smukster

Ich lese und schreibe ab und zu was. Meine Themenschwerpunkte: Geopolitik, globale Wirtschaftsfragen, Europa, Klima und Energie - twitter: smukster
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RE: Die Türkei braucht dringend ein PanzerUpgrade | 10.02.2018 | 16:10

Link vergessen.

Die USA stehen in Syrien vor der Wahl: Abzug oder Eskalation. Es ist wohl kein Zufall, dass Tel Aviv gerade jetzt die Angriffe ausweitet, um die zweite Option zu befördern. Aber Washington kann nicht eingreifen, aus den bekannten Gründen.

RE: Warum die USA in Afrika den IS stärken | 10.02.2018 | 14:18

Sicher nicht militärisch, aber ignorieren lässt es sich auch nicht, und einen Einfluss hat das Verhalten Europas so oder so - auch eine nicht-Handlung ist bekanntlich eine Handlung. Kann es eine Annäherung der beiden Lager geben, sollte der IS tatsächlich wieder an Boden gewinnen? Oder geht es nur um eine Basis für Angriffe in den Nachbarstaaten?

RE: Die Türkei braucht dringend ein PanzerUpgrade | 10.02.2018 | 14:14

Nochn Versuch - eigentlich schon vor zwei Tagen gepostet, daher nicht ganz aktuell. Inzwischen heizt es sich auf...scheinbar. Sowohl was die israelischen Angriffe (auf 'iranische Militärziele'?) angeht, als auch hinsichtlich der Finanz-Auseinandersetzungen - China hat einen neuen Termin für Yuan-Ölkontrakte genannt, mal gucken.

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Danke für die Zahlen, die hatte ich nicht so im Kopf. Habs nicht klar formuliert, ich meinte 'einsetzbare' (aus Sicht verrückter Militärs) taktische A-Waffen, also die neuen, kleinen. Ru/Ch wissen, dass Trump die nicht mal eben einsetzen kann, von daher wüsste ich nicht, warum sein Gepluster sie aus der Reserve locken sollte. Und um Flugzeugträger zu versenken, gibts einfachere Wege.

Dass ausgerechnet jetzt in SK Olympische Spiele sind, ist allerdings...interessant. Beim letzten Mal wurde in deren Windschatten in Kiew geputscht.

In Afrin kommt es derweil ein bisschen anders als gedacht...aber nur ein bisschen.

Die Kurden rufen die syrische Regierung um Hilfe, welche zwar nicht direkt eingreift, aber die Durchfahrt einen größeren Konvois mit Kämpfern aus Manbij nach Afrin erlaubt. Damit wird noch einmal deutlich, dass nur Damaskus die türkische Offensive stoppen und die Afrin-Kurden 'retten' kann. Aber sicherlich nicht ohne Gegenleistung...

Mit dem jüngsten Angriff der US-Luftwaffe auf syrische pro-Regierungs-Milizen kommt Bewegung in die Sache. Vermutlich haben diese den Gegenschlag provoziert, indem sie ein SDF-'Hauptquartier' östlich(!) des Euphrat (DLF spricht fälschlicherweise von 'FSA') angegriffen haben - im Effekt rückt der Abzug des US-Militärs aus Syrien ein gutes Stück näher. Da keine US-Soldaten in Gefahr waren, können Damaskus und Moskau den Angriff (mal wieder) als 'unprovozierten feindseligen Akt' darstellen, was Russland eine legitime Begründung für eine Ausweitung der Flugverbotszone liefert. Freeze-out.

Was wirklich den jüngsten Mini-'Crash' ausgelöst hat...die Spannungen in Korea gibt es schon lange, ebenso die in den Medien zitierte 'Sorge vor steigenden Zinsen' (ein Ammenmärchen, um Normalbürgern zu suggerieren, Aktien seien zu riskant für sie). Beides taugt daher m.E. nicht als Erklärung.

Eher sehe ich zwei Ursachen: 1. ist der Markt die letzten zwei Monate übertrieben schnell gestiegen, was mit einer immer geringeren Liquidität einherging. Irgendwann gab es dann ein 'Kurs-Luftloch' - es fehlte zeitweilig die Nachfrage zu diesen als hoch empfundenen Kursen, und sobald dann jemand (risk parity-Anleger?) nennenswert verkauft, geht es abwärts. Zweitens war Montag der erste Arbeitstag des neuen Fed-Chefs, und ich könnte mir vorstellen, dass Hedgefonds etc. ihn 'testen' wollten - Volatilität ist gut fürs Geschäft, wann wenn nicht jetzt?

