Ein unverstandener Präsident & ein ungeduldiges Volk

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Jetzt wurde er „demontiert“ wie der Spiegel schreibt. Barack Obama, Hoffnungsträger der USA, und die Demokraten verlieren die Mehrheit im US-amerikanischen Abgeordnetenhaus.

Wenn Kandidaten wie Sharron Angle tatsächlich eine reale Chance haben, als Abgeordnete gewählt zu werden, wird die gruselige Situation erst erfassbar. Angle ist Teil der Tea-Party-Bewegung und möchte der Kirche mehr Einfluss in die Regierung geben, ihren Wahlkampf bezeichnete sie als „Mission für Gott“. Da wundern weitere Auswüchse wie die öffentliche Verbrennung des Korans nicht mehr.

Die Amerikaner sind ungeduldig geworden mit ihrem Präsidenten, obwohl sie dort einen Menschen vor sich haben, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern wirklichen Einsatz bewies. Kein anderes Staatsoberhaupt der USA hat so viele Reformen, die für gänzlich unmöglich gehalten wurden, angepackt. Es ist traurig, ihn dafür zu kritisieren, dass seine Erneuerung des Gesundheitssystems abgespeckter ist als geplant. Erst durch Obama wird es in Zukunft die Aussicht auf weitere Veränderungen geben.

Wer heute darüber plagt, erkennt den Wert dieser Präsidentschaft nicht. Da sitzt jemand, der sich trotz aller Unruhe traut, alte Wunden zu pflegen. McCain hätte allem Anschein nach keine Limitierungen für die Börse ausgehandelt. Seine damalige Vizekandidatin Sarah Palin überzeugt auch jetzt nicht mit irgendwelchen Vorschlägen, stattdessen bewegt sie sich in einer Sammlung aus Wünschen eines konservativen Lagers, das darüber klagt, seines Landes beraubt worden zu sein. Glenn Beck, Palin, die Tea-Party, sie alle sind nicht an wahrlicher Veränderung interessiert, sie wünschen sich eine USA zurück, die Werten entspricht, die in modernen Zeiten zweifelhaft sind und höchstens den Ansprüchen irgendwelcher Disney-Filme genügen.

Man kann nicht müde werden zu erwähnen, dass Obama ein Land in einer katastrophalen Verfassung übernahm. Dieser unglaublich großen Aufgabe mächtig zu werden, ist im vollen Umfang sicherlich nicht möglich, aber einen fähigeren Menschen als Obama an dieser Stelle hat die politische Auswahl in den USA bisher nicht zu bieten. In einer entfernten Zukunft wird ihm mehr beigepflichtet werden als zu diesen Zeiten.

- von Pell

mehr…



Der Autor bei Twitter | Das Netzfeuilleton bei Twitter | Artikel als RSS abonnieren

11:01 04.11.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

SheephunteR

Medien, Meinung, Kultur.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare