Libyen - Schuld ohne Suehne

Ballspiele mit dem Globus Geschichte ereignet sich und wird erst im Rückblick sichtbar. Bleibt sie ungelöst, dann bestimmt sie die Zukunft!
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Am 31.03.2011 schilderte ich im Blog einer grossen Wochenzeitung meinen Eindruck einer sich anbahnenden Katastrophe, die sich fast gleichzeitig mit der von Fukushima ereignete. Die eine ist im fernen Asien noch gelegentlich Thema, die andere hat einen Kontinent ins Wanken gebracht!

Rueckblick:

Irgendwie aehnelt die Situation in Libyen der in Fukushima: da haben "Experten" alles vorher richtig beurteilt - und nun laeuft ihnen die Zeit davon, der Atem wird knapp und zurueck bleiben Opfer auf einem Schlachtfeld! Im Fernsehen wird man derweil mit zackigen Start -Manoevern der Jaeger bedient; die Kamera schleicht um die gewaltigen Bomben unter den Fluegeln herum und der Reporter sagt kuehl: "In 20 Minuten sind sie uber Libyen!"; der Pilot klappt seinen Sichtschutz vor die Augen und verschwindet in der Kanzel - eine Weltraumameise auf kuerzem Trip!

Spaeter - viel spaeter vielleicht - wird man alles noch mal aufarbeiten; man wird den Kriegs-Kameraden Sarkozy zur Seite stellen und hinter ihm manch andere Figuren erkennen. Eine davon ist die schnelle Lippe, der grelle Salon-Philosoph BHL, der endlich mal Weltpolitik machen durfte. Ein Mann, dessen wundes Ego schon immer ebenso nach Anerkennung duerstete, wie das des Praesidenten.

Wieder mal sieht man eine "Koalition" von "Artisten in der Zirkuskuppel - ratlos" unsicher durch den politischen Rauch der eigenen Nebelkerzen schwingen und hoffen, dass irgendwo dann doch ein Netz gespannt ist!

Wenn man H. Clinton sagen hoert:"..."Wir wissen nicht so viel, wie wir gerne wüssten", dann dreht sich der Magen um. Aber immerhin: Westliche Geheimdienste arbeiten nun energisch daran, endlich genauere Informationen zu bekommen. Ja, das tun andere Dienste in Fukushima auch - mit dem bekannten Ergebnis!

Auf der Libyen-Konferenz in London durchleuchtete man schon mal hinter den Kulissen, wer denn jetzt an Kaddafis Stelle die (vermutlich) groessten Eroelvorkommen des Kontinents politisch verwalten soll. Wen stellen "WIR" denn nun an die Spitze des neuen Libyen? Sancta simplicitas - man glaubt sich fast im Berlin von 1884/85!

Der Uebergangsrat in Benghasi wird's wohl nicht werden, denn da kennt man sich ja auch nicht so gut aus, wie Speedy Sarko, dem ein Telefongespraech mit BHL und zwei Stunden mit libyschen Repraesentanten im Elyséee reichten, um diplomatische Beziehungen (!) mit der unbekannten Rebellenbewegung aufzunehmen!

Hier laeuft in Zeitlupe ein Drama, waehrend Aufstaendische auch schon mal zum Himmel blicken und um Bomben auf die richtigen Ziele bitten; Originalton: "Sarkozy, wo bleibst Du, lass uns jetzt nicht zu lange warten!"

10:41 23.09.2016
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Geschrieben von

Roger Tecumseh

Je préfère le doute de l'intelligent à la certitude de l'imbécile! (Gilbert Sinoué)
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