Und es waren doch ukrainische Kampfjets!

MH-17-Abschuss Immer mehr Beweise und Indizien deuten daraufhin, dass nicht die Separatisten im Osten der Ukraine, sondern das ukrainische Militär die MH-17 abschoss...
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Die Theorie vom Abschuss der MH-17 durch Separatisten lässt sich nicht mehr aufrechterhalten. Vor allem die Einschusslöcher im Rumpf «löchern» die vom Westen verbreitete Version der Ereignisse. Die «Stuttgarter Nachrichten», sowie Millionen empörter Menschen weltweit, fordern »die Wahrheit, bitte«!

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In den Niederlanden ist anlässlich der vom «Dutch Safety Board» übernommenen Untersuchung zur Absturzursache der MH-17 große Empörung in der Öffentlichkeit ausgebrochen und eine heiße Debatte über eine lange unbeachtet gebliebene Meldung der ukrainischen Staatsanwaltschaft entbrannt:

„Die Ergebnisse der Ermittlungen werden nach Abschluss sowie nach Zustimmung aller Parteien, die an der Untersuchung beteiligt sind, bekannt gegeben.“

Um zu verstehen, was die holländische Öffentlichkeit so sehr empört, muss zunächst ins Gedächtnis gerufen werden, welche gesicherten Informationen ihr zum Abschuss der Boeing 777-200ER zur Verfügung stehen:

»Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde es abgeschossen«, schrieb «Heise» in der zweiten August-Woche. »Damit enden bereits die öffentlich bekannten Erkenntnisse«.

In «Die Welt» stand kürzlich:

»Mehr als Mutmaßungen gibt es aber auch eineinhalb Monate nach dem Crash mit 298 Toten nicht. (...) Daran wird sich aller Voraussicht nach auch nichts ändern« – jedenfalls nicht aus offizieller Sicht.

Weder die versprochenen Satellitenbilder seitens der USA, noch die Ergebnisse der Untersuchung des Flugschreibers wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und als wäre das nicht schon schlimm genug gibt das «Dutch Safety Board» gegenüber «Die Welt» offen zu, dass sie selbst in ihrem irgendwann im Laufe des Jahres erscheinenden zweiten Untersuchungsbericht keine Erkenntnisse über die Schuldfrage zu Tage tragen werden.

„Unsere Aufgabe ist es herauszufinden, was passiert ist, und nicht, jemanden zu beschuldigen. Wir wollen Lehren für die Zukunft ziehen“, kommentierte Sara Vernooij vom «Dutch Safety Board».

Allen Hoffnungen der trauernden zum Trotz, wurde außerdem bekannt gegeben, dass die Aufzeichnungen des Stimmenrekorders unter Verschluss bleiben sollen. De facto wurden die letzten Worte der Piloten der MH-17 als «geheim» eingestuft. Kein Wunder also, dass die holländische Öffentlichkeit empört ist, die noch immer um die über 190 bei dem Abschuss verstorbenen Landsmänner trauert.

Der eigentliche Grund für die Empörung der Holländer ist allerdings noch etwas komplexer und nicht nur auf die vom Westen unterdrückten Untersuchungsergebnisse zum Abschuss zurückzuführen, sondern es geht um das „Zustimmung aller Parteien“ der eingangs erwähnten Meldung der ukrainischen Staatsanwaltschaft.

Wer sind diese «Parteien» von denen die ukrainische Staatsanwaltschaft spricht?

»Dies sind neben den Niederländern auch Belgier, Australier und die Ukraine«, schrieb die «Sächsische Zeitung», »erstaunlicherweise aber nicht die malaysische Seite.«

Und warum ist ausgerechnet Malaysia an der Untersuchung zum Abschuss eines Flugzugs einer malaysischen Airline nicht beteiligt? Mit der Suche der Antwort auf diese Frage, kommen wir dem Grund für die Empörung der Holländer schon näher...

