Neue Diffamierungs-kampagne gegen Augstein?

Der Fall Reski Die FAZ kritisiert in zwei großangelegten Artikeln Jakob Augstein und den Freitag für ihr Verhalten gegenüber der freien Autorin Petra Reski. Was ist da los?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Anlass des Streits ist ein Gerichtsurteil des Landgerichts Leipzig, in dem dieses dem Freitag und Frau Reski untersagt, den Namen eines italienischen Geschäftsmannes, der in Erfurt aktiv ist, in Verbindung mit der Ndranghetta zu nennen. Der beanstandete Artikel erschien in der Ausgabe 11/16 und ist mittlerweile depubliziert. Die Namensnennung des der Mafia-Zugehörigkeit Verdächtigten sprang mir seinerzeit bei der Lektüre gleich ins Auge und ich dachte: „Ok, mutig. Aber darf man so was? Ist der Mann rechtskräftig verurteilt? Warum riskieren die einen Rechtsstreit für die Bloßstellung eines kleinen Rädchens, wenn es keinerlei informativen Mehrwert über die mafiösen Strukturen in Deutschland bringt?“ Der Freitag hat mittlerweile jedoch eingeräumt, dass die Namensnennung ein Fehler war und hat deswegen, laut Meedia, die Gerichtskosten der Gegenseite im Prozess übernommen, nicht aber die Anwaltskosten von Frau Reski. Daraufhin erscheint bei der FAZ, für die Frau Reski ebenfalls schreibt, ein langer Artikel, in dem Frau Reski als couragierte Mafia-Reporterin dargestellt und dem Freitag vorgeworfen wird, sie hängengelassen zu haben. Jakob Augstein reagierte mit einigen Tweets, Interviews und einer Stellungnahme im Freitag, was für die FAZ Anlass war, ihm in einem zweiten Artikel „Nachtreten“ vorzuwerfen und einen „Fall Augstein“ auszumachen. In diesem zweiten Artikel wird die Sache dann sogar so dargestellt, als habe sich der Freitag dazu entschieden, Frau Reski, überhaupt „keine juristische Unterstützung zu gewähren und sie für die Rechtskosten selbst aufkommen zu lassen“, was eine glatte Falschbehauptung ist, da der Freitag in besagtem Prozess ja sehr wohl die Gerichtskosten der Gegenseite übernommen hat und Frau Reski nur für ihre eigenen Anwaltskosten einzustehen hat.

Sicher, man kann Jakob Augstein vorwerfen, es sei schlechter Stil, einen Verriss eines Reski-Romans von 2010 herauszukramen und zu twittern, aber ist es von Frau Reski nicht weit übler, derartig gegen einen ehemaligen Auftraggeber zu Felde zu ziehen, nur weil der ihr nicht die Anwaltskosten übernimmt und ein gewisses Maß an Eigenverantwortlichkeit einfordert? Es entbehrt ja nicht einer gewissen Komik, dass eine Frau, die sich als furchtlose Anti-Mafia-Kämpferin inszeniert, die sogar schon Morddrohungen bekommen hat, denen sie natürlich ohne mit der Wimper zu zucken trotzt, in großes Geschrei ausbricht, wenn sie ihren Anwalt selber bezahlen soll. Natürlich, sie hätte auch, in Zusammenarbeit mit dem Freitag, eine Crowdfunding-Kampagne starten können, um die Anwaltskosten reinzuholen, doch entschied sie sich dafür, einem bürgerlichen Medium wie der FAZ Munition zu liefern, damit dieses die Glaubwürdigkeit Jakob Augsteins und des Freitags, die beide in Zeiten zügellosen militärischen Interventionismus die Fahne des Völkerrechts hochhalten, erschüttern können. Insofern hat Frau Reski, wie sie nachträglich durch ihr Verhalten klargemacht hat, auch keinerlei Solidarität verdient und es wäre wünschenswert, der Freitag könnte die Übernahme der Gerichtskosten der Gegenseite noch annullieren.

Überhaupt muss es sich um einen Irrtum gehandelt haben, dass Frau Reski jemals in einem linken Medium publizieren konnte, da sie offensichtlich kein Gespür für Seitenwechsel respektive Verrat hat und sie ihr Eigeninteresse offensiv über das der Leser, Blogger und Journalisten des Freitags stellt, die ein Medium haben wollen, das sich kritisch den Fehlentwicklungen unserer Zeit entgegenstellt. Wenn Frau Reski Wert darauf legen sollte, noch irgendwie dem linken Lager zugerechnet zu werden, wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen, Selbstkritik zu üben und sich vom Vorgehen der FAZ (die ihr im Übrigen ja kaum die Anwaltskosten übernommen haben werden, was ihre Empörung doch ein wenig wohlfeil macht) zu distanzieren. Tut sie´s nicht, kann man nur konstatieren, dass sie sich in völliger Prinzipienlosigkeit einer rechten Kampagne gegen Jakob Augstein zur Verfügung stellt, die, nachdem sie das erste Mal im Zuge der Antisemitismus Vorwürfe des Simon-Wiesenthal-Zentrums gegen Jakob Augstein erfolglos im Sande verlief, seit der Ernennung des vielfach angefeindeten Friedensaktivisten Jürgen Todenhöfer zum neuen Herausgeber des Freitags neuerlich Fahrt aufzunehmen scheint. Insofern gilt: Solidarität mit Jakob Augstein und allen, die sich gegen völkerrechtswidrige Angriffskriege positionieren!

19:24 10.04.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Soloto

Independent-Schriftsteller. Schreibe darüber, was mich inspiriert und bewegt.
Soloto

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