Groupies unter sich

Tagesschau: Die sehr gute und sehr seriöse Tagesschau berichtet über die erste Pressekonferenz von La République en Marche.
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Das Warten hat sich gelohnt. - Jedenfalls für Barbara Kostolnik, die von der ersten Pressekonferenz von „La République en Marche“ berichten darf.

Es hat sich unglaubliches abgespielt. Eine „Revolution, eine komplette Umwälzung der französischen Parteien- und Politikerlandschaft.“ Setzen sie sich, schnallen sie sich an und lassen sie sich überwältigen: Auf der ersten Pressekonferenz wurde über die Kandidaten der kommenden Parlamentswahl gesprochen. Genau wie vorher angekündigt!

Eine Kommission hat „titanisch“ gearbeitet und es tatsächlich geschafft, 428 Kandidaten aufzustellen, die selbstlos genug sind, für ein fürstliches Gehalt an den Schalthebeln der Macht zu sitzen. Das sind zwar noch nicht genug um überhaupt alle Wahlkreise zu besetzen, aber das ist nur ein besonders cleverer Plan, um den Konservativen Zeit zu geben, die unverständlicherweise noch nicht geschlossen zu Macron überglaufen sind. „Die haben aber auch noch die Möglichkeit, sich der Präsidentenpartei anzuschließen.“ - da können wir also beruhigt aufatmen.

Wie genau man „mehr als 19.000 Bewerber“ in 5 Tagen „strikt“ prüfen kann, erfahren wir leider nicht. „Salomonisch“ wurde aber entschieden, Valls nicht aufzustellen. Pech gehabt, Valls.

Fast die Hälfte der Kandidaten hatte zwar schon mal ein politisches Amt inne, was für eine Partei die keine Woche alt ist eigentlich krass viel ist. Aber Sie werden natürlich einsehen: „das Versprechen der Erneuerung ist gehalten“.

Wir erfahren: „Das Ziel der "République en Marche" ist eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Damit hätte es Präsident Macron deutlich einfacher, seine Revolution für Frankreich umzusetzen.“ - Klasse Idee! Leider sind noch nicht alle Franzosen von der Heilswirkung der Partei überzeugt:

Die „Partei liegt nach Umfragen [...] mit 29 Prozent in Führung vor den konservativen Republikanern und der rechtsextremen Front National, die jeweils auf 20 Prozent kommen.“ - Andere Parteien als die oben genannten gibt es in Frankreich aber nicht.

Fazit: Frau Kostolnik nässt sich fast ein vor Freude und transportiert dieses Gefühl vorblidlich an den Leser.

01:21 12.05.2017
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