Trapattoni würde sagen: Was erlaube... Maaz?!

Keine Wiederholung bitte! Ein juristisch & moralisch deklassierter „Medizinzweig“ mit all seinen invaliden Diagnosen wird als Basis missbraucht, um eine perfide Verurteilung in die Welt zu setzen.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

http://skulski.blog.onet.pl/files/2016/02/Andrzej_Skulski-264x300.jpgIch bin ein Augenzeuge. Ein polnischer, politischer Flüchtling, der vor 34 Jahren gezwungen war, in der westlichen Welt eine neue Heimat zu suchen und diese in Deutschland fand. Als kaum 20-jähriger junger Mann dachte ich nicht mal daran, mein Vaterland jemals zu verlassen, im Gegenteil: Ich liebte es, weil ich dachte, es gehört sich so. In Deutschland gab es dieser Zeit direkt hinter der östlichen Landesgrenze einen ganz „normalen“ Kriegszustand, mit Panzern auf den Straßen, Soldaten, Milizionären, bewaffneten Zivilkräften und so weiter. Heute ist sowas für die meisten Leser in der westlichen Welt kaum vorstellbar, Panzer auf den Straßen sahen sie höchstens mal in der Schweiz, beim Urlauben.

Das Los spielte mit meinen Wünschen nicht wirklich mit und ich wurde von den damaligen Regimetreibern der Volksrepublik Polen zum „Flüchten“ gezwungen, per sog. Kriegsrecht und dem Akt der Verbannung. Es war September 1982, ich „landete“ von heute auf morgen in Westberlin, bekam ein kleines Taschengeld, Equipment zum Schlafen und einen Haufen Papier, das ich nicht verstand. Tag für Tag begann sich alles jedoch irgendwie zu entwickeln, jeder Tag brachte neue Chancen mit, um in einer, im Vergleich zu „meiner“ polnischen Realität, zivilisierteren Welt mein Leben für mich und meine Familie zu gestalten.

Vor meinen Augen sah ich ein anderes Volk, als jenes, von dem mir in meiner Heimat seit Kindesbeinen berichtet wurde: Höflich, kultiviert, nett, oft und allen gegenüber hilfsbereit, sich vor allem der Schuld des Zweiten Weltkrieges übermäßig bewusst, was man bis heute in den gängigsten Talk Shows zu spüren bekommt. Irgendwann tat mir diese Nation sogar leid, denn keiner kam auf die Idee „Es reicht!“ zu sagen. Krieg war Krieg, jetzt ist das Heute dran. Verzeihen ist auch vergeben, also sollten sich alle daran üben, die Geschichte ist da gnadenlos und findet für jeden das seine. Wir haben ein weltweit aufgetretenes Problem und es ist Zeit, dieses menschlich anzupacken. Selbstverständlich gibt es auch hier Radikalisierende und Radikale, diese gibt es aber in jedem Land und für die schämt man sich überall genauso, wenn man ein Mensch zu sein pflegt.

Ein Deutscher – ein Mensch? Wer hätte das gedacht?

Nun plötzlich steht Kanzlerin Angela Merkel unter einem dermaßen untergürteligen Beschuss, dass mir die Haare zu Berge stehen. Ich sah, wie sie ihre Arme breit öffnete und wie ein jeder kultivierte Mensch die Flüchtlinge „auf christliche Art und Weise“ zu sich ins Haus aufnahm, um ihnen im „vereinten“ Europa Zuflucht zu gewähren. Trotz Gefahren, die jede Migrationswelle mit sich bringt, trotz Pegida, AfD und Kriegspropaganda des Kremelregimes, dem ein instabiles Europa eine riesige Freude bereitet. Wenn es nicht gespielt ist, ist es meiner Meinung nach ein herausragendes Tun und persönlich schäme ich mich für die heutigen Politiker Polens, die Angst und Fremdenhass schüren, als ob sie nicht wüssten, was sie tun und eine breite Gegenfront gegen Deutschlands Menschlichkeit ansteuern, dass es einem einfach nur noch weh tut.

