RE: Der Wahnsinn hat Methode | 17.07.2015 | 00:45

konkret mit jedem Kauf(!), in aller erster Linie Aufträge erteilt und auslöst

Lieber GEBE, hier irren Sie gewaltig. Wenn ich ein Päckchen Nudeln kaufe, so bestätige ich alle an der Produktion daran beteiligten, aber ich habe nichts zu bestellen, also zu beauftragen.

Genausowenig hat der Wähler irgendetwas zu bestellen, es gibt nur einen phantasierten Auftrag des Wählers, eine große Koalition zu bilden qua Wahlergebnis. Wahlen dienen der Legitimierung des Politpersonals, nicht der Willensbildung des Souveräns; und wenn ich beim Bäcker Brötchen kaufe, dann erteile ich keinen Auftrag, sondern befähige den Bäcker, weiterhin Brötchen zu backen. Oder plötzlich irgend etwas anderes zu tun. Auftrag, also Weisung, ist da nicht.

Von dem abgesehen - ja, wem ich mein Geld gebe, den unterstütze ich. Aber wie Sie selbst aus Ihrer Befassung mit HartzIV-Themen wissen - sehr schön und augenöffnend auch Ihre Einlassung zu Krise, Dilemma und Freiheit - ist es bei weiten Teilen selbst mit der Wahlfreiheit nicht weit her, geschweige denn, daß bei dort Macht wäre, Aufträge zu erteilen.

saludos,
0--gg-

RE: Der Wahnsinn hat Methode | 16.07.2015 | 20:50

Es geht überhaupt nicht um eine Schuld-Frage.

Strohmann-Argument; ich schrieb

Die Apathie von Hinz & Kunz an Verzichtangst fest zu machen

und erst im zweiten Teil des Satzes darum, daß "der Stammtisch" "beschuldigt".

Es geht um Korreletionen u n d Kausalitäten inbezug auf Tun und Lassen.

Ja, nichts anderes schrieb ich. Und es geht um die Zwänge in denen der Protagonist des eigenen Lebens jeweils steckt; das ist beim Kapitalisten nicht anders als beim Arbeiter. Ich wehre mich dagegen, das Komsumverhalten als ursächlich zu sehen. Dann schon eher die Konkurrenz, aber auch die ist Folge.

saludos
0--gg-

RE: Pistole am Kopf | 16.07.2015 | 20:02

Das Retten unserer Banken war um Einiges sinnvoller, als das Bezuschussen Griechenlands oder finden Sie nicht auch, dass "wir" gut aus der Finanzkrise gekommen sind.

Daniel Meister pullt einen Pofalla und erklärt die Finanzkrise für beendet.

Tsss....

RE: Der Wahnsinn hat Methode | 16.07.2015 | 19:48

"Burnout" (spezieller Ekel vor sich selbst)

Ich kenne das als speziellen Ekel nicht nur vor mir selbst, sondern auch der Verhältnisse, ich die ich mich - womöglich schuldhaft - selbst begeben habe, sprich: dieser ganzen abgeschmackten Welt, dieser irrwitzig im Kreis herum gejagten Leistungsgesellschaft.

saludos,
0--gg-

RE: Der Wahnsinn hat Methode | 16.07.2015 | 19:44

sondern eine relativ kleine Clique

nämlich die 0,1% - wenige tausend Familien - wohin alles Geld gezogen wird wie zu einem schwarzen Loch, weil in der Hierarchie ihrer Handlanger "Reichtum" (und die damit verbundene Macht - nicht die damit verbundene Verantwortung!) wesentlicher Bestandteil des Lebenserfolgs ist.

Wenn ich nur erinnerte welcher Rabbi in welcher spanischen Stadt im Goldenen Zeitalter es war, der folgendes sagte, könnte ich viel besser zitieren:

Das Neugeborene hat die Hände zur Faust geballt,
denn es will in dieser Welt viel greifen.