Eine malaysische Sicht auf die Geschehnisse

Könnte es daran liegen, dass die malaysische Regierung der Meinung ist, dass die Regierung in Kiew für den Abschuss der Passagiermaschine verantwortlich ist? Das mag auf den ersten Blick verrückt klingen, ist aber angesichts einiger Aussagen der «New Straits Times», dem Flaggschiff der malaysischen Presse, nicht sehr weit hergeholt:

»Geheimdienst-Analysten in den USA haben bereits herausgefunden, dass das malaysische Flugzeug MH-17 von einer Luft-Luft-Rakete abgeschossen wurde und die ukrainische Regierung musste darin verwickelt sein. Das bestärkt die jetzt durch die Untersucher vor Ort bekanntwerdende Theorie, dass die Boeing 777-200 von einer Luft-Luft-Rakete angeschossen und von Feuer aus Kampfjet-Bordkanonen endgültig erledigt wurde. Der Jet beschattete die Boeing, als sie auf die Erde hinabstürzte.«

Weiter zitierte sie Robert Parry, einen ehemaligen Angestellten bei «Associated Press» (AP):

»Einige US-Geheimdienstanalysten haben herausgefunden, dass es wahrscheinlich nicht die Schuld der Rebellen war. Laut einer Quelle, die über die Ergebnisse bestens unterrichtet ist, sieht es nun so aus, als ob es Regierungstruppen waren.«

Diese Aussagen sind vor allem deshalb so interessant, weil die malaysische Medienlandschaft —besonders die englischsprachige, nach außen als Sprachrohr fungierende «New Straits Times»— unter strenger Kontrolle und Einflussnahme der malaysischen Regierung steht. Außerdem dürften sie einen Einblick geben wie Teile der malaysischen Öffentlichkeit inzwischen über den Abschuss denken.

Aber kann diese Theorie tatsächlich stimmen?

Einige mögen einwenden, dass aus Malaysia —also ausgerechnet dem Land, das als einziges weltweit George W. Bush, Donald Rumsfeld, Dick Cheney und 5 weitere Mitglieder der ehemaligen US-Regierung wegen Kriegsverbrechen verurteilte und überwiegend von Muslimen bevölkert ist— keine objektiven Einschätzungen zu dem Hergang des Abschusses zu erwarten sind...

Aber könnte diese malaysische Darstellung der Geschehnisse zutreffend sein?

Experten aller Couleur sind sich mehr oder weniger einig darüber, dass der Abschuss der MH-17 höchstwahrscheinlich von einer der drei Parteien zu verantworten sein muss: Von Russland, von der Ukraine selbst oder —entsprechend der offiziellen Version des Westens— von den Separatisten im Osten der Ukraine.

Im Folgenden werden die drei gängigsten Szenarien kurz durchleuchtet:

Szenario 1: Russland ist für den Abschuss verantwortlich

Die Vermutung, nach der Russland den Abschuss der Maschine zu verantworten hat, war eine kurzlebige und basierte auf medienwirksamen Behauptungen des Westens. Obama sagte beispielsweise:

„Das war kein Unfall. Das passiert wegen russischer Unterstützung.“

Allerdings gestand auch die USA bereits wenige Tage nach dem Abschuss der MH-17 ein, dass sie Russland nicht mit dem Abschuss in Verbindung bringen kann. Die Zweifel in den Köpfen der Menschen dürften dennoch gesät sein und indirekt wird Russland auch heute noch beschuldigt, da man es für die Taten der Separatisten verantwortlich macht, die wiederum nach der offiziell propagierten Version des Westens die Schuldigen des Abschuss der MH-17 sind.


Szenario 2: Ukrainische Kampfjets schossen die MH-17 ab

Gab es überhaupt ukrainische Kampfjets in der Nähe der MH-17 zu dem Zeitpunkt des Abschusses?

