RE: Auf der Gegenseite | 17.01.2015 | 19:32

Danke, WWalkie. Das ganze "einerseits-und-andererseits" geht mir ziemlich auf den Keks. Da ist der Zwerenz erfrischend gradlinig und sagt mehr ueber diesen Typus Karriere-Mensch in der (alten) Bundesrepublik aus.

"Wie viele Blinde und Taube dienten in der Wehrmacht?" Das frage ich mich auch immer wieder. Da kommt mir nachtraeglich das Schweigen meines eigenen Vaters (Gefreiter) ueber seine Kriegserlebnisse fast ehrlicher vor als die zurechtgebogenen "Erinnerungen" von Karriereoffizieren à la Helmut Schmidt.

RE: Bodo boomt | 08.12.2014 | 17:47

@Altdresdnerin @Peter Bachmann

Ja, danke für Ihre Kommentare! Differenzierte Betrachtungen der DDR-Gesellschaft liest und hört man viel zu wenig. Auch die äußerst repressive Seite aus der Geschichte des "goldenen Westens" kommt kaum zur Sprache.

Das Gedächtnis der Menschheit ist kurz, heißt es. Menschen wie Sie halten zum Glück dagegen. Die Sieger schreiben nicht die Geschichte, aber sie geben den medialen Ton an, weil sie die Macht besitzen.

Ob Ramelows Bodo mit seiner DDR-Erklärung zur Gedächtnis-Klarheit beiträgt? Wohl kaum.

RE: Bodo boomt | 08.12.2014 | 16:26

"Aber sie ist ein Symbol, dass die Transatlantiker „Good Old Germany“ nicht im Griff haben, ihnen etwas zu entgleiten droht."

Na, Ihr Wort in Gottes (oder wessen auch immer) Ohr....

RE: Der "Blade Runner" sitzt - vorerst | 24.10.2014 | 14:14

Das Problem ist halt, die "Exekution", wie Sie es ausdrücken, konnte die Staatsanwaltschaft nicht zweifelsfrei nachweisen. Also urteilt die Richterin in dubio pro reo.

RE: Der "Blade Runner" sitzt - vorerst | 23.10.2014 | 15:53

"Meiner Meinung nach sollten Waffen in privater Hand unbedingt erlaubt sein."

Ich bezweifle, dass der Besitz einer Feuerwaffe mehr Schutz bietet. Zuende gadacht führt dies eher zu einer Art Wild-West-Justiz. Außerdem gibt es genügend Fälle, in denen Kriminelle es auf eben diese Waffe ihres Opfers abgesehen haben.

Das Infragestellen des "heiligen Rechts" auf die private Waffe wird in Südafrika tatsächlich wie ein Sakrileg behandelt. Ich stelle mir das in den USA ähnlich vor. Dabei wäre es ja schon ein guter Anfang, die Waffengesetze so zu verschärfen, dass nicht jeder Himpel und Pimpel ein Wumme legal haben kann, und dass die Anwendung von Feuerwaffen stärker reguliert ist. Ich finde auch, dass der Besitz und die Handhabung einer Feuerwaffe an bestimmte psychische und charakterliche Voraussetzungen gebunden sein sollte. Der Fall Pistorius hat das deutlich gezeigt.

Ihr anderes Argument ("...aufstrebende Diktaturen mit Vorliebe Waffen in Privarbesitz verbieten...") zieht nicht. In Südafrika sind es gerade die Rechten und stillen Apartheid-Anhänger, die sich bewaffnen. Und ich bin sicher, es gibt rassistische Buren-Fanatiker die regelmäßig paramilitärische Schießübungen durchführen - wahrscheinlich mit registrierten Feuerwaffen zur "Selbstverteidigung".

RE: Was wäre wirklich gewonnen? | 17.09.2014 | 14:23

Niemand erwartet ein sozialistisches Schottland. Es waere doch schon was, wenn Alex Salmond seinen Slogan vom nuke free Scotland verwirklichte. Das braechte die Atommacht Britannien und fuehrendes NATO-Mitglied in Bedraengnis. Allein das ist die Sache schon wert.

Klar, die Londoner City und Polit-Society wird alles daran setzen, einem unabhaengigen Schottland den Garaus zu machen. Aber, ist es nicht das sich staendige Beugen vor dem vermeintlich "Unvermeidbaren", das es zu der jetzigen Situation gefueht hat? (Zerstörung der industriellen und sozialen Substanz, illegale Kriege usw.)

Und dass die Englaender, oder "Rest-Britannien", dann unter permanenter Tory-Herrschaft zu leiden haetten, kann man den Schotten nicht in die Schuhe schieben.

RE: Der Achterbahn-Politiker | 16.09.2014 | 14:59

"Ich habe schon mehr über die englische Geschichte vergessen, als die meisten Tory-Abgeordneten im Unterhaus je über sie wussten.“ Ein wunderbarer Satz.

Ich wünsche den Schotten am Donnerstag allen Erfolg.

Schottland wurde und wird von London in wie ein kolonialer Hinterhof gehalten. Die Profite des Nordsee-Öls fließen in den Süden. In Schottland bleibt wenig bis nichts hängen.

Interessant finde ich die Ankündigung Salmonds, im Falle einer YES-Mehrheit beim Referendum werde er für ein atomwaffenfreies Schottland arbeiten. Das hieße, die Londoner Regierung müsste ihre mit Trident-Nuklearraketen bestückten Atom-U-Boote von der schottischen Marinebasis Faslane abziehen. Englische NATO-Hirne malen bereits das Schreckgespenst "einseitige Abrüstung" an die Wand und sehen den "atomaren Machtstatus" Britanniens dahinschwinden. Und der ehemalige NATO-Generalsekretär G. Roberston sieht die Kräfte des Bösen am Werke. Fehlt nur noch, dass die schottischen "Separatisten" als "Russlandfreunde" und "Putinversteher" verschrieen werden.

Wie gesagt, ich wünsche den Schotten am 18. September viel Erfolg!

RE: Der ANC entlässt seine Wähler | 14.09.2014 | 19:17

Nachtrag: Möglicherweise spielt er die gleiche Rolle, wie der deutsche "Genosse der Bosse", Sozialdemokrat und einstiger Bundeskanzler.

RE: Der ANC entlässt seine Wähler | 14.09.2014 | 17:39

Dieses Gerede von den "ethnischen" Machtkämpfen hängt einem allmählich zum Halse raus.

Machtkämpfe gibt es natürlich. Die Linien sind entlang unterschiedlicher politischer, wirtschaftlicher und sozialer Interessen auszumachen. Die ethnische oder Stammeszugehörigkeit spielt dabei, wenn überhaupt vielleicht in den ländlichen Gebieten, eine untergeordnete Rolle.

In den Städten hat die ethnische Zugehörigkeit inzwischen den Status der Folklore. Junge Leute, die ich in Soweto, in Soshanguve oder Tshwane treffe winken müde ab, wenn man sie darauf anspricht. Für sie sind ihr Job, die Wochenendparties, ihr Liebensleben, das Auto und dergleichen viel wichtiger als die Zugehörigkeit zu "Ethnie" der Zulus, Xhosas, Sothos oder Tswanas.