RE: Die Show läuft hinter dem Vorhang | 24.09.2020 | 12:24

Das macht es immer noch nicht leichter die Aussage der Kolumne zu deuten.

Wie bereits erwähnt ist es keine große Überraschung, dass Herr Lindner und seine unappetitliche Partei in Sachen Geschlechtergerechtigkeit keine allzu guten Beispiele sind. Auch ist es keine Neuigkeit, dass die Linke auf diesem Gebiet deutlich besser aufgestellt ist (damit will ich Übergriffe, die es auch bei der Linken gibt nicht kleinreden!).

Aber was ist der Punkt, um den es geht?

Das Beweberinnen-Duo sollte nach Inhalten und Führungsqualitäten beurteilt werden, da es hier um zentrale Fragestellungen der zukünftigen inhaltlichen Ausrichtung der Partei geht.

Die im Text erwähnte Anekdote aus dem Frauenplenum soll wohl etwas untermauern, ist allerdings nicht eindeutig zu deuten - es kann sowohl ein Übergriff, als auch eine Kommunikationsstörung (Stichwort: Schulz von Thun) sein. Das Problem ist wir haben es hier mit sehr viel Subjektivität sowohl innerhalb der Anekdote, als auch von der Autorin zu tun.

RE: Die Show läuft hinter dem Vorhang | 24.09.2020 | 10:45

Hoppala, das habe ich überlesen. Danke für die Klarstellung!

Allerdings macht das die Frage nach der inhaltlichen Positionierung noch wichtiger. (Alleine, wenn man bedenkt welchen Schaden die Ausrichtung der Partei unter Kipping/Riexinger als Klon der Grünen angerichtet hat...)

Meine These hierbei ist, dass wir von der Identitätspolitik weg müssen, weil diese ohne Betrachtung der wirtschaftlichen Verhältnisse einer Person nur ein unvollständiges Bild liefern. Allgemein sollten Linke sich mehr trauen (sowohl als Partei, als auch als Bewegung) den Klassenbegriff wieder mit Inhalt zu füllen.

RE: Die Show läuft hinter dem Vorhang | 24.09.2020 | 10:01

Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, was ich von dieser Kolumne halten soll.

Es ist einerseits immer interessant, wenn es neue Gesichter und Persönlichkeiten gibt, die innerhalb einer Partei Verantwortung übernehmen und hoffentlich etwas frischen Wind hinein bringen. Andererseits erfahren wir wenig bis gar nichts über die inhaltliche Positionierung der beiden frisch gekürten Vorsitzenden.

Wofür stehen Frau Wissler und Frau Henning-Wesslow jenseits ihrer biologischen bzw. gesellschaftlichen Geschlechtszugehörigkeit?

Welche Themen wollen diese Frauen in Hessen voran bringen?

Leider bleibt der Artikel diese Antworten schuldig. Auch die Tatsache, das die Linke als Partei Lichtjahre fortschrittlicher ist als die zuckenden Überreste der Lindner-FDP ist nichts was eine Neuigkeit für Leserinnen und Leser des Freitags ist.

Ich halte es für sehr wichtig den Fokus von biologischen Eigenschaften des Führungspersonals weg zu lenken und sich auf die inhaltliche Ausrichtung zu konzentrieren. Darum wäre es interessant zu wissen, wie sich die Linke als einzige wirkliche Alternative in unserer Parteienlandschaft zu den klassischen Themen Umverteilung, Friedenspolitik und soziale Gerechtigkeit positioniert...