvorstellungen" in einem "psychischen Ausnahmezustand" ? Hier ist mir bislang keine öffentliche Äußerung bekannt geworden, die das längst bekannte Phänomen der „Klassenpsychiatrie“ thematisiert, womit ich meine, dass auch in Psychotherapie und Psychiatrie in der Regel (bildungs)bürgerlich sozialisierte „Experten“ auf „einfache“ Menschen treffen, bei denen sie bereits die Sprache und sprachlichen Möglichkeiten nicht kennen, nicht verstehen und nicht einschätzen können. Dasselbe trifft auf alle anderen sozialen Techniken und Kommunikationsmöglichkeiten zu. Was also bei dem abgebrochenen Maschinenbauer Mollath als „wahnhaft“ wahrgenommen wurde, mag in Wahrheit lediglich unbeholfen überzogenes Agieren eines Menschen sein, der sozialisationsbedingt auch nicht im Ansatz über Möglichkeiten verfügt, sich mit Justiz, Finanzbehörden, Medien, psychiatrischen Gutachtern und einer internationalen Großbank auseinanderzusetzen, denen er sich hilf- und machtlos ausgeliefert fühlt.

Wäre er dazu in der Lage und hätte er mittlerweile etwas emotionale Distanz zu den Vorgängen gewinnen können, dann hätte er längst aufhören können den Michael Kohlhaas zu spielen und hätte den Gutachtern das Futter gegeben, das sie haben wollen.

Und hätte er von Anfang an einen kompetenten Anwalt an seiner Seite gehabt, hätte er vielleicht sogar gewusst, dass „Behörden“ Eingaben u.U. umso negativer aufnehmen, je umfangreicher diese sind. Dass der unsägliche Brüll-Richter in Mollaths Prozess seine Eingabe offenbar erst gar nicht gelesen hat, ist dann freilich noch ein weiterer Skandal im Skandal.

[Ergänzt 20:20:

Da liegen dann wohl auch einige der Gründe, weshalb Jörg Kachelmann, obwohl wegen weit schwerwiegender Delikte angeklagt, nämlich „wegen des Verdachts der besonders schweren Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung“, ein freier Mann ist und Mollath nicht.]

Das nur mal so nebenbei....

Der Hammer aber ist folgende Einlassung des Gerichtes:

Die Einholung einer ergänzenden Stellungnahme des Sachverständigen, der den Untergebracht zuletzt untersucht hatte (vgl. Pressemitteilung des Landgerichts Bayreuth vom 29.04.2013), war der Strafvollstreckungskammer nicht möglich, da der Sachverständige angegeben hat, dass er seit dem auf sein Gutachten folgenden Fortdauerbeschluss der Kammer „wellenartig in übelster Weise als Verbrecher beschimpft“ werde. Diese Aktionen seien für ihn extrem beeinträchtigend, und er sehe darin einen schwerwiegenden Angriff auf seine Gesundheit. Vor diesem Hintergrund und angesichts dessen, dass die Einholung eines weiteren Gutachtens „nach Aktenlage“ keine zusätzlichen Erkenntnisse verspricht, hatte die Strafvollstreckungskammer ihre Entscheidung auf Grundlage der vorliegenden Gutachten und Stellungnahmen und des persönlichen Eindrucks vom Untergebrachten nach dessen umfangreicher Anhörung zu treffen.“

Um es einmal sehr deutlich zu formulieren: Sollten die Gutachten über Mollath falsch und nicht haltbar sein, dann wird hier weiterhin das Leben eines Opfers vernichtet und einer der Täter jault und jammert herum, weil er dafür in die Schusslinie geraten ist. Schlimmer: weil der jault und jammert, muss das Opfer weiter büßen.

Und da sind wir dann wohl am eigentlichen Punkt dieses Beschlusses – der, wie gesagt, juristisch begründet sein mag: die Justiz rächt sich dafür, dass sie öffentlich dermaßen unter Beschuss geraten und bloßgestellt worden ist.

Und ein zweites Motiv würde mich nicht wundern: Angst.Angst davor, da könne sich einer für das erlittene Unrecht rächen.

[Geändert 20:25: Da könnte einer erst und gerade durch das, was ihm angetan wurde, psychisch in einer Weise geschädigt worden sein, dass man ihm nicht mehr trauen mag. Deshalb kann man ihn nicht freilassen. Jedenfalls nicht ohne vorherige forensische Absicherung. Man drückt sich – so gesehen aus nachvollziehbaren Gründen - lieber vor der Verantwortung. Lügt mit juristischen Formulierungen darüber hinweg und scheißt auf das Leben, die Würde und die Menschenrechte des Opfers.]

So gesehen bestätigt das Bayreuther Landgericht aber auch, dass es selbst die Verurteilung von Mollath für Unrecht hält, ihn aber gerade deshalb für gefährlich hält. Erst malträtiert man einen Unschuldigen, so würde sich das dann lesen, dann malträtiert man ihn weiter, weil man ihn halt dummerweise schon zu malträtieren begonnen hat.

[Ergänzt 20.25:

Perverser geht’s nimmer? Doch. Man muss dafür nur einen anderen Fall von zumindest zeitweiser psychiatrischer Unterbringung heranziehen. Den Mörder von Yvan S. nämlich, der 2007 mit anderen grundlos eines der bestialischsten Verbrechen der Bundesrepublik an einem völlig unbeteiligten und unschuldigen 19jährigen begangen hat.

Das Opfer Yvan war erschlagen, seine Leiche zerstückelt, in Beton gegossen und danach im Neckar versenkt worden.„Weil der Rumpf ihnen zu schwer war, legten sie diesen in einem Wald ab.“ Dafür gab es für den 19-jährigen Hauptangeklagten, einen in Stuttgart geborenen Sohn türkischer Migranten, 2008 zehn Jahren Gefängnis, er wurde aber zunächst in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, weil ein Gutachter ihm verminderte Schuldfähigkeit attestiert hatte. Seit vergangenem Jahr darf er in die Türkei abgeschoben werden, wovon er sich ursprünglich offenbar eine Verkürzung seiner Strafe erhoffte, mittlerweile aber scheint er ein Katz-und-Maus-Spüiel mit Justiz und Behörden zu treiben.

