Reinkarnation

„Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“ Albert Camus
Reinkarnation
RE: In der Angststörung gefangen | 25.04.2021 | 11:01

Das ganze Spektakel ist Sinnbild einer vollkommen an die Wand gefahrenen Debattenkultur. Hoffentlich erholt sich Deutschland bald wieder!

RE: Ein offener Brief an @JanJosefLiefers | 25.04.2021 | 10:46

Ganz schwach. Offene Briefe werden heute an jeder Hausecke verfasst. Zu unzähligen Themen und von allen möglichen Seiten. Inhaltlich würde ich am liebsten sagen: Noch schwächer, als #allesdichtmachen selber. Aber ich finde ganz speziell Jan Josef Liefers Video eines der Besten der ganzen Aktion. Neben jenem des anderen Tatort-Kommissars. Nur eine schwache Demokratie kann mit kritischen Meinungen nicht umgehen.

RE: In der Angststörung gefangen | 25.04.2021 | 10:23

Niemand sagt, Covid-19 sei harmlos, ausser vielleicht ein paar Verwirrte. Dass der Abbau von Intensivbetten- selbst während der Krise- natürlich zu einer Überlastung der Intensivstationen beiträgt, lässt sich nicht von der Hand weisen, der Zusammenhang ist evident. Das ist, gelinde ausgedrückt, grob fahrlässig. Aber dafür wird es Gründe geben: Ist zu wenig Personal da? Mangelt es an sonstigen Ressourcen? Dazu würde mich speziell deine Meinung interessieren, da du ja ein Mann vom Fach bist.

RE: In der Angststörung gefangen | 25.04.2021 | 09:29

Die Reaktionen auf #allesdichtmachen finde ich mittlerweile wesentlich interessanter, als die Aktion selber. Aber dass sich jetzt auch die Protagonist:innen selber in gegenseitigen Schuldzuweisungen ergehen, das schlägt dem Fass den Boden raus! Und natürlich will plötzlich niemand gewusst haben, um was es wirklich geht. Ja, um was geht es denn wirklich? Ganz einfach: Um freie Meinungsäusserung, nicht mehr und nicht weniger! Ist jeder, der eine Meinung frei äussert, auch verantwortlich dafür, auf wessen Boden seine Botschaft fällt? Immerhin stand zuunterst dieser Seite ein eindeutiges „Ach ja: #fcknzis“ o. ä. Wenn trotzdem das falsche Publikum applaudiert, ist natürlich der Verfasser der Botschaft daran schuld: Was ist denn das für eine verquere Vorstellung von Debatte?

Muss man immer zuerst 1001 Mal den Gesslerhut grüssen, bevor man sich kritisch äussert? Langsam fehlen einem wirklich die Worte für diese Vorgänge. Die Folge wird eine freiwillige Selbstzensur sein- wie in totalitären Staaten auch. Wenn man nicht wüsste, dass in Deutschland verständlicherweise einfach langsam die Nerven blank liegen, dann müsste man hier von ganz gefährlichen Entwicklungen sprechen.

RE: Das ist unser Haus | 24.04.2021 | 14:27

Man wird irgendwann einmal zu drastischeren Massnahmen greifen müssen, Teilenteignungen zum Beispiel. Und Kapitalbeschränkungen für institutionelle Investoren. Auch Besteuerungsmodelle im Immobilienhandel könnte man einführen, die rein gewerbliche Verkäufer bei Handänderungen möglichst viel kosten. So wird der Immobilienhandel für ein bestimmtes Segment auf Dauer unattraktiv. Der Handel mit Immobilien ist viel zu lukrativ. Wohlgemerkt: Ich spreche da nicht vom kleinen Angestellten, der sich von seinem Ersparten ein Stück Wohnraum ergattern konnte. Sondern von börsenkotierten Handelsgesellschaften aller Arten.

