Das neue N24

Satire Seit heute muss man sich ernsthaft Sorgen um Adolf Hitler machen
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Das neue N24

Screenshot N24

Sein Leid- und Magensender N24 – Deutschlands erster Nachrichtensender, der komplett auf News verzichtete – wurde heute vom Axel-Springer-Verlag übernommen. Eine Fusion, die Sinn macht: Der Verlag wurde mit der BILD-Zeitung groß, eine Publikation, die auch komplett auf Nachrichten verzichtet und stattdessen auf (manchmal) Halbwahrheiten setzt.

Nun aber zurück zum Führer (nicht Kai Diekmann), sondern dem Original: bis jetzt wurde N24 genutzt, um das Leben Adolf Hitlers in allen seinen Facetten (Hitlers Kriege bis Hitlers Hunde) darzustellen. Aber ist dies mit der Israel-Klausel des Springer-Verlags vereinbar? Droht Hitler nun endgültig der Untergang? Angst geht um in den Bunkern deutscher Medienmacher. Man fragt sich auch: Was wird auf Qualitätssendungen wie „Verschrottung XXL“ – vielleicht sendet N24 einfach eine Doku über sich selbst und zeigt, wie man abgewickelt wird.

Das Dickschiff Springer und der Flugzeugträger-Doku Spezialist N24 drücken zusammen die Enter-Taste und wollen das Fernsehen neu erfinden. Wir wagen einen Blick in die Zukunft und stellen neue Formate von N24 vor:

Lothar Matthäus „Die große Kuppel-Show“

Lothar Matthäus ist der geborene Host von „Die große Kuppel-Show“ – schließlich hatte der Rekord-Nationalspieler in seinem Leben jede Menge Frauen äh Mädchen. Leider hatte er bei der Konzept-Präsentation nicht genau hingehört (wie beim Alter seiner unzähligen Geliebten). So war er extrem überrascht, als er plötzlich in der Kuppel des Berliner Doms stand und über ein Bauwerk berichten musste, dass Älter war als alle seine Freundinnen, Frauen, One-Night-Stands und Mütter zusammen. Auch wirkte er etwas hölzern, als er dieses neue Kapitol seiner TV-Karriere aufschlug und im Kapitol über freitragende Brüste Kuppeln referieren musste.

Zukunftsaussichten: Ein erster Kino-Film mit dem Titel „Lass jucken Kuppel.“

Sylvie Meis „Die Meis ist heiß“

Sylvie bidde? Sie hat sich meisbietend an die BILD Zeitung verkauft. Und sie ist tzzzzzzzzzzz heiß! Da sie sich sowieso gerne in den Mittelpunkt stellt, dreht sich bei „Die Meis ist heiß“ alles um das holländische Meisje Sylvie Meis geborene van der Vaart (oder so). Die Spielidee: Kandidaten bekommen Bilder von Sylvie gezeigt und müssen erraten wie billig das ist. Sehr einfach und damit passend. „Dafür hat sie auf jeden Fall ein Supertalent“, so Dieter Bohlen. Während der Show erzählt sie alles aus ihrem Privat-Leben und stellt die jeweils gerade beste Freundin vor. In einer sehr langen Reihe lädt sie als Assistenten alle ihre ehemaligen Affären ein. „Die Meis ist heiß“ hat das Zeug zum echten Klassiker.

Zukunftsaussichten: Sie performt den Song „Amsel, Drossel, Fink und Meis“ in einem Uhu-Kostüm beim Bundesvision Songcontest für Bremen.

Franz-Josef Wagner „Letterman Late Show“

Franz Josef Wagner ist der Anachronismus des deutschen Journalismus: während alle schon auf 140 Zeichen Twitter umgestellt haben, ist er noch beim guten alten Bundespost-Brief, den Walter Sparbier in Uniform zustellt. Zudem säuft er immer noch wie ein Loch, während sich das neue mobil-flexible Reporter-Generation gar nicht mehr leisten kann. Wie auch? Wenn man wie die Huffington Post auf ein Nullkosten-Modell umstellt. Wagner hat nicht nur das Zeug zur Pizza, sondern auch zum Letterman des deutschen TV. Dem Faltengesicht Wagner geht ein Donnerlall voraus: Seine Briefe, die er um 5 vor 12 bei N24 verliest haben Sprengkraft und Visionen. Wenn man unter Sprengkraft und Visionen alkoholgeschwängerte Altherren-Fantasien aus dem 19. Jahrhundert versteht. Denn in Wahrheit ist es „5 vor 12“ für den Briefeschreiber der Nation.

Zukunftsaussichten: Franz-Josef Wagner stellt seine Ernährung um – der Mariacron kommt vom Regal in den Nachttisch.

Kai Diekmann „Hpstr – die Start-Up Show“

Er ist jung, lustig, innovativ, trägt einen Bart – Klaas Heufer Umlauf. Kai Diekmann wär das auch gern alles, aber so ist das nun mal bei einem akuten Anfall Midlifecriseritis: man ist es nicht. Trotz Bart, Brille und einigen Monaten im Silicon Valley. Trotzdem oder gerade deswegen: Kai Diekmann übernimmt „Hpstr – die Start-Up Show“. Dort stellt er im grungigen Holzfäller-Hemd Neugründungen im digitalen Bereich wie den Axel-Springer Verlag vor (#übelstweltraum #geilon). Denn der erfindet sich ja auch gerade selbst neu. Doch wir wollen das Hashtag nicht vor dem Abend loben. Spannend wird es sein, wie Kai Diekmann es schafft, alle vom Springer-Verlag aufgekauften Start-Ups vorzustellen und dabei keine Schleichwerbung zu machen. Vielleicht schleicht er sich einfach nicht und macht weiter. Schließlich prallt normalerweise alle Kritik an ihm ab. Sein dickes Fell wird in Krisengebieten als Schusssichere Weste angeboten.

Zukunftsaussichten: Gründet ein soziales Netzwerk mit dem Namen „Super Diekmann“. Hier vernetzen sich Freunde von Frischküssen.

Jenny Elvers – „Volle Pulle – das rasante Rate-Quiz“

Noch schneller als das legendäre Dalli-Dalli: Jenny Elvers rasantes Rate-Quiz „Volle Pulle“. Die Sendung ist so schnell, dass man sich danach wie „Flasche leer“ fühlt. Meint zumindest Jenny Elvers – und die muss es wissen. „Sie sind der Meinung das ist Sprizz?“ (Hans Rosenthal) So, aber jetzt fix weiter.

Zukunftsaussichten: Weltherrschaft als Schmuckdesignerin.

Matze Knop als Guido Knop in „Hitlers Hitler“

Matze Knop ist der lustigste Mensch auf diesem Planeten nach Helmut Kohl. Und der war immer für den einen oder anderen Lacher gut. Also Kohl nicht Knop. Bei der BILD Zeitung zeichnet sich Matze Knop durch sau(oink, oink)lustige Parodien von Fußball-Spielern aus. So war er schon als Charlies Dante verkleidet (Off: Lacher vom Band). In seiner neuen Parade-Parodie-Rolle als „Guido Knop“ stellt er in der Sendung „Hitlers Hitler“ vor, welche Hitler Hitler beeinflussten. Ein bis jetzt völlig vernachlässigter Bereich des 12-jährigen 1000-jährigen Reiches. Durch Matze Knop als Guido Knop können alle Fans von N24 Aufatmen: der Hitler-Kanal bleibt auf Linie.

Zukunftsaussichten: Sich für den 1. Mai 1945 nicht unbedingt was vornehmen.

15:17 09.12.2013
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