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Einer der wichtigsten Zeugen könnte der —nach eigenen Angaben— spanische Fluglotse Carlos sein, der direkt nach dem Abschuss aus der Ukraine unter anderem folgendes twitterte:

„Das B777 Flugzeug wurde von ukrainischen Kampfjets begleitet, bevor es 2 min später vom Radar verschwand“

Es muss erwähnt werden, dass mir aktuell kein Beweis vorliegt, dass es tatsächlich einen Carlos gibt, der zu dem Zeitpunkt des Abschusses als Fluglotse in der Ukraine arbeitete – Kiew bestreitet dies auch vehement. Auch sind mir keine weiteren Daten zur Person «Carlos» bekannt – mit der Ausnahme des Namens seines Twitter-Accounts: @spainbuca.

Dass er kurz nach dem Abschuss über mehrere Stunden hinweg brisante Insider-Informationen twitterte, ist dagegen gesichertes Wissen, da dies von hunderten Followern auf Twitter dokumentiert und von Journalisten weltweit aufgegriffen wurde. Der Twitter-Account wurde noch am gleichen Tag —vermutlich von Twitter selbst— gelöscht.

Carlos hatte sich bereits Monate vor dem Abschuss der MH-17 durch seine kontroversen Tweets über die Nazis vom Maidan und den «Rechten Sektor» einen Namen gemacht und wurde sogar am 08. Mai vom spanischsprachigen «RT» interviewt. In diesem Interview gibt er unter anderem an, das er mehrfach Repressalien erdulden musste und man ihm androhte ihn und seine Familie binnen 24 Stunden aus der Ukraine abzuschieben, falls er seine Berichterstattung nicht unterlassen würde. Vereinzelt gab es wohl auch Morddrohungen.

Was heute aus Carlos geworden ist weiß ich nicht. Ich vermute er ist entweder untergetaucht oder man hat ihn verschwinden lassen...

Auch auf BBC lief am 23. Juli ein Video-Beitrag, in dem die Rede von einem Kampfjet war. Eine zu Wort kommende Augenzeugin des Abschusses der MH-17 sagte beispielsweise:

„Und ja, da war ein anderes Flugzeug, ein militärisches, direkt neben dran. Jeder hat es gesehen.“

BBC zensierte sich allerdings kurz darauf selbst und entfernte den Beitrag wieder. Er ist nur deshalb noch zu finden, weil er von einigen Zuschauern im Internet konserviert wurde.

„Die Ukrainische Regierung bestreitet diese Version der Ereignisse“, sagte die BBC-Reporterin Olga Ivshina, in dem Bericht. „Sie glaubt die Boeing wäre durch eine —von einem BUK-System abgefeuerte— Rakete abgeschossen worden, die aus Richtung Russland kam“.

Russland sprach von Anfang an von ukrainischen Jets

Russland präsentierte bereits am 21. Juli Satellitenbilder, die mindestens ein Kampfjet bestätigen sollen. Die FAZ schreibt dazu:

»Andrej Kartapolow, ein Mitglied des russischen Generalstabs, präsentierte angebliche Aufzeichnungen der russischen Flugüberwachung. Sie sollen zeigen, dass vor dem Absturz ein Kampfflugzeug der ukrainischen Streitkräfte, „wahrscheinlich“ des Typs Suchoi-25, „drei bis fünf Kilometer“ von der Boeing 777 entfernt gewesen und „auf derselben Höhe“ wie diese geflogen sei.

(...)Kartapolow sagte, mit seinen Luft-Luft-Raketen könne ein solches Kampfflugzeug ein Ziel auf diese Entfernung gewiss zerstören. Kartopolow forderte die Ukraine auf, Auskunft über das Kampfflugzeug zu geben, und bezeichnete Angaben aus Kiew, am Donnerstag seien in der Gegend keine ukrainischen Kampfflugzeuge in der Luft gewesen, als falsch.«

So nebenbei: Ist ihnen die Rhetorik der «FAZ» aufgefallen? Angebliche Aufzeichnungen, die zeigen sollen, dass es wahrscheinlich ein Flugzeug dieses Typs war... Damit soll der Eindruck vermittelt werden, dass man dieser Information nicht glauben kann. Aber zurück zum Thema.