Das gros der Anleger*innen weiß, dass es wieder aufwärts gehen wird, und sitzt den Einbruch einfach aus. Damit bleibt es bei einem kurzen Schockmoment ohne größere wirtschaftliche Auswirkungen (insbes. auf Banken), auch wenn einige Milliarden marktintern die Besitzerin wechseln.

Serbien, ich weiß es wirklich nicht - wahrscheinlich kommt es darauf an, ob Moskau die EU als dauerhafte Institution und potentiellen Partner sieht oder... Großbritannien als 'anti-russische' Kraft will es jedenfalls draußen haben.

RE: Warum die USA in Afrika den IS stärken | 07.02.2018 | 11:39

Danke, interessanter Beitrag. Die Neocons ziehen ihren Rückzug aus MENA unnötig in die Länge. Letztlich werden sie in Libyen genauso scheitern wie zuvor in Syrien, aber dort noch einiges Leid anrichten. Wäre ein deutlicheres Eingreifen EUropas wünschenswert - wenn ja in welcher Form?

Die Zielsetzung 'China verdrängen' ist offensichtlich absurd, aber darum dürfte es genausowenig gehen wie um eine (unpopuläre, größere) eigene Militärintervention. Das Spiel heißt wohl eher 'verbrannte Erde', möglichst dauerhafte Konflikte, die der Konkurrenz das Leben schwermachen.

Interessante Ergänzung dazu:

https://orientalreview.org/2018/01/18/russia-might-pivot-africa-mercenaries/

RE: Ein bisschen Frieden | 05.02.2018 | 14:50

Das hat jetzt eine Weile gedauert, sorry.

Zu Panama und Kirgistan müsste ich jetzt die Details raussuchen, dabei scheint es mir in diesem Kontext nicht wahnsinnig relevant...oder?

Bzgl. Nationalismus - natürlich ist dieser eine Realität, mit der Regierungen umgehen müssen, die sie manchmal schüren und manchmal dämpfen. Aber er ersetzt keine Realpolitik, die sich an den ökonomischen und strategischen Gegebenheiten und Möglichkeiten orientiert. Nationalismus mag zwar die Fassade der Außenpolitik (mit)bestimmen, aber nicht die Substanz - zumindest auf längere Sicht.

"Und auch in Japan und Südkorea sind Normalverbraucher weitaus eher bereit, eigene (Arbeitnehmer)interessen "nationalen" Zielen unterzuordnen, als im Westen."

Ist das wirklich so? Es mag traditionell dieses 'Gemeinschafts-Denken' geben, aber...

Gemeinsame Militärübungen und Informationsaustausch gibt es zwischen vielen Ländern - unter einer (möglichen) 'Fernost-NATO' würde ich mir doch deutlich mehr vorstellen.

Je mächtiger ein Land, desto weniger ist es bereit, von anderen (militärisch, ökonomisch, technologisch, nachrichtendienstlich...) abhängig und damit erpressbar zu sein. Als Groß- bzw. Supermacht beansprucht China einen viel größeren außenpolitischen Handlungsspielraum ("Souveränität") für sich als z.B. Vietnam oder Südkorea - ob zurecht oder nicht ist eine müßige Frage. Die Beteiligung an der Globalisierung mag Südkorea Wohlstand bescheren, sie bedeutet aber auch Abhängigkeiten von China, USA und anderen. THAAD dient dem Ziel, den Handlungsspielraum (->Zweitschlagsfähigkeit) Beijings einzuschränken, und kann deshalb nicht einfach hingenommen werden. Entweder wird es wieder abgebaut, oder China rüstet soweit auf, dass der Effekt neutralisiert wird.

RE: Die Türkei braucht dringend ein PanzerUpgrade | 05.02.2018 | 14:10

Vielleicht hat es auch keine tiefere Bedeutung als die periodische Erinnerung 'Wir haben übrigens taktische Atomwaffen, vergesst das nicht!' - gleichzeitig scheint China ja mal wieder die Finanzmärkte durcheinanderzuwirbeln, vermutlich um weitere den Ölhandel betreffende 'Zwischenfälle' zu discouragen.

Ist es ausgemacht, dass ein EU-Beitritt Serbiens für Moskau ein strategischer Nachteil wäre? Damit gäbe es auch eine pro-russische Stimme mehr in der Union...

RE: Die Türkei braucht dringend ein PanzerUpgrade | 04.02.2018 | 10:37

Teile der israelischen Politik/ Elite m.E. schon, insbes. die Sharon-Livni-Fraktion.

