Perlen der Propaganda (1)

Quergelesen Lesen bildet. Eine Auswahl zum Schmunzeln. Heute: Der Spiegel mit " Putins Expansion: Russen leiden unter Belastung durch Krim-Kosten"
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So, es ist wieder soweit! Bisher war jeder verfasste Beitrag der Auftakt zu einer Serie, die nie folgte. Ja, ich bin schreibfaul. Da Selbsterkenntnis bekanntlich der Weg zur Besserung ist starte ich eine Serie die dieser Erkenntnis entgegenkommt. Es soll hier die Propaganda zur Kunstform erhoben werden. Nicht die Aufregung steht im Blickpunkt, sondern die Freude über besonders kläglich gescheiterte Versuche der Meinungsmanipulation. Das fordert wenig Vorbereitung und Lästern geht flüssiger von der Hand als selbst konstruktiv zu sein. Jeder Leser ist herzlich eingeladen mit eigenen Fundstücken beizutregen.

Den Auftakt machen die Starökonomen des Spiegels mit diesem Artikel. In dem man sich über vermeintlichen Schaden Russlands erfreut.

"Nach anfänglicher Euphorie macht sich Ernüchterung breit: Vor allem ärmere Russen spüren die Kosten der Krim-Annexion durch Putins Regierung in der Lohntüte. Steigende Inflation und sinkende Reallöhne machen ihnen mehr und mehr zu schaffen."

Im selben Artikel: "Unterdessen stiegen die Reallöhne im laufenden Jahr nur um 0,2 Prozent, was einer Stagnation gleichkommt."

Man könnte jetzt einwenden dass deutsche Arbeitnehmer wohl abfeiern würden wenn ihre Reallöhne jährlich wachsen würden.

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Geschenkt. Spannend ist die Frage wie aus einem Wachstum sinkende Reallöhne werden. Antwort: Kreatives Rechnen! "Nullwachstum bei den Realgehältern bei ansteigenden Kosten für öffentliche Ausgaben bedeutet, dass die Löhne im privaten Sektor und bei den Geringverdienern de facto sinken"

Kurzerhand führt man einen noch "realeren" Reallohn ein, bei dem die Teuerung einfach zweifach eingerechnet wird. Ob sich das in der Ökonomie künftig durchsetzt?

Da bleiben wenig Fragen offen. Doch halt, warum sinken die realeren Reallöhne eigentlich? Es sind die super heftigen Sankionen!

"Gleichzeitig ächzt die ohnehin schwächelnde Wirtschaft Russland unter den andauernden Sanktionen Europas und der USA gegen einzelne Firmen und Putin-nahe Geschäftsleute, die das Wachstum nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds in diesem Jahr auf nur 0,2 Prozent drücken."

Lustigerweise sieht der IWF das auch anders. Hier wird der Ölpreis als wesentlicher Faktor geführt.

Abschließend noch mal die Sanktionen der EU in ihrer Ganzheit aufgeführt: Einreiseverbote und eingefrorenes Auslandsvermögen für 21 Personen! Solch produktive Menschen kann man sich hierzulande nur erträumen, die anscheinend auf ihren Europareisen den Großteil des russischen Wirtschaftswachstums nebenher erwirtschaften.

So. Genug geätzt. Damit ist Schluss, ganz ohne Conclusio. Wünsche allen eine schöne Woche. Über Kommentare freue ich mich.

13:58 07.07.2014
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