Der Sterbende hat die Hände offen,
denn er kann aus dieser Welt nichts mitnehmen.

Jedenfalls nichts inkompatibles. Und ich wage zu bezweifeln, daß Reichtum anhäufen als Selbstzweck oder Mittel des Selbstgenusses irgendwelche Mitnahmeeffekte auslöst.

Die Apathie von Hinz & Kunz an Verzichtangst fest zu machen ist indessen genauso wohlfeil wie das Beschuldigen von Randgruppen oder Buhmännern wie z.B. Schäuble als Verursacher der Misere, und wird schon dann demagogisch wenn man die Zusammenhänge zum mindesten auch nur erahnt.

saludos,
0--gg-

RE: Pistole am Kopf | 15.07.2015 | 18:05

Das sehe ich noch nicht so. Ich finde vielmehr, dass Tsipras & Varoufakis sich großartig geschlagen haben

Richtig. Tsipras hat sich mit dem Referendum die Unterstützung der Bevölkerung gesichert, die Opposition hinter sich gebracht, das abgelehnte Memorandum mit im Grunde geringfügigen Änderungen- schaut man sich die Gesamtheit an dessen, was verhandelt wird, nämlich eine politische Alternative - selbst vorgeschlagen. Und die Gegenseite setzt noch eins drauf, zwingen ihn zum Unannehmbaren - ein gewaltiger Pyrrhussieg.

Tsipras hat die Gegenseite hervorragend vorgeführt. Die Notwendigkeit einer politischen Alternative ist in Europa auf der Tagesordnung und nicht mehr wegzureden, die Front der Technokraten bröckelt. Ganz große Klasse.

saludos,
0--gg-

RE: Strangulismen | 14.07.2015 | 18:19

nu sag nicht: das volk!

Nee nee. Nee, is klar Murat: das Volk muß sich nen guten Anwalt nehmen, der es vertritt!

Moment... oh, warte mal... das...

saludos,

0--gg-

RE: Strangulismen | 14.07.2015 | 16:15

und dann wie weiter?

IWF rauswerfen; Brüsseler Bürokraten unter demokratische Aufsicht stellen; Kassensturz in Europa (künstliche Schulden auflösen); diejenigen die den Raubzug veranstaltet haben hinter Gitter bringen; als erstes aber Schäuble des Amtes entheben und Merkel nach Meck-Pomm schicken.

Mal zur Abwechslung nicht eine Pleitebank, sondern eine gewinnbringende sozialisieren. Und so weiter.

saludos,

0--gg-

RE: Strangulismen | 14.07.2015 | 12:38

aber wohin?

In Richtung eines europaweiten Generalstreiks!

saludos,

0--gg-

RE: So rettet sich die Demokratie | 02.07.2015 | 20:11

Er scheint überhaupt gar kein Interesse an einem solchen inneren Wandel zu haben. Stattdessen geht er vielmehr eine unheilige Allianz mit nationalistischen und kapitalistischen Kräften in seinem Land ein.

Ach. Das tut er? Tsipras ist nicht sofort allmächtiger Grieche dadurch geworden,daß er gewählt worden ist und eine Regierung gebildet hat? Na sowas aber auch. Wer hätte das gedacht.

Alte Seilschaften zerlegen, Macht akkumulieren, Unterstützung für die als richtig erachteten Ideen und Maßnahmen bekommen - das alles braucht Zeit, das geht nicht in einem halben Jahr. Das geht auch nicht in einem oder zweien.

Sie scheinen die blauäugige Vorstellung zu haben, daß einem Macht durch den Akt einer demokratischen Wahl qua Amt uneingeschränkt zufällt. Schauen Sie mal in den Südwesten der Republik, und dort den Kretschmann genauer an. Was hat der sich für ein bissel Macht verbiegen müssen! Währenddessen geht der Wahnsinn S21 weiter und Stuttgart wird zugrunde gerichtet. Der Filz wächst indessen munter weiter im Verborgenen.