Ich erinnere mich, dass es 2002 eine Diskussion über 'Mininukes' gab. Hatten sie die damals schon? Keine Ahnung, inzwischen sicherlich. Es gibt ja immer wieder Leute die behaupten, da oder dort sei eine eingesetzt worden - scheint mir recht abwegig, weil dann Strahlung messbar wäre, und irgendwer würde es publik machen. Der Einsatz von Atomwaffen ist (zum Glück) immer noch ein weltweites Tabu.

Der Rüstungswettlauf findet auf anderen Gebieten statt - Raketenabwehr, Weltraumwaffen, AI-Drohnen, Cyber... Dass der 'olle Hut' Atomwaffen jetzt wieder hochgekocht wird, leuchtet mir nicht wirklich ein. 'Rückzug decken' klingt durchaus plausibel, a.k.a. 'asymmetrische Eskalation' bzw. Drohung damit. Vieles, was aus Washington kommt, klingt zur Zeit wie 'Hee, noch dürft Ihr uns nicht abschreiben!'...

Gerade lese ich, jetzt sei ein 'strategisch günstiger Zeitpunkt' zur Aufnahme der Westbalkan-Länder in die EU. Warum das? Weil UK mit sich selbst beschäftigt ist und diese Verschiebung der strategischen Koordinaten nicht verhindern kann?

RE: "Die muss mal wieder durchgefickt werden" | 04.02.2018 | 10:15

Grad über das hier gestolpert - strunzdummer Kommentar, aber interessante Fragestellung: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/alexa-ist-jetzt-feministin-echo-wurde-umprogrammiert-15429673.html

RE: Die Türkei braucht dringend ein PanzerUpgrade | 03.02.2018 | 15:42

Ich sehe eher eine Arbeitsteilung zwischen militärischem Schutz/ Ordnungsmacht und ökonomischem Aufbau. China ist ja in Westasien durchaus stark engagiert, sowohl KSA als auch Iran, und künftig auch Syrien/ Irak.

Israels Situation ist rapide dabei, 'prekär' zu werden - ich denke der dortigen Politik ist bewusst, dass sie sich nicht ewig auf Washington verlassen kann und mit den Nachbarn einen modus vivendi finden muss. Ich stimme Ihren Anmerkungen ja durchaus zu, allerdings ist es m.E. nur die eine Seite der Geschichte: Die 'Wagenburg-Mentalität' ist nicht ganz unberechtigt, weil die Regimes der Region (mit Ausnahme Jordaniens) Israel als Feindbild und Blitzableiter nutzen, um das innenpolitische Unruhepotential zu kontrollieren. Und für Washington bzw. die Neocons ist das Land ein (abhängiges) Instrument zur Sicherung ihrer Hegemonie, weshalb sie keinerlei Interesse an einer Friedenslösung haben. Was Israel über kurz oder lang zerreiben würde, wenn sich nichts änderte.

Hmm...die Meeresströmungen sollten bekannt sein, insofern konnte das Kondensat wohl nur Richtung Japan treiben. Japan ist noch stärker von Mittelost-Öl abhängig als China (soweit ich weiß), und der Unfall könnte dem anti-chinesischen Nationalismus neue Nahrung geben.

RE: Die Türkei braucht dringend ein PanzerUpgrade | 02.02.2018 | 13:28

Oder eine chinesische? Diese Äquidistanz-These vertrete ich ja auch schon länger, da Beijing und Moskau den Westen militärisch komplett rausdrängen wollen - und das geht nur, wenn alle Staaten der Region den Eindruck haben, dass Ch/Ru ihre Interessen fair berücksichtigen. Wenn einseitig einige Staaten bzw. ein Block unterstützt wird, müssen die anderen zwangsläufig Hilfe bzw. Schutz der USA suchen. Assad musste das auch schon erfahren: Russische Luftwaffenunterstützung gibt es nur gegen den IS, und die Flugverbotszone bezieht sich ausschließlich auf die 'Koalition', nicht auf Israel.

Für Israel winkt eine ziemlich fette Friedensdividende in Form der Gasfelder vor der Küste, plus möglicher Gaspipelinetransit. Die Jerusalem-Entscheidung von Trump scheint tatsächlich Einiges in Bewegung gebracht zu haben: Washington wird nicht mehr als Vermittler akzeptiert und kann damit auch nicht mehr den Friedensprozess sabotieren. Und der jüngste Unfalltod des Hamas-Führungsmenschen...

China hat den Start der Öl-Terminkontrakte (futures) verschoben, jetzt ist die Rede von März, nach dem Volkskongress. Ob das mit irgendwelchen Schiffsunglücken zusammenhängt, sei dahingestellt (keine Ironie).