sianasta

Unter dem Pseudonym Anaïs Stamm schreibt eine in Frankreich lebende deutschsprachige Aktivistin und Sozialwissenschaftlerin.
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RE: Direkte Demokratie! Jetzt erst recht | 24.12.2009 | 17:04

Und er hat es wieder getan. Nachdem Herr Koenig in den vergangenen Wochen über den "politischen Islamismus" herzog, und sich damit klar innerhalb der rechten Schmuddelecke befand, glaubt nun ausgerechnet er einen Sinn darin zu erkennen, dass der Antiislamismus gesellschaftsfähiger geworden sei. Die guten Religionsanhänger will er von den bösen aussortieren. Dabei nimmt er sich das Recht heraus, die Kriterien festlegen zu dürfen und alles, was nicht seiner Weltsicht entspricht, wird verboten. Das hat schon fast faschistoide Züge. Die Religionsfreiheit wurde über Jahrhunderte erkämpft, viel Blut freier und unschuldiger Menschen wurde vergossen, um das zu ermöglichen was wie selbstverständlich in unserer Verfassung steht: die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet. Unter der Bedingung des rechtsstaatlichen Verhaltens, nicht unter der Bedingung dass es Herrn Koenig passt.

RE: Den Schaden angerichtet | 04.12.2009 | 04:10

Wahlbetrug hat die Linke allerdings begangen, aber nicht mit der dummdreist verheimlichten Vergangenheit ihrer Mitglieder, sondern mit den Inhalten des Koalitionsvertrags. Wenn sie nach den hoffentlich beschlossenen Neuwahlen viele Stimmen verlieren, wird das nur zum kleineren Teil an den Stasi-, zum größeren Teil an den Wahlkampf-Lügen liegen. Eine Linke die mit machtgeilen OpportunistInnen durchsetzt ist braucht wirklich kein Mensch.

RE: Wichtige Blogs | 01.12.2009 | 05:24

Eine der wichtigsten Ursachen für die Unbekanntheit von Bloggerinnen hast Du sicher genannt. Die "Alpha-Blogs" bilden eine gemeinsame Tretmühle, dort beschäftigt man sich reihum mit ein- und demselben Thema. SWIFT hier, Kinderpornosperren da, glücklicherweise immerhin aus - konsequent durchgehaltenen - unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Diese Blogs bieten den LeserInnen einen Informationsvorsprung betreffend der Themen, die meist, jedenfalls aber wenn sie in einen Kontext eingebettet werden, von Interesse für die Allgemeinheit sind. Gesprächsstoff eben. Man könnte auch sagen, ein Männerklüngel, aber sie haben eben ihre Existenzberechtigung.

Dies zunächst als Argument zu der These, dass das Messverfahren als solches verfälscht und durch die Publikation der Beobachtung zusätzlich zur Tretmühle beiträgt. Das ist natürlich der Fall, und man kann dies meiner Meinung nach auch als diskriminierend bezeichnen, nicht nur gegen Frauen, auch gegen thematisch oder regional oder sonstwie enger gefasste Blogs.

Rivva hat ja aber bereits eine thematische Aufteilung, was aber nichts an den Folgen ändert - weit und breit keine Frau zu sehen.

Man neigt nun dazu, Deinen Ausführungen bzgl. der Ungleichheit der Geschlechter in der Gesellschaft zu folgen und es dabei bewenden zu lassen.

Meine persönliche These zur Thematik kreist aber eher um die Behauptung, dass genau diese interessanten Themen rund um Politik und Gesellschaft im Netz zwar beliebt sind; um Politik zu machen oder die Gesellschaft zu prägen bewegt man sich aber besser ("effektiver", da größere Reichweite) in der realen Welt. Vielleicht sehen Frauen einfach nicht den Sinn, ihre Belesenheit einem kleinen Kreis zu beweisen, sondern wenden sie lieber an um wirklich etwas zu verändern. Hoffen wir's.

RE: Bildung für alle | 21.11.2009 | 05:30

"Bald wird sich wohl auch die Einsicht Bahn brechen, dass es noch sehr viel einleuchtender wäre, wenn sie den viel zu geringen staatlichen Ausgaben für Bildung und Wissenschaft und dem grundsätzlichen Scheitern der privaten Bildungsfinanzierung die Schuld dafür gäben, dass im sogenannten Bologna-Prozess ein horrender Mist herausgekommen ist."

A man can dream, a man can dream...

RE: Angst und Gereiztheit | 21.11.2009 | 04:54

Sehr schön, eine gute Herleitung der Probleme, die sich genau so an vielen anderen Unis ebenso darstellt.
Ich frage mich bloß - bei der hervorragenden Arbeit die hier gemacht wurde, wo bleibt da die Konsequenz? Wollt Ihr auf der Fahrt zur Demo am 24.11. in Leipzig nicht vielleicht auch mal über eine Streik-VV nachdenken? Die Gelegenheit ist günstig, jetzt oder nie!

RE: Jagd auf Lafontaine | 18.11.2009 | 17:44

Dazu die Pressemitteilung der Linksfraktion im Bundestag durch Ulrich Maurer:

„Mit diesem Artikel hat der Spiegel die Grenzen des journalistischen Anstands endgültig überschritten. Das ehemalige Nachrichtenmagazin ist zum Boulevard-Blatt verkommen. Mit dem Machwerk über Oskar Lafontaines Privatleben unterbietet der Spiegel ganz locker das Niveau der BILD-Zeitung. Die Augstein-Nachfolger sollten sich überlegen, ob sie bei einer so großen publizistischen Kongruenz nicht gleich mit Springer fusionieren sollten. Denn mit seriösem Journalismus hat die seit einiger Zeit betriebene Hass-Kampagne gegen Lafontaine nichts zu tun. Schade um die Bäume, die dafür ihr Leben lassen mussten.“

www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1216342355

RE: Ein gutes Leben | 16.10.2009 | 20:39

Ich bin ein wenig enttäuscht. Das wichtigste Argument in der Grundeinkommen-gegen-Arbeitszeitverkürzung-Debatte - die Umsetzbarkeit - bleibt leider unangesprochen.

Wie können wir von Gewerkschaften erwarten, sich für mehr Teilzeitarbeit einzusetzen, wenn dies doch den Interessen der Arbeitnehmerinnen entgegensteht? Sollen die betrieblichen Auseinandersetzungen, in der sich die Gewerkschaften derzeit schon schwer tun überhaupt eine Lohnerhöhung zu fordern und die Belegschaft zu erhalten, noch dazu mit dieser Forderung aufgeladen werden? Soll jeder Betrieb für sich allein gegen Hartz IV, die Regierung und den Aufschrei des Bürgertums ankämpfen? Und: wird die Kampfeskraft der Gewerkschaften nicht eher abnehmen, wenn zwei Arbeiter sich einen Arbeitsplatz teilen?

Leider liefert Frigga Haug diesmal nur eine Utopie, die nicht von der Arbeiterklasse gelernt wurde sondern ausgedacht.