Die USA kündigte zum Zweck der Aufklärung eigene Satellitenbilder an, jedoch sind diese auch knapp 50 Tage nach dem Abschuss noch nicht veröffentlicht worden. Man kann davon ausgehen, dass dies auch nicht mehr geschehen wird, denn selbst wenn sie heute diese Satellitenbilder veröffentlichen würde, wären diese wenig glaubhaft. Die bloße Behauptung seitens der USA, man hätte eigene Satellitenbilder die den Abschuss der MH-17 durch russische Separatisten beweisen würden, musste genügen um die Zeit zu überbrücken, in der die westlichen Medien noch die russischen Anschuldigungen abdruckten.

Zweifel an der offiziellen Theorie

Die Anwesenheit von ukrainischen Kampfjets lässt sich von mir —angesichts dessen, dass ich mich bezüglich «gesichertem Wissen» hauptsächlich auf den westlichen Mainstream beschränkt habe und nicht etwa auf russische oder alternative Medien— nicht zweifelsfrei beweisen. Mir ist allerdings auch nicht bekannt, dass der Westen jemals den ernsthaften Versuch unternahm die Anschuldigungen Russlands zu widerlegen und seit geraumer Zeit gibt es zu den Themen «Satellitenbilder» und «Kampfjets» in der westlichen Medienlandschaft auch kaum noch anderes als eisernes Schweigen.

Da die USA die Anschuldigungen Russlands aber nicht mit eigenen Satellitenbildern entkräftete und da die Untersuchungsergebnisse des Flugschreibers und des Stimmenrekorders unter Verschluss gehalten werden, lässt sich erahnen, dass es vermutlich wirklich mindestens einen Kampfjet gab.

Russland ist von seiner Version der Geschichte nie abgewichen und scheint jetzt Bestätigung damit zu bekommen, dass der Westen die Informationen um die Einschusslöcher im Rumpf nicht mehr unterdrücken kann.

»Die bisherige Theorie über den Abschuss ist nicht belegt – und die Zweifel an der Unabhängigkeit der Ermittler wachsen«, schrieb die «Sächsische Zeitung». »Internationale Experten und sogar Fachleute der Lufthansa halten angesichts der Form der Durchlöcherung des Rumpfes auch einen Abschuss durch Bordwaffen eines Jagdbombers für denkbar. „Dafür sprechen die Durchschüsse an beiden Seiten des Rumpfes, die für eine Boden-Luft-Rakete nicht typisch sind“, betonte einer der Ermittler auf Nachfrage«.

Die «Stuttgarter Nachrichten» schrieben gar:

Die Angehörigen der Opfer des MH-17-Abschusses »fürchten, dass sie nicht nur ihre Lieben bei dieser Katastrophe über Donezk verloren haben, sondern dass man ihnen nun auch noch die Wahrheit vorenthalten oder politisch passend präsentieren will.

(...)Tatsächlich erstaunen zahllose Ungereimtheiten, abweichende Angaben und missverständliche Theorien, denen zufolge entweder prorussische Rebellen oder Einheiten Moskaus oder sogar Kiews als Urheber für den Absturz infrage kommen. Und dass die US-Regierung, die sich ansonsten keine Gelegenheit entgehen lässt, Russland an den Pranger zu stellen, geradezu erschütternd schnell wieder zur Tagesordnung übergegangen ist, darf auch verwundern.«

Ganz offensichtlich lässt sich die Theorie, nach der ukrainische Kampfjets die Passagiermaschine MH-17 abschossen, also zumindest nicht ausschließen.

Szenario 3: Separatisten schossen die MH-17 mit einem BUK-Waffensystem ab

Die aktuell vom Westen verbreitete Theorie besagt, dass die MH-17 aus Versehen abgeschossen wurde. Diese Theorie klingt auf den ersten Blick auch dann noch realistisch, wenn man die zwei ukrainischen Kampfjets mit in die Theorie einbaut – ja, die Theorie macht erst dann wirklich Sinn. Es klingt plausibel, dass die Separatisten versuchten einen ukrainischen Kampfjet abzuschießen, aber aus Versehen das Passagierflugzeug trafen – dies würde jedenfalls das fehlende Motiv der Separatisten erklären.

Aber wie lassen sich die Einschusslöcher in die Theorie einbauen?

