Jugendbücher öffnen Welten

KULTURFEUILLETON Good night stories for Rebel Girls
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„Schönheit, die von innen kommt“, Alek Wek, Supermodel. „Du musst etwas ersehnen!“ Evita Peron, Politikerin „Freiheit wie die Luft zum Atmen. Wo sie eingeschränkt wird, verkümmern wir“, Angela Merkel, Politikerin. „Ich werde ihnen zeigen, was ich aus meinem Leben machen kann“, Balkissa Chaibou, Aktivistin. „Ich bin kein Engel“, Bronte-Schwestern, Schriftstellerinnen. „Ich will zur Schule gehen“, Coy Mathis, Grundschülerin. „Niemand soll sich anmaßen mir zu sagen, was ich kann und was nicht“, Anna Al Haddad, Gewichtheberin. „Geht raus und fahrt“, Manal Al-Sharif, Frauenrechtlerin. „Niemand hält mein Rad auf,“ Alfonsina Strada, Rennfahrerin. „Abenteuer sind ein Wert an sich“, Amelia Earhart, Flugpionierin. „Wenn eine Frau beschließt, ihr Leben zu ändern, ändert sich alles um sie herum“, Eufrosina Cruz, Aktivistin, Politikerin. „Ideen von Wissenschaftlern leuchten in dunkele Ecken“, Jill Tarter, Astronomin. „Bestehe auf deinem Recht zu denken“, Hypatia von Alexandria, Mathematikerin und Philosophin. „Mein Gehirn ist mehr als sterblich“, Ada Lovelace, Mathematikerin. „Ein reines, unschuldiges Gewissen fürchtet nichts“, Elisabeth I., Königin. „Ich habe schon als Kind gelernt, dass man Ertrinkende retten muss, unabhängig von ihrer Religion oder Nationalität“, Irena Sendler, Widerstandskämpferin. „Ich könnte mit keinem Mann leben, der mir befehlen will, ebenso wenig wie ich einen Mann lieben könnte, der von mir Befehle entgegennimmt“, Jacquotte Delahaye, Piratin. „Ich habe aufgebaut, was in Trümmern lag“, Hatschepsut, Pharaonin. „Es ist wundervoll, auf dem Gipfel zu stehen“, Cholita Climbers, Bergsteigerin. „Ich bin anderer Ansicht“, Ruth Bader Ginsburg, Verfassungsrichterin. „Ich gehöre zu denen, die immer nach dem Warum fragen“, Katharina die Große, Zarin. „Schreib auf, was nicht in Vergessenheit geraten darf“, Isabel Allende, Schriftstellerin. „Wenn Mädchen sehen, dass Frauen diese Arbeit leisten, werden sie sich das selbst auch zutrauen“, Xian Zhang, Dirigentin. „So lange du lebst, produzierst du Licht“, Ann Makosinsksi, Erfinderin. „Ich bin meine Gitarre“, Joan Jett, Rockmusikerin. „Glaubt nicht, dass Eure Stimme nicht viel bewirkt. Auch der Regen, der auf die ausgetrockneten Boden fällt, besteht aus vielen einzelnen Tropfen“, Kate Shepard, Frauenrechtlerin. „Ich war an allen bemannten Apollo-Missionen beteiligt“, Margret Hamilton, Informatikerin. „Freiheit für mich bedeutet: Ohne Angst leben!“ Nina Simone, Sängerin. „schwierige Momente nicht fürchten“, Rita Levin Montalcini, Wissenschaftlerin. Nanny of the Maroons, Königin: „Jetzt bin ich frei“, „Ich will, dass alle Flüchtlinge stolz auf mich sind“, Yusra Mardini, Schwimmerin. „Ich wusste schon immer, dass ich irgendwann ins All fliegen werde“, Mae C. Jemison, Astronautin. „Ich wünschte, ich könnte andere mitnehmen“, Silvia Earle, Meeresbiologin.

ELENA FAVILLI und FRANSESCA CAVALLO erhielten laut Vorwort mehr als eine Million Dollar an Spenden, um dieses Buch realisieren zu können, so groß war der Bedarf, andere nennen das „Marktlücke“, sie sammelten Material über außergewöhnliche Frauen, beschrieben sie im kindgemäßen Märchenstil in GOOD NIGHT STORIES FOR REBEL GIRLS / Karl Hanser Verlag. Sie gewannen Künstlerinnen, Textportrais zu illustrieren, notierten: „An alle rebellischen Mädchen dieser Welt: Träumt größer, zielt höher, kämpft entschlossen und im Zweifelsfall merkt Euch: Ihr habt Recht.“ Es ist ein Familienbuch, weil Lektüre und Gespräch Mädchen, Mütter, Väter, Brüder stärkt, „Gemeinsam sind wir stärker“, Theodor Gottlieb von Hippel gilt als Begründer der Frauenrechtsbewegung in Deutschland.

„Ich bin das Schweigen leid“, Sonita Alizadeh, Rapperin. „Mädchen können Trommeln“, Millo Castro Zaldarriag, Perkussionistin. Biografien bezeugen, dass Menschen mit weiblichem Fortpflanzungsorgan nicht prinzipiell anders fühlen und handeln als die, die mit männlichem geboren wurden, Margaret Thatcher verweigerte als Premierministerin Kindern kostenlose Milch in Schulen, Jingü führte gegen Korea einen Angriffs- und Eroberungskrieg... Unterdrückte nehmen ihre Umgebung empfindsamer wahr, deswegen war Rousseau als Philosoph dafür, dass die Französische Revolution Menschenrechte nur für Männer verkündete, Frauen von Männern versklavt leben müssen, um Männer beraten zu können. Hippel hielt dagegen, dass sich Männer nicht gegen soziale Ungerechtigkeit wehren, so lange sie ihren Frust an ihren Frauen abreagieren können.

