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RE: Traktor Katalonien | 03.10.2017 | 09:02

Daß hier deutsche Kräfte am Wirken sein sollen, schmeichelt eher deutschem Großmachtdenken, als daß es der Realität entsprechen dürfte. M. E. dürfte die Einladung auf die Frankfurter Buchmesse dem Wirken des in Deutschland einzigartigen Katalanistik-Lehrstuhls der Goethe-Uni geschuldet sein, als irgendwelcher Regierungsprotektion.

RE: Andere Wende | 04.09.2017 | 18:30

"pleiter ging es nicht": Ich empfehle Ihnen von Vladimiro Giacchè, Anschluss - Die deutsche Vereinigung und die Zukunft Europas, Hamburg 2014. In Italien verkauft sich das Original übrigens wesentlich besser als in Deutschland die Übersetzung.

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 28.11.2012 | 16:33

@Detlef Gürtler: Ohne die Assemblea (ich weigere mich schlichtweg das Akronym zu benutzen, denn es ist anders besetzt) fehlt m. E. aber ein, wenn nicht gar das entscheidende Stück zum Verständnis der Vorgänge in diesem Jahr. Denn neu ist die katalanische Unabhängigkeitsbewegung nicht, sie hat mit der Assemblea nur eine neue Qualität erreicht.

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 27.11.2012 | 17:39

Sehr geehrter Herr Gürtler,

Sie haben sich ja intensivst um die vielen Kommentatoren gekümmert. Glücklicherweise kann einem so viel gesammelte Weisheit den Horizont öffnen. Eine Frage: Kennen Sie die Assemblea Nacional Catalana? Ich vermißte diese in ihrem Artikel.

RE: Europa ist da, wo die Menschen sind | 23.11.2012 | 18:54

"Immerhin ist die katalanische Unabhängigkeitsbewegung so ziemlich die einzige der vielen regionalen Bewegungen in Europa, die [...] als fortschrittlich und pro-europäisch gewertet werden kann."

Diese Aussage halte ich für hochproblematisch. Es stellt sich die Frage nach den Befürwortern der Unabhängigkeit. Zunächst einmal, es gibt nicht "die" katalanische Unabhängigkeitsbewegung, sondern eine breite und sehr heterogene Volksbewegung, welche die Politik zumindest teilweise vor sich hertreibt. Die regionalen politischen Gruppierungen stehen sich in ihren Ansichten diametral gegenüber. Z. B. hat sich die neoliberale und konservative Regierungspartei CiU stets beharrlich gegen eine Lösung von Spanien ausgesprochen und erst in diesem Jahr ihre kopernikanische Wende vollzogen. Auf einem lokalen Niveau kooperieren sie und der katalanische Ableger des PP durchaus, was verdeutlichen dürfte, wes Geistes Kind sie ist. Artur Mas hat an seiner Spar- und Kürzungspolitik für den Fall des Wahlsiegs festgehalten, um den öffentlichen Haushalt zu konsolidieren. Andere Parteien verknüpfen die Frage nach der Unabhängigkeit mit der sozialen, nicht umsonst lautet ein Slogan von ERC "Unabhängigkeit und Sozialismus". Auch abseits der rein parteiplitischen Ebene finden sich eher heterogene Ansichten unter den Befürwortern der Sezession. Ein Teil, der aber vermutlich nicht die Mehrheit stellt, interessiert sich in der Tat für die katalanische "Nation". Hier finden sich m. E. viele katalanische Muttersprachler, die eine Abspaltung seit langem befürworten. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil befürwortet ein unabhängiges Katalonien aber aus fiskalischen Gründen und eher seit kurzem. M. E. sind sehr wenige Gemeinsamkeiten "der Unabhängigkeitsbewegung" zu erkennen und fortschrittliche Aspekte an ihr nur zu einem verschwindend geringen Anteil.