Und nun zum Vergleich: Gustl Mollath sitzt seit 2006 und wohl noch mindestens bis 2014 – theoretisch aber lebenslang - wegen „Unzurechnungsfähigkeit“ in der Psychiatrie und wünscht sich wenigstens eine Verlegung in den regulären Strafvollzug, weil ihm der humaner erscheint. Von den Bedingungen, unter denen Yvans Mörder lebt, kann er also nur träumen.

Und was hatte Mollath doch gleich verbrochen....? Jedenfalls laut Aussage einer esoterischen "Geistheilerin"....?]

*)

"Das bayerische Justizministerium und die Polizei weisen zurück, dass der Besuch der beiden Polizisten überhaupt etwas mit dem Fall Mollath zu tun hat. Der Anwalt ihres Mannes habe dem Ministerium bereits am 23. Mai, also lange vor dem Twitter-Beitrag, mitgeteilt, dass die Ärztin den Auftritt Merks am Montagabend möglicherweise nutzen wolle, um einen hochemotionalen Familienrechtsstreit zum Thema zu machen. Man habe das Schreiben an das Landeskriminalamt weitergereicht, das für den Personenschutz zuständig ist, und die Ministerin informiert, dass dieses Thema auf sie zukommen könnte, sagte ein Ministeriumssprecher."

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Polizeiaktion-wegen-Mollath-Tweet-belastet-Beate-Merk;art4306,2054626

Ergänzung 13.06.2013:

Weitere Links:

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Beschwerde-StA-Augsburg-2013-02-27.pdf

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-StA-Augsburg-2013-03-26.pdf

http://www.gustl-for-help.de/download/2012-01-11-Kleine-Cosack-Verfassungsbeschwerde.pdf

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-LG-Regensburg-2013-05-09.pdf

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-StA-Regensburg-Stellungnahme-2013-05-16.pdf

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-LG-Regensburg-2013-05-24.pdf

http://www.bezirkskliniken-oberfranken.de/pdf/bayreuth/forensik/Informationen_zur_Unterbringung_Hrn.Mollath.pdf

http://www.bezirkskliniken-oberfranken.de/pdf/bayreuth/veranstaltungen/2010/Flyer_Forensiktagung_Homepage.pdf

http://www.gustl-for-help.de/chronos.html#p100

Quelle: http://gabrielewolff.wordpress.com/

http://www.gustl-for-help.de/index.html

http://opablog.net/

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/umstrittener-psychiatriefall-ex-frau-belastet-gustl-mollath-a-904926.html

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-nennt-leben-in-psychiatrie-unertraeglich-a-905166.html

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fall-mollath-untersuchungsausschuss-fiebert-auftritt-entgegen-a-904230.html

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fall-gustl-mollath-zweifel-an-opferrolle-a-872632.html

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-bleibt-weiteres-jahr-in-psychiatrie-a-905355.html

http://www.zeit.de/2012/51/Mollath-Bankenskandal-Steuerhinterziehung/komplettansicht

Ergänzung 14.06.2013:

George Napuka wurde am 30.12.2005 verhaftet. Das Urteil mit der Unterbringung in der forensischen Psychiatrie fällte das Landgericht Augsburg am 26.4.2007. ….Als Lockerungsstand hat George seit dem 26.8.2011 Stufe ½ B1. Diese bedeutet den Gang mit einem Mitpatienten zur offenen AT in ein externes Gebäude und zurück.“

In seinem Buch „Lebendig begraben“ dokumentiert er sein Leben in der forensischen Psychiatrie:

https://sites.google.com/site/lebendigbegraben/lebendig-begraben. Dort zum kostenlosen Download:

»Lebendig begraben« als PDF, DIN A5
»Lebendig begraben« als ePub

Quelle und Link:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-mollath-im-landtag-merkt-fuehlt-sich-nicht-zustaendig-1.1696211#scribbleReload, Kommentar Teresita Blanca.

Dort auch ein erhellender Kommentar von mdeeg.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (72)

Vaustein 12.06.2013 | 18:30

Danke für diese ausführliche und gründliche Information zum Fall des Herrn Mollath. Diese Geschichte ist einfach unerträglich. Welche Möglichkeiten juristischer Art, sich gegen dieses offensichtliche Unrecht zu wehren, Herr Mollath noch hat, kann ich leider nicht beurteilen, hoffe aber, dass sich evtl. ein Spitzenanwalt findet, der ihm die notwendige Hilfe geben kann.

Baszlo 12.06.2013 | 19:28

Gustl Mollath ist ein Staatsfeind. Erstaunlich das er überhaupt noch am Leben ist und noch nicht suizidiert wurde, wie es deutschen Staatsfeinden für gewöhnlich ergeht.

Immerhin sollte der Fall nun auch dem letzten Holzkopf klarmachen, dass wir in keinem Rechtsstaat leben, sondern in einer Plutokratie, in der die Reichen bestimmen was Recht und Unrecht ist.

Fotobiene 12.06.2013 | 20:54

Insgesamt sehr guter Artikel, finde ich.

Über die Angst schrieb ich vorhin auch hier

"Und ein zweites Motiv würde mich nicht wundern: Angst. Angst davor, da könne sich einer für das erlittene Unrecht rächen. Deshalb kann man ihn nicht freilassen. Man drückt sich lieber vor der Verantwortung. Scheiß auf das Leben des Opfers."

Spätestens hier muß ich jedoch widersprechen:

Um Rache geht es und ging es Gustl Mollath nie!

Es geht um GERECHTIGKEIT!

chrislow 12.06.2013 | 20:57

ja, sehr ausführlich ausgeführt. Ich habe in der Mitte aufgehört, weil mir die Absurdität wie ein banaler Schundroman vorkommt. Kenn ja auch schon reichlich von der "Geschichte".

Und da liegt der Schuh begraben. Das ist eine "Geschichte", die mit gewissem Aufwand ins Rechtssystem eingeschleusst und letztlich aber gar nicht stattfindet, sondern nur eine Show ist, um medial bestimmte Signale ins Gemenge zu senden. Die sollen entsprechende Individuen (etwa mit Erfahrung mit Psychiatrie) vernehmen und daran sich abreagieren, anstatt andere Interressen zu entwickeln.

Warum hier ein Sinn zu stecken scheint?