Genauso „bewegend“ ist ein psychiatrisches möchtegern-„Gutachten“, weil eben ein Psychiater auf die Idee kam, seinen moralisch und juristisch deklassierten „Medizinzweig“ mit all seinen invaliden Diagnosen als Basis zu missbrauchen, um daraus die perfide Verurteilung in die Welt zu setzen, dass die deutsche Kanzlerin psychisch krank und für uns alle eine Gefahr sei.

https://artbonus.files.wordpress.com/2013/07/cover_neu_buch_1.jpg?w=400&h=608

Darum bin ich auch zutiefst empört über diese psychiatrische Manipulation und kann es nur damit zu erklären versuchen, dass die Psychiater tatsächlich schon wieder heftig daran arbeiten, fremdenhassende Nationalisten an die Macht zu bringen, um ihre perversen Praktiken noch mal (wohl noch radikaler) durchführen zu können. Mehr noch, als es von Kriegsende bis jetzt sowieso der Fall war und ist (einen Rapport finden Sie hier: http://www.xinxii.com/made-in-.... Das haben sie schon einmal mit den Nazis geschafft. Millionen Menschen verloren dadurch unter unvorstellbaren Bedingungen ihr Leben: Rassentrennung, Aktion T4, Vernichtungslager, Hungertot, etc., etc. dürfen gerade durch diese historische Tatsache nicht nur als Wörter begriffen werden - es sind Synonyme für den systematischen Völkermord.

Rassenhetze – und mit dieser haben wir so in Polen, wie auch in Deutschland plötzlich gewaltig zu tun – ist so schon mal zu grausamer Realität geworden, in der die Psychiater die Nazis nutzten, um rassenhygienisches Gedankengut praktisch umzusetzen, um unerwünschte „Menschensorten“ einfach auszurotten. Inzwischen sind zwar neue Generationen herangewachsen, die mit dem Krieg nichts mehr zu tun haben, trotzdem müssen sie noch an der so kreierten Vergangenheit leiden. Sie werden weltweit, ob jung oder alt, für das Mitmachen ihrer Vorfahren gehasst. Nicht nur von Polen.

Der von Herrn Maaz so exponierte psychiatrische Rassenhass geht selbstverständlich über die Grenzen hinweg, bringt Wind auf die Mühlen der aggressiven Nationalisten in Polen, Großbritannien, Ungarn, Slowakei und anderswo, wo Europas Mitglieder die Tür schlossen, ohne darüber nachzudenken, dass sie die Menschheit verraten und somit uns alle als „unfähige Wesen“ erscheinen lassen, die heutigen Herausforderungen human und würdevoll für Flüchtende zu meistern.

Gesagt, getan, Akte geschlossen, psychiatrischer Unfug tobt weiter?

Eine derartige „Zwangsbegutachtung“, wie sie sich der Herr Psychiater Maaz im Falle von Angela Merkel erlaubt hat, ist für mich als Rufmord zu betrachten und da gibt es kein Pardon. Bange macht mir, dass Herr Maaz sich so eine Frechheit öffentlich erlaubte, weil das wiederum die zweite Frage hervorruft: Sind sich die Psychiater schon so sicher, dass sie mit ihrem Rassenwahn auferstehen und bald wieder systematisch und mit „Zustimmung“ der öffentlichen Meinung morden können? Oder woher nimmt er den Mut, jemanden mit erfundenen Diagnosen so in der ganzen Welt zu diskreditieren?

Dass sein „Gutachten“ als gefundenes Fressen für alle möglichen Nationalisten hier und anderswo zu Lande gefunden wird, das wird doch dem „allwissenden“ Herrn Psychiater klar gewesen sein: Die „psychisch kranke Angela Merkel“ toppt zurzeit die polnischen Informationsportale, Hass gegen Flüchtlinge und die inzwischen „psychisch kranken Deutschen, die das gesamte Europa mit ihrem Multi-Kulti-Trojaner-Pferd“ in den Abgrund treiben, wird damit noch intensiver geschürt. Es bricht ein Fremdenhass aus, wie er im Buche steht und zwar in dem, das wir „Geschichtsbuch“ nennen und manche Wiederholungen heute lieber ausgelassen sähen, als realisiert… Herr Psychiater Maaz hat für sich und seine Berufskollegen wieder mal ein deutlich inhumanes Zeugnis geliefert und ich hoffe, dass die Deutschen diesmal die Falschheit dieses Zeugnisses erkennen und an solchen Informationen nicht gedankenlos vorbeigehen. Ansonsten begeben wir uns alle in Gefahr, eines Tages von einem von uns selbst akzeptierten Zwangssystem festgehalten, entmündig und entsorgt zu werden.

Halten Sie durch, Frau Bundeskanzlerin, lassen Sie nie wieder Psychiater an einen Verhandlungs- oder Beratungstisch heran, weil es diesem Land schon mal zum Verhängnis wurde und nicht noch einmal widerfahren darf. Hochachtungsvoll und mit solidarischen Grüßen…

10:25 20.02.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Andrzej Skulski

Schreibt, um in der Spur des Perpetuum mobiles zu bleiben und weil seine "Drei Groschen" zu verschenken sind / Verheiratet & glücklich/Kocham Cię Asiu
Andrzej Skulski

Kommentare 15

Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar