Nicht wählen reicht nicht!

Wahlboykott 2013 Protest macht nur Sinn, wenn er gehört wird. Wird er ignoriert, ist es so, als wäre er nicht existent.
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Im Jahr 2009 lag die Wahlbeteiligung bei knapp über 70%. Mit nur 12 Millionen Stimmen wurde die CDU stärkste Kraft im Bundestag. Für das Jahr 2013 wird eine noch geringere Wahlbeteiligung erwartet. Mehr als 20 Millionen Stimmen werden sich enthalten. Der Geschichte gegenüber ist das eine ignorante Haltung, wurde doch viel Blut für das Recht auf freie Wahlen vergossen.

Wie frei sind die Wahlen noch?

Es verbreitet sich zunehmend die Meinung, dass nach dieser Wahl alles beim Alten und Frau Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Die CDU stellt bei weitem die treuste Stammwählerschaft. Wie sich bei der letzten Bundestagswahl gezeigt hat, braucht sie nicht die Mehrheit des Volkes, sondern die Mehrheit gültiger Stimmen. Ein Drittel der Wahlberechtigten können so unter den Tisch fallen.

Die Nichtwahl ist ein Protest, der nicht gehört wird.

Das Problem der Nichtwahl ist, dass sie kein Statement abgibt. Sie verschanzt sich in einem nicht fassbaren Schweigen. Sie kann gleichermaßen als Desinteresse oder Verdrossenheit gewertet werden, nicht aber als Protest.

Der Gründer der Nichtwählerpartei, Werner Peters, gibt noch einen dritten Grund für eine Nichtwahl an: die Ablehnung des Systems.

Ohne Zweifel sind die politischen Strukturen so gebaut, dass sie die Demokratie unterwandern und aushebeln. Parteien- und Interessenspolitik, Koalitionsverträge, Fraktionszwang, Berufspolitikertum… - Die freien Wahlen sind zu einem Namen ohne Substanz verflacht. Wenn Frau Merkel sagt, die Bürger hätten mit den Wahlen die Möglichkeit, ihr Leben zu bestimmen, ist das eine glatte Lüge.

Die Wahlen als Instrument des Wandels zu benutzen wäre also absurd. Die Nichtwahl ist demnach zwar eine aufrichtige Haltung. Diese bleibt jedoch ohne sichtbare Konsequenz. Es fehlt der nächste Schritt.

Feuer bekämpft man mit Feuer.

Wie wäre es, der Ignoranz der Politik samt ihren Beschlüssen mit Ignoranz zu begegnen?

Die eigenverantwortliche Organisation des Lebens würde langfristig die Politik überflüssig machen, neue Strukturen würden die alten verdrängen und eine Demokratie wieder ermöglichen.

Damit ließe sich jederzeit beginnen.

22:36 01.09.2013
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Geschrieben von

s.noah

Keine Geschichten erzählen, Geschichte machen.
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