Weil der zwangskontakt mit Psychiatrie, wie mit Polizei, Gefängnis und anderer Institutionen des organisierten Staates dafür sorgt, dass die dadurch aufoktroyierten Gedankeninhalte über den Umgang und der Verarbeitung durch entsprechend aufdringliche Zwangsmassnahmen und sonstige Auseinandersetzungen und Umgang mit jenen Institutionen zur "Umerziehung" des Subjekts führt, die nur dann erfolgreich stattfinden kann, wenn das Subjekt auch erstens daran denkt und zweitens regelmässig im unmittelbaren Kontakt steht. Auch wichtig, der umgekehrte Weg: Die bei den Institutionen arbeitenden Menschen nehmen Kenntnis vom Subjekt und ... wie dumm, ... im kollekivem Bewusstsein besteht ein eindeutiger Eindruck und Einfluß vom und auf das Subjekt. Das ist kein Hokuspokus oder Netaphysik, sondern Realität, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Wozu eine Anhebung der Emphatiefähigkeit beim Subjekt gehört, die ja nicht nur unidirektional funktioniert und auch noch andere Nebenwirkungen hat ... und sowieso einer der Ursachen von psychischen Auffälligkeiten ist, aufgrund derer der etablierte Mob sich seine "Maßnahmen" betreffend des Subjekts ausdenkt. Über die Emphatie n ämlich kommen die Signale über deine Identität und wie sich deien Umwelt erkennt. Und da einer etwa psychiastrisch ausdiagnostiziert ist, kommt auch nur solcherart emphatische Signale, die einem daran erinnern, "wer" du (in Gesellschsaft) "bist, weil man dich dafür hält.

Das ganze ist hochkomplex in seiner Überschaubarkeit, weil über die Phänomenologie allgemein nichts bekannt ist. Wird aber recht deutlich, wenn man einige Eckpunkte der Symptomatik/Phänomenologie erkannt hat.

Also, je mehr du dich damit beschäftigst, desto mehr wirst du da hineingezogen. Da hilft absolut keine Ablehnung der ganzen Systematik. Es ist egal, ob du mit Akzeptanz oder Ablehnung ans Thema gehst - das ist wie mit Liebe oder Hass, beides fokussiert Aufmerksamkeit und in der Folge wird Bewusstein verändert.

Beste Methode ist: Absolute Ignoranz und immer ein Ausweichthema im Sinn zu haben, das einem davon ablenkt. Allerdings wird auch das nicht helfen, wenn nicht eine quantitative Anzahl Mitmenschen als enge Vertraute verfügbar ist, die dich dabei (unbewusst) unterstützt.

Es gibt nämlich eine relevante Bedingung dabei, die sich etqwa mit dem Scientologie-Begriff "Engramm" erklären lässt, welches andere Menschen in deinem Unterbewusdstsein hinterlassen und dich unbewusst mindestens auf mentaler Ebene beeinflusst. Deswegen auch das E-Meter bei der Scientologie, mit dem das grob messbar wird - in dessen Messausschlag erkennbar wird, das Dissonanzen bestehen, die auf unharmonische vernetzungen über diese Engramme bestehen.

Es ist keine irre Blödellei, was ich hier erzähle, sondern Realität. Das davon offiziel nichts im Äther ist, hat wohl seinen Grund und lässt erkennen, wieviel vom Medienpoutput überhaupt brauchbar ist. Nämlich ewenig, wenn du Grundlagen und Ursachen wissen willst.

Es schwirrt eine sonderbar naive und verleugnende Weltsicht und Perspektive herum - da kann man auch Grimms Märchen für Wahr halten ... oder auch die Bibel wörtlich nehmen. Unser aller Scheinrealität - "schön" erzählt und aufgrund ihrer Ästhetik "für Wahr" gehalten. Wir "glauben" dran... und wissen doch nichts.

Mollath und anderes in den Medien ist scheingefecht zur kognitiven Konditionierung. Um die Menschen durch Emotionen in welcher Form auch immer in das neuronale Kollektiv zu assimilieren. Durch die offenkundigen Skandale wird die Erregung erreicht und das Bewusstsein am Thema fixiert, was über die Assimilierung eine kognitive/neuronale Harmonisierung erst ermöglicht. Die uns als "Entnazifizierung" bekannte Strategie der Nachkriegszeit funktionierte damals sicher etwa genauso.

Magda 12.06.2013 | 22:29

Mir fällt die Tage der grandiose Roman von Lion Feuchtwanger ein

Erfolg

Inhalt:

Um den missliebigen Münchner Museums-direktor Martin Krüger loszuwerden, verwickeln ihn reaktionäre Politiker in einen Meineidsprozess und sorgen dafür, dass er zu einer Zuchthausstrafe verurteilt wird. Seine Lebensgefährtin Johanna Krain kämpft für seine Rehabilitierung, aber das Wiederaufnahmeverfahren kommt nicht in Gang und kurz bevor Krüger amnestiert werden soll, erliegt er einem Herzanfall. Mit Hilfe eines reichen Amerikaners dreht Johanna einen Film, in dem sie den Missbrauch der Justiz anprangert.

Na, er wird bekannt sein, aber ich bin schon ziemlich erstaunt, wie sehr die Handlungsweise der bayrischen Justiz hier nachgezeichnet wird. Und wie zäh und breiig die Justiz ihr Opfer nicht mehr aus der Hand lässt, bis sie es zur Strecke gebracht hat.

Vaustein 13.06.2013 | 11:41

Heute früh war auf WDR5 eine Sendung zu hören in der der Autor des Buches "Die Affäre Mollath", Herr Uwe Ritzer, seine Sicht der Dinge klar zum Ausdruck bringt. Sein Resumée am Ende des Beitrags ist: Für ihn ist eines klar: Im Fall Mollath wurde der Beweis erbracht, dass ein "Multi-Organversagen des Rechtsstaats" stattfand. Hier kann man das Interview nachhören: http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/13.06.2013-10.05/b/die-affaere-gustl-mollath.html

Oberham 13.06.2013 | 11:58

Lieber Vauenstein, was ist für sie bitte "unerträglich" - ich denke sie gehen weiter brav Ihren Verrichtungen nach, wären die Dinge unerträglich, sollten sie damit aufhören diese Prozesse zu unterstützen, durch das Einbringen ihres Intellekts in wirtschaftlich relevante Kreisläufe stützen sie das System und glauben sie mir, sie würden nicht zu Grunde gehenb, würden sie damit aufhören, sie würden lediglich einen anderen Lebenssitl pflegen müssen.

Sie und gut 40 mio anderer Deutscher Staatsbürger die willig helfen.