RE: „Es heißt Femizid“ | 24.04.2021 | 14:12

Warum wird eigentlich die Kirche im Zusammenhang mit dieser Morderei nicht erwähnt? Die katholische Kirche ist sozusagen das kulturell-religiöse Rückgrat vieler lateinischer Länder, worunter ich jetzt grosszügigerweise auch die Philippinen zähle: Hier haben die Spanier immerhin über 300 Jahre lange gewütet! Kaum ein Strassenzug ohne Vertretung irgendeiner christlichen Sekte, von den Baptisten über die Zeugen Jehovas bis hin Opus Dei-ähnlichen Stützpunkten christlicher Fanatiker. Wo die Frau im Katholizismus steht, zumal in seiner lateinischen Version, muss ja nicht näher erörtert werden. Die Kirche ist in diesem Kontext ganz klar mit von der Partie, daran besteht für mich kein Zweifel. In welcher Form genau mag meinetwegen dahin gestellt sein. Doch die Macht der Kirchen ist in diesen Ländern auch heute noch enorm!

RE: Wollen wir Urteile – oder wollen wir leben? | 24.04.2021 | 11:18

Vergewaltigte Frauen können sich ja dann an eine Uni oder eine Zeitungsredaktion wenden. Betrugsopfer auch. Und wer gerade zusammengeschlagen worden ist, darf sich gleich direkt an Derecka Purnell wenden. Vemisste Kinder? Die müssen halt in Zukunft von den Eltern selber gesucht werden. Wer in einen schweren Autounfall verwickelt worden ist, wird sich sich ohne Bullen wohl- trotz erheblichem Blutverlust, inneren Verletzungen und Bewusstlosigkeit- sein Handy krallen müssen und... ja was denn eigentlich? Rentner, denen in die Wohnung eingebrochen worden ist, gehen in Zukunft einfach leer aus. Dito Stalkingopfer: Selbst ist die Frau! So ist sie halt, die schöne, neue Traumwelt: Ein Ort an dem wir gerne und gut leben..!

RE: In der Angststörung gefangen | 24.04.2021 | 02:04

Immerhin gibt es so etwas wie Meinungsvielfalt noch. Auch wenn Deutschland ganz offensichtlich grosse Mühe mit ihr hat. Mittlerweile finde ich die z. T. geharnischten Reaktionen sehr viel interessanter und vor allen Dingen aussagekräftiger, als die Aktion selber. Doch in dieser bis auf die Grundmauern abgebrannten (typisch deutschen?) Debattenkultur- ein völlig verfehlter Begriff übrigens, setzt er doch ein gewisses Mindestmass an Zivilisiertheit voraus- erstaunt einen langsam gar nichts mehr. Es geht wieder einmal auch um „entartete Kunst“, wie ein Kommentator richtig angemerkt hat. Der Totalitarismus lauert an buchstäblich jeder Ecke.

RE: Wildwest ohne Romantik | 24.04.2021 | 01:47

Der Blick in die kaputte Seele Amerikas. Schade, dass die eigentlich tragische Geschichte der Protagonistin in „Nomadland“ mit dem amerikanischen Gründermythos verflochten wird. Damit wird die soziale Wirklichkeit von sehr vielen Menschen in den USA in eine nostalgisch-nationale Matrix gepresst. Das geht nicht ohne Hintergedanken, um welche es sich dabei auch immer handeln mag. Denn wenn man den Hintergrund der betreffenden Menschen wirklich ausleuchten will, die da in ihren Trailerparks leben wie Zirkusartisten in ihren Wohnwagen, dann müsste man auch auf jene zu sprechen kommen, die Trailerparks als grossartiges Investment sehen, das Traumrenditen abwirft. Das ist die ebenfalls typisch amerikanische und ganz speziell hässliche Seite dieser Geschichte: Die Kapitalisierung des Elends. Es gibt nichts, was man nicht auch zu Geld machen könnte.

RE: In der Angststörung gefangen | 23.04.2021 | 15:25

Tatsächlich, die Seite ist weg! Das kann auch Marketing sein. Oder..?