RE: Ein Schatten, der nicht vergehen will | 14.11.2018 | 20:49

"Denn: Fritz Sauckel, der NS-Generalbevollmächtigte für den Bereich Zwangsarbeit habe unter dem Motto »Maschinen muß man pflegen« Mißhandlungen sowie Disziplinierungen etwa durch Essensentzug ausdrücklich untersagt."

Unglaublich, wenn ich das richtig verstehe und mit "Maschinen" die Zwangsarbeiterǀinnen gemeint waren - ein aufschlussreicher Exkulpationsversuch. Hatte aber natürlich seine brutale Logik, und, seien wir ehrlich, die Logik lebt fort.

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 12.11.2018 | 01:02

"Sozialdemokraten ging es eigentlich immer vor allem darum, den Leuten ein bisschen mehr zu geben."

Vielen Dank für die Almosen.

Was für ein Jargon. Zum Kotzen.

RE: Macrons magical history tour | 10.11.2018 | 11:28

Reines Expertenwissen - und eine Mindermeinung!

RE: Macrons magical history tour | 08.11.2018 | 20:43

Korrektur, Namenschlamperei taugt nix:

Paul McCartney

RE: Macrons magical history tour | 08.11.2018 | 20:39

Klasse Beitrag.

"Macrons Magical History Tour is hoping to take you away/ Hoping to take you away, take you away"

In Brighton, wo zum Beispiel auch Paul Mcartney eine Bleibe hat, wurde der Royal Pavilion während des 1. Weltkriegs als Lazarett benutzt für indische Soldaten, die im Namen des Britschen Empire verheizt wurden.

Ist natürlich jetzt nicht sehr elegant ausgedrückt.

RE: Ein Gag, der keiner war | 07.11.2018 | 20:17

Bislang kannte ich nur eine knappe Erklärung von Serdar Somuncu, die auch in einem der Kommentare hier auftaucht, aber diese Stellungnahme auf seiner Website ist natürlich noch etwas ganz Anderes - Danke für den Link.

Dort betont Somuncu nochmals, dass alles abgesprochen war.

Einem Spiegel (SPON)-Beitrag ist demgegenüber zu entnehmen, dass er (Polak) [nicht abgesprochen und inszeniert] "von der Bühne gejagt" worden sei (siehe hier), eine wohl der Schilderung im Buch folgende Darstellung. Nun müsste man also, um den Ausgangspunkt, nämlich die damalige Performance richtig beurteilen zu können, sowohl die entsprechende DVD als auch das Buch von Polak kaufen... ("Sie haben ihr Ziel erreicht").

Nun finde ich nach wie vor, dass die Inszenierung damals eher zu einer Abi-Feier der Antifa-Abteilung der Abschussklasse am Ballermann auf Jägermeister-Acid passen würde, also unelegant ausgedrückt total daneben war, sehe aber auch, dass die Sache eine ungute Gewichtung bekommt (Serdar Domuncu: "Mithilfe einer undifferenzierten Berichterstattung entsteht dadurch ein Skandal, bei dem sich niemand um die Umstände kümmert und noch nicht einmal fragt, ob es nicht andere Dinge gibt, die dringender zu besprechen wären.")

Und ja, "Herr B. schafft es immer wieder, dass auch lange, interessierte und interessante Auseinandersetzung bestenfalls die unvereinbaren Standpunkte präzisiert..." (siehe hier), was zu wahren Differenzierungsorgien führt (ja, es ist völlig abwegig, das Schmähgedicht zu feiern, weil... Nein, deshalb soll ja trotzdem nicht das Strafrecht bemüht werden.../ Ja, die Inszenierung war nichts weiter als fortgesetztes Pennälertum... Nein der Vorwurf des Antisemitismus... & so weiter und so fort).

RE: Der antisemitische Witz | 05.11.2018 | 19:20

Das stimmt.

Es handelt sich ja auch um einen von mir zitierten "Block" aus Deinem Beitrag, mehr weist mein Kommentar nicht aus - keine Rede von einem "fremden Zitat".

Mein Unbehagen rührt von der Sprache her, das habe ich klar zum Ausdruck gebracht, und der aus diesem sprachlichen Ausdruck meiner Auffassung nach hervorgehenden diffusen Argumentation, ein heikles Kapitel, aber durchaus ansprechbar, denke und hoffe ich.

Das von mir zitierte Beispiel deutet darauf hin, was ich meine: "Die brachiale Verflachung scheint heute pflichtbewusst" - der Verflachung selber, so brachial sie auch daherkommen mag, kann ich kein Pflichtbewusstsein zuschreiben.

Und so weiter - ich glaube sehr, dass wir einer möglichst präzisen Sprache viel Augenmerk widmen sollten, in diesen Zeiten, angesichts der Netzwerkexzesse... ein weites Feld.

P.S.: Im übrigen gibt es hier (dF) eine Diskussion über den neuen "Böhmermann-Fall", in der kommentarweise auch DAS TUCHOLSKY-ZITAT angesprochen wurde (hier Smiley einsetzen).

RE: Der antisemitische Witz | 04.11.2018 | 19:41

"Der daraus gezogene Freischein der unreflektiven Konfrontation wird dabei als gesetzt hingenommen, in dem der Antifaschist Kurt Tucholsky herangezogen wird. Tucholsky schrieb 1919 im Berliner Tageblatt, dass die Satire alles dürfe. Dieser Leitspruch wird heute inflationär als Schutzbehauptung herangezogen, um so Kritik an strukturellen Rassismen zu unterbinden. Die heutige Form der Satire, wie sie auch Jan Böhmermann, Serdar Somuncu und auch Oliver Polak verwenden, ist jedoch eine in sich selbst gespaltene Massenware geworden. Die Satire ist ein politisches Instrument als Kritik an herrschende Zustände gedacht gewesen. Die dadurch erfolgte Schärfe dient der überspitzten Offenlegung des zu kritisierenden Themas. Ihr originär fremd war die zweckbestimmte Aneignung als „kritische Verkörperung“. Doch die brachiale Verflachung scheint heute pflichtbewusst, gemäß der Logik: nur das Laute steht im Recht."

Derart lange Zitate sollten die Ausnahme bleiben, aber in den zitierten Zeilen findet sich exemplarisch, was dem Beitrag sprachlich, logisch, argumentativ fehlt.

Vielen Dank für die Empfehlung, aber so ist es wohl: "die brachiale Verflachung scheint heute pflichtbewusst" - wenigstens eine, die Pflichtbewußtsein zeigt oder zumindest pflichtbewusst zu sein scheint.

RE: Der Pawlow’sche Mann | 04.11.2018 | 18:59

Finde die Überschrift genial.

In ihr findet sich eine ganze Welt, eine ganz eigene Welt.