Sorry, das bekamen sie jetzt gerade persönlich ab, da mir heute der Begriff unerträglich schon so oft begegnet ist, vor allem auch Politiker in Bayern benutzen ihn, im Zusammenhang mit dem Fall Mollath - kommt dann die Merk ins Versammlungszimmer klatschen manche, nicht höhnisch, sondern diestbeflissen!

Überigesn hat Herr Mollath einige sehr renomierte Unterstützer, doch ich fürchte hier probiert der Staat ganz bewußt aus, wie weit er es treiben kann, gemeinsam mit seinen Kumpanen, den Oberabsahnern.

Im September werden vielleicht 50% oder mehr Bayern - meine Mitbürger - diesem Verhalten ihrzustimmendes Votum erteilen - eine starke Botschaft!

Es gibt nichts Gutes - außer man tut es!

Oberham 13.06.2013 | 12:14

Ich fürchte genau das beabsichtigt die Medienkampagne, nach dem Motto:

Aufklärung, Anklage, Empörung, Analyse, Vergessen...

Mollath hatte furchtbares Pech, gleich an eine ganze Seilschaft von widerlichen Verbrechern geraten zu sein, nun hat noch dazu das Pech zu einer Laborratte in Sachen Volksabrichtung zu mutieren.

Persönlich warte ich auch jeden Tag auf die Nachricht vom Suizid - und nach einer Woche wird niemand der unglaublich empörten mehr von ihm sprechen, ja - vielleicht gibt es heute schon Treppenwitze über ihn im bayerischen Jusitzministerium - sicher wird Merk ein Extra-Glas trinken, kommt die Todesnachricht.

Sollte er sich in seiner Zelle das Leben irgendwie als lohnend erschließen, dürfte er bei Zimmerpflanze und Literatur, oder wie bei der Schachnovelle - in seinem Kosmos aufgehen - vergessen wird er in jedem Fall - auch der SZ Prantl wird nicht mehr grantln, wenn es aus der Staatskanzlei lautet, Mollath beenden.

Leute - willige Helferlein, wie eh und je, und sorry , die meisten von Euch gehören doch auch dazu - egal ob einer Arzt im Klinikum ist, oder Lehrer an der Schule, Polizist oder ALGII Bezieher, der zu gerne wieder eine bezahlte Arbeit im System hätte - Ihr wollt alle euren kleinen Wohlstand auf keinen Fall riskieren, nur damit sich die Verhältnisse - vielleicht - ändern könnten.

Es gibt nur eine Art von wirksamen Widerstand, der lautet Verweigerung - im übrigen könnten Ärzte ihr Wissen ja gratis anbieten - niemand muss aufhören zu arbeiten, er darf nur nicht mehr konsumieren, außer dem wirklich Nötigem.

Dadurch bricht die Wirtschaft zusammen, doch kein Krankenhaus verbrennt, keine nützliche Straße wird zerbomt, kein Kindergarten stürzt ein, keine Schule - lediglich die Macht der Kapitalinhaber würde zerbröseln.

Doch Euch ist eben der persönliche Fun als so unglaublich wichtig eingeimpft worden, dass Ihr eure Unfreiheit gar nicht mehr warhnehmt.

Zu einem Foristen (Vauenstein) hab ichs persönlich getippt, der arme Mann - ich hab ihn angegangen, ich fürchte aber keiner von Euch fühlt sich betroffen.

Oberham 13.06.2013 | 12:14

Ich fürchte genau das beabsichtigt die Medienkampagne, nach dem Motto:

Aufklärung, Anklage, Empörung, Analyse, Vergessen...

Mollath hatte furchtbares Pech, gleich an eine ganze Seilschaft von widerlichen Verbrechern geraten zu sein, nun hat noch dazu das Pech zu einer Laborratte in Sachen Volksabrichtung zu mutieren.

Persönlich warte ich auch jeden Tag auf die Nachricht vom Suizid - und nach einer Woche wird niemand der unglaublich empörten mehr von ihm sprechen, ja - vielleicht gibt es heute schon Treppenwitze über ihn im bayerischen Jusitzministerium - sicher wird Merk ein Extra-Glas trinken, kommt die Todesnachricht.

Sollte er sich in seiner Zelle das Leben irgendwie als lohnend erschließen, dürfte er bei Zimmerpflanze und Literatur, oder wie bei der Schachnovelle - in seinem Kosmos aufgehen - vergessen wird er in jedem Fall - auch der SZ Prantl wird nicht mehr grantln, wenn es aus der Staatskanzlei lautet, Mollath beenden.

Leute - willige Helferlein, wie eh und je, und sorry , die meisten von Euch gehören doch auch dazu - egal ob einer Arzt im Klinikum ist, oder Lehrer an der Schule, Polizist oder ALGII Bezieher, der zu gerne wieder eine bezahlte Arbeit im System hätte - Ihr wollt alle euren kleinen Wohlstand auf keinen Fall riskieren, nur damit sich die Verhältnisse - vielleicht - ändern könnten.

Es gibt nur eine Art von wirksamen Widerstand, der lautet Verweigerung - im übrigen könnten Ärzte ihr Wissen ja gratis anbieten - niemand muss aufhören zu arbeiten, er darf nur nicht mehr konsumieren, außer dem wirklich Nötigem.

Dadurch bricht die Wirtschaft zusammen, doch kein Krankenhaus verbrennt, keine nützliche Straße wird zerbomt, kein Kindergarten stürzt ein, keine Schule - lediglich die Macht der Kapitalinhaber würde zerbröseln.

Doch Euch ist eben der persönliche Fun als so unglaublich wichtig eingeimpft worden, dass Ihr eure Unfreiheit gar nicht mehr warhnehmt.

Zu einem Foristen (Vauenstein) hab ichs persönlich getippt, der arme Mann - ich hab ihn angegangen, ich fürchte aber keiner von Euch fühlt sich betroffen.

Oberham 13.06.2013 | 12:20

.. und morgen gibt es wieder was Erbauliches, ein Stimmungsbild vielleicht - oder eine kleine linguistische Rapsodie in C-Moll?

Wer sprachlich glaubt - was drauf zu haben, der sollte endlich mal kräftiger in die Tasten dreschen - dieses pseudoobjektive gemäßigte Geplätscher kommt mir vor wie eine kitschige Ausgestaltung des Sargs.

Wenn ich mich grob über das Merktier auslasse, kommt einem das Kotzen, das muss sich Mensch erbrechen, doch bei den Realtiäten, die Macht zelebriet, bewahrt man schön die Contenance, könnte ja sein das PRISM einen auf den Schirm holt - gelle.

