Tag 28 - Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt!

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Umberto Eco:

Der Name der Rose

Nichts gegen den guten Professor Eco, der ist natürlich eine Kapazität, und dass er es schafft, seine Zeichenlehre in Prosa zu packen, und noch dazu in eine packende, ist verdienstvoll. Nur diese permanenten Interventionen, die mir als Leser immer zeigen, wie klein und dumm ich doch bin... und der Widerspruch, der sich darin zeigt: Als Postmoderner oder Poststrukturalist hat Eco entscheidenden Anteil an der Abschaffung der Autoren-Idee (oder besser, an der Etablierung dieser Position), und für sich selbst löst er das Dilemma, in das ihn seine Schreiberei bringt, indem er sich durch eine Verschachtelung der Erzählperspektive von demjenigen distanziert, der dann der eigentliche Erzähler ist (also jemand hat jemanden getroffen, der ein Buch gefunden hat, indem jemand im Alter eine Geschichte aus seiner Jugend erzählt, und die geht so: „Ich...),um sie dann durch die Hintertür seiner eigenen Selbstgefälligkeit wieder ins Haus zu schleppen. „Hier, Leser, ein Rätsel. Eine Seite weiter: Hier, Leser, die Auflösung... Leser, da wärst Du selbst nie drauf gekommen! Dumme Nuss!“

Danke sehr, Herr Professor.

Da lob ich mir den Film. Da bleibt man von all dem Selbstlobgehudel verschont, kann sich in eine Decke packen und sehen, wie kalt es im Mittelalter war und wie warm wir’s heute haben.
13:45 19.11.2010
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Geschrieben von

S.Piderman

Reisender, der irgendwo aufgehalten wurde. Kennt man ja. Kalypso ist immer eine gute Ausrede.
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S.Piderman

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