smukster

Ich lese und schreibe ab und zu was. Meine Themenschwerpunkte: Geopolitik, globale Wirtschaftsfragen, Europa, Klima und Energie - twitter: smukster
smukster
RE: Morgenluft | 10.10.2017 | 16:16

Nicht weil sie so schön knattern, sind Sie da sicher? Mir begegnen immer wieder Jugendliche auf dem Fahrrad mit ordentlichem Sound aus dem Rucksack...Ghettoblaster sind eben auch nicht mehr so groß und unhandlich wie früher...;-) Dorfjugend 4.0?

RE: Libyen im September 2017 – Monatsrückblick | 09.10.2017 | 21:17

Weiß ich doch, aber das beantwortet meine Frage nicht, ob sie ev. politisch notwendig war, um Verhandlungen zu ermöglichen - direkte Gespräche zwischen Tobruk und den Islamisten waren damals m.W. illusorisch. Nach der Türkei hatte ich gefragt, weil die Unterstützung der Moslembrüder 'normalerweise' aus Doha oder Ankara kommt. Und das Einfliegen klingt zum jetzigen Zeitpunkt nach 'Entsorgung' nicht mehr benötigter IS-Kämpfer.

RE: Libyen im September 2017 – Monatsrückblick | 09.10.2017 | 16:52

Wenn er sich einer innerlibyschen Einigung nicht in den Weg stellt, wäre das ja schon ein Gewinn. Vielleicht war die 'Einheitsregierung' ja ein notwendiger Zwischenschritt auf dem Weg zu echten, konstruktiven Verhandlungen zwischen den Fraktionen? - Verstehe ich richtig, dass die Türkei nicht mehr aktiv beteiligt ist, via MB oder andere Gruppen (soweit sich das sagen lässt)?

RE: Dialektik der Europäisierung | 08.10.2017 | 23:35

Die EU muss, ebenso wie die Regierung in Madrid, die Verfassung des Landes und das Völkerrecht berücksichtigen, fürchte ich - das können Sie nicht einfach unter den Tisch fallen lassen.

Ich habe viel Sympathie für "die" Katalanen und Basken angesichts der polit-ökonomischen Geschichte der Regionen, und sehr wenig für die (nicht erst seit gestern von mir kritisierte) antidemokratische Ausrichtung der PP. Aber eine Abspaltung zuzulassen würde die Büchse der Pandora öffnen und überall (nicht nur) in Europa unilaterale Sezessionsbestrebungen befeuern. Alle Grenzen würden in Frage gestellt; auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte wäre Europa durch nationalistische Konflikte gelähmt - dass damit implizit auch die Abspaltung der Krim anerkannt würde, fällt da kaum ins Gewicht. Können wir das wollen?

Die Doppel-Standards sind uns allen wohlbekannt. Allerdings irren Sie sich, wenn Sie behaupten "dass die vergleichsweise mäßige Anzahl der Stimmabgaben ursächlich zurückgeht auf die repressiven Maßnahmen": Das Referendum war vom spanischen Verfassungsgericht für illegal erklärt worden. Wer die Autorität Madrids und damit auch dieses Gerichts anerkennt, musste am 1.10. also logischerweise zu Hause bleiben (hätte ich auch gemacht). Und wenn ein unabhängiges Katalonien nicht sofort Mitglied der EU würde, wäre das tatsächlich eine wirtschaftliche Katastrophe für die Region, siehe Brexit.

'Demokratie' heißt nicht 'Jeder macht was sier will', sondern gemeinsame Entscheidungen, die auch von der unterlegenen Minderheit akzeptiert werden. Was mir bei all dem schönen Gerede von 'Basisdemokratie und Partizipation' ebenfalls fehlt ist die Feststellung, dass die entscheidenden Fragen insbes. der Fiskal- und Wirtschaftspolitik sich heute nur international bearbeiten lassen. Egoistische (Standort-)Konkurrenz zwischen lauter kleinen Staaten nützt hingegen nur Großunternehmen bzw. Kapitaleignern.

nb...ich gehe davon aus, dass die Regionalregierung pokert: Sie demonstriert, dass sie notfalls zum Äußersten entschlossen ist, um Madrid dazu zu bringen, das Autonomiestatut von 2010(?) wieder in Kraft zu setzen. Ziemlich hoher Einsatz für so ein Spiel...

RE: Dialektik der Europäisierung | 08.10.2017 | 23:32

Antwort s.u., sogar mit Absätzen. ;-)

RE: Dialektik der Europäisierung | 08.10.2017 | 20:53

Interessanter Hinweis - aber wenn schon die Rede von 'beiden Völkern und Kulturen' ist, also das Trennende statt das Gemeinsame betont wird, sollte das skeptisch machen. Die europäischen Regierungen wissen genau, dass die Anerkennung einer Sezession die Büchse der Pandora öffnen würde. Das hätte unabsehbare Folgen, die damit verbundene implizite Anerkennung des Krim-Referendums wäre da noch das Harmloseste. Der spanische Staat hat nach Verfassung und Völkerrecht das Gewaltmonopol, ob es uns gefällt oder nicht. Einen Bürgerkrieg könnte es daher nur geben, wenn ein relevanter Teil der Unabhängigkeitsbefürworter sich für den gewaltsamen Kampf entscheidet. Wovon ich nicht ausgehen würde, auch wenn kurzfristig eine weitere Zuspitzung leider nicht auszuschließen ist.

RE: Dialektik der Europäisierung | 08.10.2017 | 15:44

"Hab ja gerade wegen ihrer "Europa-Kann-Alles-Bullshit-Inhalte" geantwortet..." - dachte ich mir's doch, dass Sie den Text nicht gelesen haben. Da steht das genaue Gegenteil drin.

RE: Dialektik der Europäisierung | 07.10.2017 | 21:50

Das merkt mensch. Wenn Sie keine Lust auf Inhalte und Hintergründe haben, sollten Sie vielleicht einfach nicht posten. What shalls, talk is sheep.

RE: Libyen im September 2017 – Monatsrückblick | 07.10.2017 | 21:23

Danke für das gründliche Update! :-)

Haben Sie den Eindruck, dass sich in Libyen der KSA-Katar-Split auswirkt? In der Vergangenheit gab es zwar eine 'stillschweigende Waffenbruderschaft' von MB und Al-Qaida, aber das muss nicht so bleiben, wenn Katar und Türkei Richtung Iran/Russland tendieren. In Syrien macht(e) sich das mit den Machtkämpfen in Idlib bemerkbar, vielleicht auch in Libyen mit der Rivalität von Igtet und anderen Islamisten?

Bin gespannt, ob es tatsächlich nächstes Jahr zu Wahlen kommt. Die pessimistischsten Prognosen sind ja zum Glück (bisher) nicht eingetreten, und meine Einschätzung von Anfang 2016 gilt immer noch: Wenn der IS marginalisiert ist, ist eine Einigung mittelfristig möglich, da keine Seite stark genug ist, die andere zu besiegen.

RE: Dialektik der Europäisierung | 07.10.2017 | 21:14

Ach Gottchen, ja, es gibt halt unterschiedliche Blickwinkel, unter denen ein Vorgang betrachtet werden kann. Da die empirisch-individuelle Mikroebene normalerweise überrepräsentiert ist, erlaube ich mir, in meinen Beiträgen eher auf den Makro-Rahmen zu fokussieren. Das muss nicht JedeN interessieren, und ich würde niemals anderen Sichtweisen deshalb die Relevanz absprechen. /// Ist Ihnen aufgefallen, dass ich im Beitrag auch mehr Kompetenzen für die Regionen anrege?