RE: Auf die Dr. Nüßlein | 08.05.2021 | 21:13

"Millionenprovision für Tochter von Ex-Generalsekretär Linke wirft CSU »Clankriminalität« bei Maskenbeschaffung vor

Mehr als 30 Millionen sollen bei dubiosen Maskendeals allein an die Tochter des früheren CSU-Generalsekretärs Tandler geflossen sein. Die Linke fordert eine Rückzahlung der Summe."

Im Beitrag heißt es: "Andrea Tandler ist die Tochter des früheren CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler. Für Maskenlieferungen der Schweizer Firma Emix erhielt sie laut einem Bericht von WDR, NDR und »Süddeutscher Zeitung« mit ihrer PR-Firma Little Penguin GmbH zwischen 5 und 7,5 Prozent Honorar und Provision. Gemessen an der Gesamtsumme von Lieferungen an deutsche Ministerien bedeute das einen Anspruch von 34 bis 51 Millionen Euro. Ein großer Teil der Summe sei tatsächlich geflossen." Und: "Wie der SPIEGEL bereits im Januar berichtete, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei den Verhandlungen über Maskenlieferungen auch persönlichen Kontakt mit Tandler. Angebahnt wurde dieser über Monika Hohlmeier, CSU-Politikerin und Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß. Tandlers Name habe ihm »erst mal gar nichts ge­sagt«, so Spahn im Gespräch mit dem SPIEGEL. Er habe mit der PR-Beraterin »te­le­fo­niert und Mails aus­ge­tauscht« und »an ein oder zwei Stel­len« auch über Preise gesprochen."

PR-Firma. Maskenmaterialwert 40 Centplusminus. Zweistelliger Millionenbetrag als PR-Agentur-Vermittlungsbetrag. Öffentliche Hand (die das "auskehrt").

Alles klar. Unglaublich.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/maskenaffaere-linke-wirft-csu-clankriminalitaet-vor-a-2cf300ad-28e1-47c9-abe2-a189cf34d5b9

RE: Er liebt Wolken | 07.05.2021 | 16:52

All die Texte der -sogenannten- Wüstlinge, Rebellinen etc. usw., deren vordergründig maulheldenhaftes Gebaren: Ohne die Essenz der Zärtlichkeit, ohne die "zärtliche Zuwendung" kann das keine Tiefe, keinen Bestand haben - vielen Dank für den Beitrag, der das in dieser Zeit rüder anonymer Kürzeststatements hervorhebt.

Zum Punkt der Übersetzung von "L´Étranger" habe ich mal meine Ausgabe hervorgekramt, eine Lizenzausgabe (2001) der Gesamtausgabe des Carl Hanser Verlages (1992) in der Übersetzung von Friedhelm Kemp. Dort heißen die letzten Zeilen:

"Ich liebe die Wolken ... die ziehenden Wolken ... dort ... dort in der Ferne ... die wunderbaren Wolken!"

RE: Antrieb: hybrid | 05.05.2021 | 15:41

Zugegeben, originell geht 2021 anders, aber es muss ja doch gesagt werden:

Respekt vor dieser Vorstellungskraft, eines der schönsten Gaben, die uns Menschen (eigentlich) mitgegeben sind und die wir allzuoft zuwenig in Schwung halten - aber: Die in diesem Fall befeuernde Droge (→Unterstellung) KANN NICHT legal sein, oder?

RE: Hannah Arendt im Tessin: Sein statt Schein | 04.05.2021 | 16:42

Ja, der Song passt sehr gut, singt Otis Redding doch, um viertel vor Drei:

„But it seemed so natural, Hannah

That you and I are here

Just talking over cigarettes and drinking coffee”

Es gilt nur, genau hinzuhören.

Die „Soul-Ikone“ ins nächtliche Gespräch vertieft mit „der politischen Pop-Ikonie, zu der Arendt ebenfalls geworden ist“, wie es in dem schönen Artikel heißt, das hätte auch der Roman von Hildegard Keller reizvoll ausspinnen können: Sie trennen etwa 35 Jahre, was das Alter angeht, aber gewiss nicht, was Lebenserfahrung angeht - Erfahrungen, die Parallelen aufweisen.

RE: Der Professor und die Viererbande | 03.05.2021 | 19:26

„Vielleicht liegt der Ball unter anderem beim Verlag C. H. Beck, der 1943 die vierte Auflage von Nipperdeys und Huecks Kommentar zum faschistischen Arbeitsrecht veröffentlichte.“

…also bei dem Verlag, der auch die „roten Ziegelsteine“ herausgibt, jene Gesetzessammlungen, die sich eifrige Jurastudierende unter den Arm geklemmt hatten als Sinnbild für was auch immer… darunter, auch heute noch, in 134. Auflage 2021, 4440 S.: „Der Nipperdey“, die Textsammlung zum Arbeitsrecht.