Magda 13.06.2013 | 13:20

.. und morgen gibt es wieder was Erbauliches, ein Stimmungsbild vielleicht - oder eine kleine linguistische Rapsodie in C-Moll?

Ja, hoffentlich fällt mir was ein. So isses eben. :-)))

Das mit dem "Merktier" - muss schon eine Weile her sein. Wie auch immer. Ich habe keine Angst, vor niemandem, aber meine Empörung würde sich anders ausdrücken als die Ihre. Eins muss ich aber auch sagen: Am Beispiel Mollath verstehe ich inzwischen mal wieder, wie Terrorismus entsteht.

Und ich denke an den Hamlet-Monolog, der auch schon den "Übermut der Ämter" neben vielen anderen Plagen der Zeit als tödlich erlebt.

Aber, zum Trost:

Hier ein Vers von Carl Michael Bellmann

Ich bin da, und ich will leben

dass ich meine Zeit genieß

wie's der alte Adam eben

tat im Paradies..

(Tja und die alte Eva halt auch.)

Ernstchen 13.06.2013 | 14:49

Ich bin mir ja immer nicht so sicher ob ein Fall wie der von Herrn Mollath dazu taugt, die deutsche Rechtssprechung im Ganzen als korrupt und machthörig nachzuweisen. Klar ist der Fall Mollath eine absolute Katastrophe, ob er unschuldig ist weiß allerdings niemand, es liegt nur in unserem Interesse dass er unschuldig ist damit wir unsere dunklen Befürchtungen bestätigt bekommen. Wenn man allerdings die Geschichte der vier hessischen Steuerfahnder hört, die in die Psychiatrie überwiesen wurden, weil sie den Banken zu sehr auf die Pelle gerückt sind, dann wird einem wirklich anders. Und die Tatsache dass ich über diese Geschichte bisher hauptsächlich von Kabarettisten wie Erwin Pelzig erfahren habe, wirft dann auch ein miserables Licht auf die Medien. Kurz gesagt: der Fall Mollath für sich allein wäre noch kein wirklich beängstigendes Szenario, aber einiges deutet daraufhin dass er eben kein Einzelfall ist.

seriousguy47 13.06.2013 | 15:09

@ vaustein

Multiorganversagen scheint in der Tat ein passender Begriff dafür. Und es gibt auch einen Paragraphen, der die Sepsis auszulösen vermag, die dazu führen kann: § 63 StGB.

Prantl hat dazu Eindrückliches gesagt (s.o.). Im aktuellen SPIEGEL reden die Leygrafs als Experten darüber, Stichwort Maßregelvollzug:

"Über die redet keiner, dabei habemn wir hier mit schätzungsweise 8000 Untergebrachten das viel größerte Problem. Bei denen geht das Sonderopfer in zehn Prozent aller Fälle bis zum Tod. Sie sterben dortdrin.

....

In einem Fall hatte ein schizophrener Mann immer noch gedroht, aber nie etwas getan. Keiner nahm ihn ernst - bis er einem Richter drohte. Als Gutacchter habe ich gesagt, es spricht nichts dafür dass er das in die Tat umsetzt. Aber das HGericht sagte, drohen reicht, und wies ihn in die Psychiatrie ein. Das war 1982. Ich habe ihn 2003 wieder begutachtet, da saß er immer noch nach über 20 Jahren." (SPIEGEL 24/2013, Seite 43)

20 Jahre bis Unendlich. Ohne irgendetwas verbrochen zu haben. Einfach nur, weil er könnte:

"Bedenklich ist in diesem Kontext aber ein allgemeiner Trend. Die strafrichterlich angeordneten Unterbringungen haben sich in den letzten 25 Jahren verdreifacht. Sachverständige und Gerichte sind also zunehmend schneller bei der Hand, wenn es darum geht, jemanden zwangsweise unterzubringen. Es gibt einen gefährlichen Trend zur Zwangspsychiatrisierung.

...

Der Fall Mollath ist auch deshalb wichtig, weil er Missstände aufzeigt, die einer sorgfältigen Aufarbeitung bedürfen. Gesetzgeber und Gesellschaft müssen sich Gedanken darüber machen, wie man solche Fälle künftig vermeidet. Wir müssen über den konkreten Fall hinaus über die Mängel in der Justiz und der Psychiatrie reden, die solche Fehlleistungen überhaupt erst möglich machen. Denn es gibt vermutlich noch mehrere Mollaths von denen wir nur nichts wissen."

http://www.internet-law.de/2013/06/der-fall-mollath-ist-uber-den-einzelfall-hinaus-von-bedeutung.html

Aus einem Kommentar dort:

"Die Konjunktur der Maßregeln stellt kein isoliertes Phänomen innerhalb des Strafrechts dar sondern fügt sich nahtlos ein in eine Rechtsentwicklung, die vor allem in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts spürbar wurde: Schrittweise aber kontinuierlich entwickelt sich das Strafrecht von einem retrospektiv-reaktiven hin zu einem präventiv-proaktiven Instrument. Das ursprünglich schuldvergeltende Strafrecht mit einer präventiven Zweckbestimmung wird dabei zum Teil umgewandelt in ein Sicherheitsrecht."

http://www.strafverteidigervereinigungen.de/Strafverteidigertage/Ergebnisse/33_AG6_Jasch.htm

Und ich möchte da noch einen drauf setzen - auf die Gefahr hin, wegen unzulässiger Nazi-Vergleiche eins aufs Maul zu bekommen:

Das ist - zumindest bei dem o.g. Behinderten - die Fortsetzung der "Euthanasiepolitik" mit anderen Mitteln. Also schlechteste deutsche Juristentradtion, die nahtlos in die Weigerung passt, die eigene braune Seele anzuschauen und anzugehen. Was sonst, als diese nach wie vor braune Seele deutscher Juristen würde einen eigentlich gut gemeinten Paragraphen so abscheulich missbrauchen?

Den Hinweis darauf, dass das Organversagen eigentlich weit über den Rechtsstaat hinaus geht (S21, Taksim. Blockupy....) erspare ich mir, um das nicht noch weiter zu verzetteln.

Oberham 13.06.2013 | 16:01

.... mit Mollath treibt man Spielchen, die Steuerfahnder durften wenigstens ohne Betreuung in den Vorruhestand (übrigens gibt es da mehr Fälle).

