holunder

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holunder
RE: Der Wulff und die bösen Medien | 10.01.2012 | 15:59

„Warum stellt sich die linke Öffentlichkeit nicht eindeutiger gegen diesen Präsidenten?

Am Ende kann sich einer wie Wulff über solche Linke freuen, weil sie ihm den Rücken von Kritik von dieser Seite freihalten. Zwar aus Gründen, die ihm nicht passen mögen - aber das muss ihn ja nicht kümmern.“

Ein sehr gelungener Beitrag, der das Thema für mich auf den Punkt bringt!
Wie so oft stellen sich „die Linken“ leider mal wieder etwas zu sehr als intellektuelle Individualisten dar, die vor allem gern beweisen, dass sie den jeweils größten Durchblick haben (siehe Leserbrief).
Hierbei verzettelt man sich in gegenseitigem Überbieten, wer z.B. das größere Hintergrundwissen hat, die jeweiligen Geschehnisse besser einschätzen kann. Die Geschehnisse selbst scheinen nur noch schmückendes Beiwerk zu sein.
Dabei verliert sich offenbar der Blick für das Wesentliche (im jetzigen Fall: Wulffs Verhalten geht gar nicht für einen Bundespräsidenten), ein gemeinsamer Nenner kann nicht dauerhaft gefunden werden. Wirklich ein tolles Geschenk an alle links-Kritiker. Bleibt die Frage, was diese intellektuelle Analysen-Battle bringen soll…
Und wie geht es darüber hinaus zusammen, auf der einen Seite politisch dafür einzustehen, dass jeder Mensch in diesem Land einen Wert hat, es keine klischeehafte, dumme Unterschicht (Hartz4 für Alkohol und Zigaretten) gibt – auf der anderen Seite aber diese zahlreichen Menschen als unmündigen Mob darzustellen, der sich von den Medien „vor den Karren spannen lässt“, unfähig, sich aus den zahlreichen Informationsquellen seine eigene Meinung zu bilden! was denn nun? Sind wir links und wollen eine gerechtere Gesellschaft oder sind wir einfach nur zu schlau und weitsichtig, haben schon längst alles und jeden durchschaut, leider aber im Grunde nur resigniert?
Geht sowieso alles nicht mehr (Medien und Politik – alles eine korrupte Soße… nach dem ersten Wulff kommt der zweite Wulff…) – das ist schön bequem, da kann man ordentlich meckern oder wahlweise alles besser wissen, aber handeln muss man nicht mehr. Eine Entscheidung treffen, was ändern oder mal mit jemandem, der einem nicht "ebenbürtig" erscheint, am gleichen Strang ziehen- das wäre vielleicht weniger einfach aber doch eine positive Option.