„Ich möchte, dass man sich an mich als einen Menschen erinnert, der frei sein wollte...damit auch andere frei“, Rosa Parks, Aktivistin. „Give peace a chance“ Yoko Ono, Künstlerin. Es war einmal ein Mädchen, das hörte seine Eltern reden, dass es adoptiert worden ist, ohne sich erinnern zu können, wo es vorher gelebt hatte, es grübelte, ob es ein Gotteskind sein könnte. Der Liebe Gott schien nicht lieb, Manitu grenzte Frauen aus, sie erklärte sich zum Kind griechischer Götter, die stritten beständig, so dass Chaos auf Erden erklärbar war. Als sie pubertierte, beschloss sie, zu glauben, dass sie eine genetische Mischung ihrer Eltern und Gott ein sich selbst entwickelndes System ist, das Menschen gottähnlich Roboter entwickeln, bauen werden, die der Erde Sauerstoff entziehen, damit ihre Metalle nicht ´rosten´, ´Menschen könnten ohne Sauerstoff nicht überleben´, sie wurde traurig, sagte sich, dass sie, wenn sie keine Angst vorm Tod hat, in Freiheit leben könnte, ´tot bin ich am Ende lange genug, aber ich lebe im Geschirr der Empfindungen.´ Sie lebte in einem Staat, in dem sie nicht bestimmen durfte, was sie studiert, sie durfte nicht Arzt oder Psychologe werden, aber Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaft studieren, ´Halten die das für ungefährlich?´, sie tröstete sich, dass ein Kulturmanager auch eine Art Arzt ist, der hilft, Gesellschaft so zu verändern, dass niemand psychosomatisch krank werden muss. Der Leiter des Gemanistischen Institutes erklärte sie zur „reaktionärsten Person“ und beschloss, sie exmatrikulieren zu lassen, er wies Professoren an, sie raus zu prüfen, in dem sie ihr Fragen stellen sollten, von denen sie glaubten, dass sie sie nicht beantworten könne. Sie konnte Fragen beantworten, aber sie erhielt keinen Arbeitsvertrag. Vor dem Mauerfall und danach.

Menschen hatten behauptet, dass niemand mit so wenigen Worten so viel sagen könne wie sie. Sie verschickte Briefe, Faxe, Mails, erhielt Anrufe von Bertelsmann, McKinsey, Bundestagsabgeordneten, erreichte mit zwei Mails, dass die CDU ein Grundeinkommensmodell durchrechnen ließ, mit zwei Mails und einem Arbeitsgespräch, dass die SPD die Mindestlohnforderung ins Programm nahm, mit einem Mail an den Datenschutzbeauftragten, dass Bürgern, die im Hartz4Ghetto leben müssen, Beurteilungen zur Unterschrift vorgelegt werden... aber, sie erhielt fürs Arbeiten kein Geld, so dass sie im Hartz4Ghetto leben musste, ´Wie soll ich Gesellschaft verändern, wenn ich mir selbst nicht helfen kann?´ Im Jobcenter wurden berufliche Abschlüsse und Qualifizierungen aberkannt, der Arbeitsvermittler sagte: „Wenn sie nicht resignieren, werden sie sich am Ende eine Kugel in den Kopf schießen!“ - „Antidepressiva Widerstand!“ sie rief sich in Erinnerung, dass der Pressesprecher des Petitionsausschusses angerufen und gesagt hatte: „Schreiben Sie weiter Petitionen! Sie kommen ins Archiv und stehen Oppositionspolitikern zur Verfügung“, ein Mitarbeiter der Verwaltung behauptete, auch wenn sie keine Antwort erhalte, ihre Mails gelesen und diskutiert würden. „Prinzip Hoffnung auf Hoffnung“, sagte sie.

Sie argumentierte für eine bedingungslose Grundabsicherung als Verhandlungsbasis über Arbeitsziele und Arbeitsbedingungen, argumentierte für Anerkennung selbst bestimmter, aber anerkannt gemeinnütziger Arbeit als Arbeit, Bürgergeld. Ein Mitarbeiter des Vatikans rief sie zu Feiertagen an und erklärte, er suche Heilige auf Erden, „Falls Heilig von Heilen kommt“, ein Mitarbeiter des Pilgerbüros riet ihr, sich in einen Rollstuhl zu setzen, dem Papst so nahe kommen zu können, dass ein Arbeitsgespräch beginnen könnte, sie ließ sich über holprigen Boden schieben, der Papst stand oben auf seinem Papamobil, sie saß am Wegrand.

Sie erfuhr aus dem Nachlass ihrer Eltern, dass sie die ersten Lebensjahre in einem christlichen Kinderheim verbracht hatte, Vater und Mutter studierten, sie vermutet, dass es katholisch war, „Kirchen sind Paläste der Armen“, sagte sie in Rom. Sie fordert, soziale Spaltung überwinden zu können, Maximaleinkommen und staatliche Experimente, in denen alle gleichen Arbeitslohn erhalten, so dass jeder die Arbeit leisten will, die er am besten kann. Arbeiten, die keiner leisten will, kämen in ein Rotationssystem, für das jeder arbeiten muss. Ihre Fotokollagen wirken an Wänden wie Gitterfenster. Und wie verläuft sich Ihre Geschichte? I.E

18:02 17.08.2018
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Geschrieben von

Soziokultur

Sprach-, Literatur-, Kulturwissenschaft. Kulturjournalismus.
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