Was unser Rechtssystem angeht, fürchte ich, ist es wie mit der Medizin, man kann Glück haben (noch) - man kan Pech haben (immer öfter denke ich) - doch steht man gegen machtunterlegte Interessen, braucht es schon extrem viel Glück, um Recht nach Rechtslage und nicht nach Interessenlage gesprochen zu bekommen.

Das ist doch das gruselige, mit Glück lebt es sich in manchen Breiten wunderbar, mit hemmungslosem Streben nach Erfolg kann der Mensch das Glück manchmal erzwingen - nur was ist das für ein Glück? Was ist das für ein Glück, das sich zum Privileg entwickelt?

Letztlich sind wir dann nicht über normale Keimlinge hinausgekommen, wo der Samen spießt, entscheidet der Zufall, steht schon ein etwas größerer Baum zu nah, wird es nichts werden mit dem Licht.

... übrigens im Spiegel wurde gestern schon gemahnt, die Leute würden zu radikal, es würde gedroht, und ich glaube hier beim Freitag hat man ja die Twitter-Geschichte auch schon besprochen.

.... also nach der letzten ARD -Reportage bin ich überzeugt, dass Mollath in wesentlichen Punkten die Wahrheit spricht und die Frauen hier werden mich jetzt zerreißen, aber - sollte er tatsächlich seine Frau vor Wut an den Schultern gepackt oder ihr gar eine Ohrfeige verpaßt haben, vielleicht sogar, gebissen haben - dann - sorry - wieder schlimm von mir - könnte ich nun erzählen, ich hab Frauen auch schon so in Rage gebracht, dass sie mich gebissen haben, mich getreten haben und ein Bügeleisen flog mir auch schon hinterher.

Ich war da nie unschuldig. Wobei - es ist doch müsig - Gewalt in Beziehungen ist extrem häufig, wenn man den Statistiken glaubt ist jedes fünfte Kind schon einmal mißbraucht worden - ähmmmm - wie groß müßten dann unsere Anstalten werden - sprich - dann können wir sagen, ok - Deutschland, die Welt - das ist die Anstalt!

Ich finde es schon beängstigend - wenn ich eine Merk im Interview sehe, wenn ich diese Frau sehe, wie sie völlig unberührt, ja lediglich genervt, Sätze formuliert, die in sich so widersprüchlich sind, dass man ihr keine Lüge vorwerfen kann.

Nach Ansicht der ....., Soweit festgestellt werden konnte (sie hat schlicht nur das festgestellt, was im ersten Wort steht - ....) usw. usf.

Gruselig ist die Dreistigkeit, mit der man auch die fachlich etablierten Fürsprecher von G.M. ignoriert.

Gruselig wird sein, wenn der Fall in Vergessenheit gerät.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer wäre, würde eine Frau Merk ihre Macht verlieren, die beteiligten Verantwortlichen in ihren unverdienten Ruhestand geschickt werden und die Wahlbeteiligung in Bayern so niedrig, dass die Mehrheit die Nichtwähler stellen.

Diesen kleinen Hoffnungsschimmer wird es nicht geben.

seriousguy47 13.06.2013 | 16:51

Nun, die Konditionierung beginnt ja irgendwann nach der Zeugung. Jedenfalls früher, als man früher glaubte. Und sie gehört zu den ganz normalen "Facts of life". Insofern scheint die Vorstellung einer gewesenen und/ oder wieder zu erstrebenden Tabula rasa Fiktion zu sein.

Demnach käme es also nicht darauf an, sich Konditionierungen prinzipiell zu entziehen, sondern kritisch mit ihnen umzugehen und das Beste daraus zu machen. Und das nehme ich für mich in Anspruch.

Wie so oft, dürfte es dabei eher um Balance als um "Entweder-Oder" gehen.

fahrwax 13.06.2013 | 21:23

Auf Hallig Hooge gibt es keine Windräder (also wenig Einsatzmöglichkeiten für die Sprengerei), der Bürgermeister dieser 107 Seelen-Gemeinde trägt den Namen Piepgras, ist gelegentlich trinkfest (trotz SPD Zugehörigkeit), strebt aber wohl ein ministrielles Pöstchen an.

Vorwiegend beschäftigt mich derzeit die politisch- moralische Aufrichtung desorientierter touristischer Horden.

Die Ureinwohnerschaft lebtt hier eh den Wahlspruch "lieber tot als Sklave": dieser Spruch steht auf der Fahne am Fähranleger, wird aber von den Ankommenden (bisher) leider viel zu wenig beachtet.

Ich arbeite daran.....

chrislow 13.06.2013 | 23:32

Du wirst dich diesen Einflüssen nicht entziehen können. Das mit dem kritisch betrachten, ist zwar immer gut, aber letztlich reicht eben die Kenntnis von Thema und Inhalt um Bewusstsein zu binden.

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Grund, warum es ein echtes Problem darstellt - vor allem dann, wenn kritische Verarbeitung dabei besteht. Die beschleunigte Konditionierung während solcher Situationen führt auch zu besonderen neurologischen Veränderungen - im Extremfall auch zur Neuro-Degeneration. Ein Anzeichen für das ist Sehschwäche, Kopfschmerzen und instabile Psyche (also auch schon einfache Gemütschwankungen).

NielPüsch 14.06.2013 | 03:56

Kleinkünstler am Werk?

Früher gab es Geheimräte. Gibt es heute womöglich Geheim-Kabarettisten? So geheim, daß sie es einem nicht verraten, daß man es nur durch die oft durchbrechende selbtkarikative Handlungsweise bemerkt?

Man weiß es nicht wirklich. Aber es würde alle justitiellen und "gutachterlichen" Handlungen im Falle Mollath zufriedenstellend schlüssig erklären können.

Oberham 14.06.2013 | 09:36

... gestern hab ich so ähnlich geschlossen, hm, ich mag keine Flaggen, oder vielleicht doch? (hast du den Blog auf der Hallig gelesen?...- hätt mich über einen kurzen Wortpops gefreut)

Wenn sie so im Wind flattern, da hat schon was, früher hatte man da nicht immer versucht den mit der Flagge als erstes zu treffen, muss ja ein eicht toller Job gewesen sein, Ticket in die Freiheit (fast) garantiert.

seriousguy47 14.06.2013 | 12:34

Vorläufiger Abschluss meinerseits:

In einem Meinungsbeitrag in der SZ wirft Heribert Prantl angesichts des skandalösen Verhaltens der bayerischen Justiz dieser „Freiheitsberaubung durch Unterlassen“ vor:

Das Recht auf Freiheit für Menschen, die mit einiger Wahrscheinlichkeit zu Unrecht verurteilt wurden, ist nicht weniger wert als das Freiheitsrecht derer, die noch nicht verurteilt sind. Wenn alle Alarmglocken schrillen, kann die Justiz nicht den alten Trott weitertrotten.