Dank für den erhellenden Beitrag und insbesondere die Herausarbeitung der „Viererbande“. Der Bezug zu Klaus Adomeit war mir gar nicht bewusst. Meiner Erinnerung nach wurde die Lehrbuchausleihe der Unibibliothek (Bonn) im Bereich Arbeitsrecht von Hanau/Adomeit und Söllner & Zöllner dominiert. Ich hatte die zwei Rowohlt-Taschenbücher von Wolfgang Däubler; das Werk wurde dort aber nicht als so recht zitierfähig angesehen.

RE: Antrieb: hybrid | 02.05.2021 | 17:27

+@w.endemann

„Ach lieber Wolfgang, sinngemäss so habe ich hier auch schon mal geschrieben, und wieviel Zustimmung gab es?“

Beiderseitige Zustimmung – und am Gewicht der Gelse´schen Stimme gibt es ja keine ernsthaften Zweifel, nirgends.

RE: Heult doch! | 27.04.2021 | 19:49

"Da guckt einer von oben drauf und sagt, so etwas Jämmerliches."

Damit ist jetzt aber nicht so etwas wie ein Gott gemeint? ;-)

RE: Vergelt’s Gott, Bayern | 27.04.2021 | 19:43

"TRIEBLINKS am Großen Alpsee. (Nomen est omen.)"

Trieb[→]links - hat sich der Verdacht also bestätigt, wie schon festgestellt (nomen est omen). Hatten wir und die anderen immer schon gewusst, im Guten wie im Schlechten.

Die "Lager" sind aber manchmal schwer auseinanderzusortieren. Wie siehts da mit den sinnenfroheren bayrischen Katholiken und den stieseligen Protestanten (w/m/d/xy) aus?

RE: Warum ging diese Aktion nach hinten los? | 26.04.2021 | 20:49

"Ein eigener Standpunkt wird nicht sichtbar. Die Kritik bleibt ungerichtet, ziellos."

Ja, den Eindruck habe ich auch (ohne jetzt alle "Stellungnahmen" angesehen zu haben).

In dem Zusammenhang schrieb ich in einem Kommentar unter dem "benachbarten" Artikel von Michael Angele:

Eines finde ich seltsam: Die ganze Diskussion schwebt, wie das häufig der Fall ist, auf einem gewissen Abstraktionsniveau, ohne dass genauer herausgearbeitet wird, wer denn eigentlich was genau (vor)formuliert, ja, GESCHAFFEN hat.

Schauspieler/innen zählen zu den sog. Ausübenden Künstlern, das heißt, sie stellen als Interpreten Figuren aus Werken von Urhebern nach (Drehbuch, Theaterstück etc.) oder deklamieren einen Text, was der Sache hier am nächsten kommt.

Nun habe ich bei der Debatte den Eindruck, als wenn die Beteiligten unterschiedslos davon ausgehen, dass die Schauspieler/innen die Texte selber verfasst hätten. Das ist aber wohl nicht, zumindest nicht durchgehend der Fall.

Immerhin hat der SPIEGEL (SPON) gestern abend einen Beitrag veröffentlicht, der ein bisschen auf die offenen Fragen eingeht. Dort heißt es:

Unklar bleibt zunächst, was genau Motivation und Zielrichtung der Kampagne ist, wer sie initiiert und koordiniert hat. Das Impressum der Homepage nennt eine Münchner Firma namens Wunder Am Werk GmbH, dessen Geschäftsführer sagt dem SPIEGEL einen kurzen Satz: »Das ist Kunst.«

Soweit, so bekannt. Immerhin erfahren wir aber auch, dass Kommissar Lannert alias Richy Müller "wenig über die Aktion gewusst und auch nicht nachgeschaut [habe], mit wem er zusammen auftritt. Auch habe er weder geahnt, dass die Wunder am Werk GmbH hinter der Aktion steckt, noch habe er sich seinen Text selbst ausgedacht."

https://www.spiegel.de/kultur/allesdichtmachen-chronik-ein-deutsches-debattendesaster-a-ef30b6a6-ece6-4501-bbed-2b9a4a45ae15

Die nicht so unwichtige Frage für mich lautet, hat da eine (Werbe?)Agentur das gesamte Konzept, das Script geschrieben, oder welche Texte sind von den Schauspielern selber verfasst worden?

Indem sich die Schauspieler/innen eingangs der deklamierten Texte mit ihrem bürgerlichen Eigennamen vorstellen, suggerieren sie, ihre jeweiligen Texte selbst verfasst zu haben. Bei Hanns Zischler etwa, den ich mindestens so sehr als Autor wie als Schauspieler ansehe (→Kafka geht ins Kino), kann ich mir auch schwerlich etwas anderes vorstellen. Bei anderen ist das anders.