Die Saudis: Merkel exportiert Homo-Ehe

Satire Die Delegierten auf dem CDU Bundesparteitag stimmten fast einstimmig für den Export der Homo-Ehe nach Saudi-Arabien
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Der Bundesparteitag der CDU in der Christian Wulff Gedächtnis-Stadt Hannover steht in Zeichen kontroverser Diskussionen in der Partei. Nein, nicht wegen der Käsebrötchen auf dem Buffet (Esrom oder Gouda?), sondern eher wegen wirklich banalen Dingen wie Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien oder der steuerlichen Gleichsetzung von so genannten Homo-Ehen. In weiten Teilen der CDU war man überrascht, dass es überhaupt so etwas gibt, wie gleichgeschlechtliche Liebe. „Bis jetzt sind wir davon ausgegangen, dass man als Mann neben seinem Hund und Fußball vielleicht noch eine Frau liebt“, so der Fraktionsvorsitzende der CDU Bundestagsfraktion Volker Kauder leidenschaftlich.

Trotz vieler Gegenstimmen zur Homo-Ehe wollte Merkel nicht den gleichen radikalen Weg gehen wie die CSU in Bayern. Dort hatte Ministerpräsident Horst Seehofer die Homosexualität einfach per Dekret verboten. „Erklären sie einem Bewohner des bayrischen Waldes mal, dass sich 2 Männer lieben oder sogar heiraten. Naja, vielleicht Franz & Josef Strauß würden noch akzeptiert werden, aber danach wird’s kritisch.“ Auch in der CDU kann man mit schwulen oder lesbischen Lebensgemeinschaften nicht viel anfangen. „In Großstädten wie Bad Salzuflen, Rheine oder Parchim kommt so was gar nicht vor“, sagt Juliane Klöckner – die Oppositionsführerin der CDU aus Rheinland-Pfalz – voller Überzeugung. Intern wird Juliane auch gerne wegen ihres guten Aussehens die Klöckner von Notre Dame genannt. Solche Äußerungen lassen auf eine tradierte Hetero-Kultur innerhalb der Partei schließen. Jedenfalls waren zwar jede Menge Vorurteile, aber keine Vorteile (steuerlich) der Homo-Ehe für die Delegierten des Parteitags in Hannover vermittelbar. „Wir denken, dass wir mit modernen Projekten wie dem Betreuungsgeld und der Ablehnung der Homo-Ehe gerade in urbanen Umfeldern weiter Wahlen gewinnen werden, zum Beispiel unter Hipstern und der digitalen Boheme in Lüchow-Danneberg“, so der CDU Generalsekretär Herrmann Gröhe überzeugt.

Aber Angela Merkel wäre nicht Angela Merkel, wenn sie nicht für alles eine Lösung finden würde. Eine, mit der sie sogar zwei lästige Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Bei ihrer vielbeachteten Rede auf dem Bundesparteitag machte sie einen genialen Vorschlag: „Statt Panzer wollen wir die Homo-Ehe nach Saudi-Arabien exportieren. Dies hat viele Vorteile: Zum einen werden wir die Homo-Ehe hier los und zum anderen haben gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften die gesellschaftliche Sprengkraft von 5 Hiroshima-Bomben in islamischen Ländern.“ Laut der Kanzlerin würde der Iran nie auf die Idee kommen, dann Saudi-Arabien zu erobern. „Die müssten sich ja dann mit der Homo-Ehe konfrontieren, das würde der Seehofer Irans – Ahmadinedschad – niemals tun.“ Unter den Delegierten der Christdemokraten kam der Vorschlag sehr gut an: „Endlich werden wir die Schwulen und Lesben los und Saudi-Arabien bekommt mit der Homo-Ehe eine todbringende Waffe“, meint Ministerpräsident David McAllister.

Vorgestellt werden soll die Homo-Ehe laut den Plänen der Kanzlerin mit einer Militärparade in Mekka. Unter dem Motto „CSD - Schrill & Drill“ werden dann hunderttausende Homosexuelle YMCA-mäßig " in Polizei- und Militäruniformen durch die Stadt marschieren. „König Abdullah ist schon ganz aufgeregt und freut sich auf die Vorstellung der modernen Waffensysteme“, führt die Kanzlerin weiter aus. Auch für ein weiteres Problem, hat die CDU eine Lösung gefunden. In Saudi-Arabien dürfen Frauen keine Autos fahren, Teile der Trucks des CSD werden aber von Lesben gesteuert. „Da das aber alles Mannweiber sind, so Volker Kauder, haben die saudischen Behörden keine Probleme gemacht.“

Unter großem Beifall wurde schließlich der Export der Homo-Ehe nach Saudi-Arabien auf dem Bundesparteitag der CDU beschlossen.

12:10 04.12.2012
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