Im Fall Mollath gibt es seit Monaten Daueralarm. Ausgelöst wurde er nicht durch einen Missbrauch von Notrufen; dafür steht schon die Staatsanwaltschaft Regensburg: diese selbst hat nämlich, schon vor Monaten, den roten Knopf gedrückt - mit einem Antrag auf Wiederaufnahme zugunsten des Verurteilten.“

Vor diesem Hintergrund bedauere ich meinen ironischen Titel für diesen Beitrag, der den Schuldigen vorschnell und ungewollt zubilligt, nicht als Kriminelle eingestuft werden zu müssen....;)

Oberham 14.06.2013 | 19:09

Ich hab reingelesen, .... na hoffentlich lassen die mich Wald in Ruhe - übrigens ich hab einen Lehrer kennengelernt, der ist auch ausgestiegen und wohnt nun zwei Hügel weiter in einer Hütte mit einer alten Frau.

Wir haben uns zufällig beim spazieren getroffen.

Wir haben uns gefunden und sind jetzt manchmal zu dritt in ihrer Hütte beieinander - trinken wundervoll schmeckenden Kamillentee ;-) - schöne Stunden.

Er bekommt keinen Cent vom Staat, da er selbst den Staatsdienst verlassen hat - aus Protest.

Vielleicht kann ich ihn mal dazu bewegen hier zu schreiben, doch er ist noch viel konsequenter - kein I-net - kein TV - er sagt, er mag sich nicht mehr den Irrsinn der Realtiät jenseits seines Blickfelds antun.

Mal sehen - entweder ich hau hier ab, oder er kommt doch mal rein -

seine ´Methode hab ich mir auch schon x-mal überlegt - nur - noch macht es mir auch ein kleine wenig Hoffnung - so naiv das auch sein mag.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 15.06.2013 | 07:56

ja, lieber fahrwax, ich weiß ... und wüßte nicht, wie ich das haifischbecken nordsee-touristen unbeschadet überstehen würde ... aber bist du nicht dort, um deren geld für dein überleben abzuzapfen?

hmmm ... eine ethische realität finde ich nur in kleinen schattigen nischen ... sehr fragil ... viel dünnes eis ... ich bau mich dann an dem trotzdem von snowden auf ... und mach die augen auf, um die kleinen, unsichtbaren helden des alltags nicht zu übersehen und ihnen mut zu machen ... was interessiert mich die "realität" der arschlöcher???

Oberham 15.06.2013 | 09:55

Mein heutiger Spruch:

Wir haben unser Vertrauen verloren, doch wer mißtraut, hat seine Freiheit verloren.

Wer Vertrauen verrät, ist somit nichts geringeres als ein Freiheitsberauber, doch zu Freiheitsberaubern, werden wir erzogen,

am Ende berauben wir uns gegenseitig unserer Freiheit, und just in dem Moment schaffen wir die uniformierte Gleichheit, egal wieviele Menschen wir mit den Leichtmetallfelgen, die uns so individuell über den Asphalt, der die Erde versiegelt,rollen lassen - hätten wir sie nicht gekauft, mit Nahrung und Vertrauen hätten beschenken können.

Desto mehr Geld einer hat, desto mißtrauischer ist er, jene, die Vertrauen, werden betrogen, belogen, doch irgendwie scheint mir das doch schön zu sein - sollen sie mich doch belügen, betrügen, bis zu dem Tag, da mein letzter Euro in ihren Taschen liegt - dann bin ich die ganze Zeit frei gewesen, und am Ende - tja - da bin ich frei und völlig ohne Mittel - dann werden sie mit dem Finger auf mich zeigen, ich hätte sie betrogen!

Avatar
Ehemaliger Nutzer 15.06.2013 | 10:19

vro ewiger zeit sah ich mal ein interview mit einem polnischen mann, keine ahnung mehr, worum es ging, doch seine ruhe und einfache gelassenheit zu den fragen, die er beantwortete mit " zwei dinge hab ich nie im leben gehabt: geld und angst" >>> hab ich nie vergessen >>> diese unaufgeregte klarheit der stimme und worte waren für mich eine art programm zum inneren seelenfrieden, das einen vielleicht einsam und isoliert machen kann, aber diese innere freiheit nie nehmen kann ...

Oberham 15.06.2013 | 10:54

ich hab Angst um meine Hunde, wenn ich sie frei laufen lasse - sie folgen ganz gut, aber nicht wie abgerichtete Jagdhunde - sie laufen ab und an einem Hasen hinterher - haben noch nie einen erwischt - ja - sie brechen sogar zu 99% ab, wenn ich pfeiffe.

Doch ich hab Angst, dass ein Jäger sie erschießt, da sie ja keine Rechte haben, Wild zu scheuchen, das dürfen nur die Treiber, die Traktoren, die Spaziergänger, die Jäger selbst - ich stell mir manchmal vor, wie ich dann mit dem Knüppel auf den Mörder zugeh - dann erschießt er mich in Notwehr und ich bin auch meine letzten Ängste los, vor allem die Trauer um die getöteten Tiere blieb mir erspart.

Nun, ich weiß inzwischen sehr gut wo das Wild so steht und achte auf den Wind, geht man mit dem Wind auf die Stellen zu, so ist das Wild längst fort, kommt man an - man muss darauf achten, dass die Witterung ermöglicht wird, so früh wie möglich.

Doch es gibt Jäger, die knallen jeden Hund ab, sobald sie sehen, dass der Mensch zum Hund den nötigen Abstand aufweist.

Es ist die Macht und die Selbstgerechtigkeit, die das Recht ihnen gibt.

Hier ist der Rechtsstaat ganz klar!

Ansonsten hab ich keine Angst.

Würde ich ein Flüchtling abstechen, da er mich als Mitglied eines ignoranten, verfluchten Stammes betrachtet, ich wäre nicht überrascht, ich hab keine Angst davor, dass mich einer absticht, doch ich fände es wesentlich berechtigter, als dass ein Jäger einen Hund erschießt.

Vielleicht hab ich auch darum nur Angst um die mir anvertrauten Hunde, da es Unrecht ist, was Recht ist!

Ich glaube nicht, dass Hunde gerne an einer Leine gehen.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 15.06.2013 | 11:25

verstehe dich gut ... um meinen hund hatte ich auch immer angst ... aus den gleichen gründen, wie du ...

einmal kam er nicht wieder zurück aus dem wald und ich sah ihn schon mit aufgeschlitzten bauch durch eine kampflustigen bache, die in der nähe hörbar unterwegs war, nach ewigen suchen und rufen und pfeifen sah ich dann was hinter den büschen ... es sah wie ein flirt mit der bache aus ... kluge, liebe tiere, dachte ich und der hund hat sich dann auch wieder an mich zurück erinnert ...

Berufsjugendlicher v2.0 15.06.2013 | 11:39

Leider ist es völlig unwichtig, ob Mollath schuldig oder unschuldig ist, weil strafrechtlich kann er nicht mehr belangt werden, nachdem man ihn in die Klappse verschoben hat. Ich glaube auch nicht, dass Zwangseinweisungen hierzulande die Spitze eines Eisberges bei der Psychatrisierung sozialer Probleme sind. Der Freitag vom 6. Juni hat ja den Titel "Ein Fall für den Psychiater". Viele rennen den Weißkitteln die Bude ein, die Individualisierung und Verschiebung sozialen Verfalls in medizinsche Zuständigkeit nützt den Ärzten, Psychologen, Heilern etc. und schadet der Gesellschaft. Andererseits wird es immer schwieriger schnelle und qualifizierte Hilfe zu finden, wie Frau Baureithel in ihrem Beitrag.eindrucksvoll aufzeigt. Zeichen der Aufkündigung der Solidarität in der Gesellschaft finden sich bei Pflegschaften, Behinderte, Aussonderung Behinderter aus dem Arbeitsleben, Heimeinweisungen, Armut im Alter oder Vernachlässigung junger Menschen. Über die sich verfestigende Spaltung lässt sich eindrücklich Georg Schramm aus.

Oberham 16.06.2013 | 18:26

....gerade dies nehm ich dem - wirklich genialen - Schramm übel, er gibt auch ganz offen zu, dass er sich in der "bürgerlichen" Gesellschaft, in die er es "geschafft" hat aufzusteigen, wohlfühlt und die Annehmlichkeiten nicht missen mag.

Leute, solange Ihr auf die Ánnehmlichkeiten nicht verzichten wollt, solange werdet ihr rein gar nichts bewirken, dann - kommt Gewalt ins Spiel - sich mutig von Panzern plattwalzen zu lassen (oder anders sein Dasein auszuhauchen) hat eben auch keinen Zweck - nur wenn wir die Hebel erkennen, wo wir wirken können, werden die Etablierten Probleme bekommen - doch wie soll ich sagen, für Euch erscheint z.B. mein Weg der Konsumverweigerung ähnlich, als würdet Ihr Euch Löcher in das Schiff bohren, in dem ihr selber hockt, egal ob das Schiff Kurs auf einen Hafen nimmt, dessen Zweck ein Schlachthaus offenbart.

Ihr müsst schwimmen lernen, vielleicht erreichen wir ein Ufer, dieses Vielleicht - ist mir jedenfalls lieber als der vorhersehbare Hafen.

Im Übrigen, wer einen wirklich sinnvollen Beruf ausübt, der kann doch ganz locker mit seinem Geld statt Konsum - z.B. Nachhilfe für sozial schwache Kinder organisieren, durch gute Schüler der Oberstufe - vor allem, er könnte sich Zeit nehmen und mit Menschen ähnlicher Anschauung den Jugendlichen einen Weg zeigen, wie man Wissen nicht als Mittel zum Wettbewerb, sondern als Mittel zur Hilfe und zur Entwicklung versteht.

So kann jeder wirken, sinnvoll wirken - nur - der Konsum minimiert werden - in allen Bereichen.

Oberham 18.06.2013 | 10:46

Am Montag haben sie das beliebte Folterspiel "Entlassung - ätsch - doch nicht" mit dem armen Mollath gespielt.

Wie wird man Masochist? Gibts da einen Lehrgang? Dann könnte man doch in Bayern vor lauter Glück gar nicht mehr aufhören zu jubilieren, jeder zweite Passant ein potentieller CSU-Wähler, gutbürgerlich, völlig euronenkonditioniert und verschlagen, in so einem Millieu muss es doch für Masochisten geradezu paradiesisch sein, der Masochist geht dann nicht in den Wald, nein, der geht unter die Leute und hofft, bald eingewiesen zu werden - in irgend eine Anstalt, sei es nun eine Sparkasse, eine Behörde, ein toller Betrieb wie BMW, AUDI, MTU, MAN oder eines der vielen mittelständischen wunderbaren Unternehmen, oder eben ein BzKH.

Wohin das Auge blickt, Spielwiesen für Masochisten.

Schachnerin 25.06.2013 | 18:13

lieber seriousguy,

in der Netzlese ist ausgerechnet auf einen Artikel des Nordbayerischen Kuriers verlinkt.

https://www.freitag.de/

Daß Gustl Mollath in den Bundestag will, stimmt nicht, das hat der Nordbayerische Kurier erfunden.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/154513

http://www.sueddeutsche.de/bayern/wahl-ente-mit-gustl-mollath-frau-merkel-muss-keine-angst-vor-mir-haben-1.1704532

Diese Seite ist in einem Kommentar verlinkt.

http://www.humana-conditio.de/?p=257

Eine seltsame Rolle bei der ganzen Geschichte spielen die stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT Sabine Rückert und Beate Lakotta, die für den Spiegel schreibt.

http://www.zeit.de/2012/51/Mollath-Bankenskandal-Steuerhinterziehung

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/fall-gustl-mollath-beate-lakotta-ueber-die-zweifel-an-der-opferrolle-a-873836.html

netizen 08.09.2013 | 16:22

Mollath Gutachen von Dr. Leipziger, Prof. Kröber und Prof. Pfäfflin wurden veröffentlicht und analysiert: Oliver García schrieb am 26. August 2013: "Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, aufgrund von Schriftstücken dieser Qualität würden Gerichte die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus anordnen – ich hätte ihn für verrückt erklärt."http://blog.delegibus.com/2013/08/26/

Am 05.09.13 Justiz siegt Mollath vor dem Bundesverfassungsgericht