Die «Sächsische Zeitung» schrieb, dass »laut Experten auch ein Treffer durch eine Rakete, etwa des russischen Luftabwehrsystems BukM1 nicht völlig auszuschließen« ist. »In Luftabwehrraketen solcher Art finden auch Gefechtsköpfe Anwendung, die mit Splitterladungen gefüllt sind«.

Ähnliches schrieb auch «Die Welt», während offensichtlich versucht wird die Verfechter der Kampf-Jet Theorie pauschal als unglaubwürdig erscheinen zu lassen:

»Als Beweis werden Fotos des Wracks angeführt, auf denen kleine Einschusslöcher zu sehen sind. Dass diese auch von den Splittern einer Rakete stammen könnten, wird verschwiegen.«

Pensionierter Lufthansa-Pilot geht von Abschuss durch Bordfeuer aus

Man muss der «Sächsische Zeitung» und auch der «Die Welt» an dieser Stelle wohl ein Lob aussprechen, denn die ansonsten —meiner persönlichen Meinung nach— sehr linientreue deutsche Presselandschaft hat die Einschusslöcher bisher kaum erwähnt.

http://www.anderweltonline.com/fileadmin/_processed_/csm_Pe201103_Kopie_a3e7196e0f.jpg

Dennoch bin ich der Meinung, dass beide dieses gesicherte Wissen verharmlosen. Zum Beispiel schrieb die «Sächsische Zeitung», dass ein Experte der Lufthansa einen Abschuss durch einen Kampfjet für «möglich» hält. Mit Experte der Lufthansa meinte sie höchstwahrscheinlich Peter Haisenko, einen pensionierten Lufthansa-Piloten, dessen MH-17 Analysen ihn über Nacht berühmt machten. Dieser hält den Abschuss durch einen Kampfjet aber nicht nur für «möglich», sondern für äußerst wahrscheinlich:

„Man kann Ein- und Austrittslöcher sehen. Der Rand eines Teils der Löcher ist nach ! innen ! gebogen. Das sind die kleineren Löcher, rund und sauber, etwa Kaliber 30 Millimeter. (...) Weiterhin sind kleinere Schnitte zu erkennen, alle nach außen gebogen, die darauf hinweisen, dass Splitter die Außenhaut vom Inneren des Cockpits her durchschlagen haben.

(...)Was kann also passiert sein? Russland hat Radaraufzeichnungen veröffentlicht, die mindestens eine ukrainische SU 25 in der nächsten Nähe der MH 017 zeigen. Das korrespondiert mit der Aussage des verschollenen spanischen Controllers, der zwei ukrainische Kampfflugzeuge in der direkten Nähe der MH 017 gesehen hat.“

Der spanische «Controller», den Peter Haisenko hier beiläufig erwähnt, ist natürlich der bereits thematisierte Carlos, der nicht nur die Anwesenheit von ukrainischen Kampfjets bestätigte, sondern unter anderem auch folgendes twitterte:

„Flugzeug abgeschossen, abgeschossen, abgeschossen, kein Unfall“

oder

„Jetzt hat Kiew was sie wollten, ich habe es schon in den ersten tw [Tweets] gesagt, Kiew ist verantwortlich“

oder

„Bevor sie mir das Handy wegnehmen oder mir den Hals umdrehen; abgeschossen von Kiew“

...

Weiter schrieb Peter Haisenko:

„Betrachten wir dazu die Bewaffnung der SU 25: Sie ist ausgerüstet mit einer zweiläufigen 30-mm-Kanone, Typ GSch-302 /AO-17A, Kampfsatz: 250 Schuss Panzerbrand- bzw. Splitter-Spreng-Geschosse, die in einer definierten Reihenfolge in einem Gliederzerfallgurt befestigt sind. Das Cockpit der MH 017 ist von zwei Seiten beschossen worden: Ein- und Austrittslöcher auf derselben Seite.“

http://de.sott.net/image/s9/197481/full/cockpit2.jpg

Die Aussagen von Peter Haisenko decken sich mit den Aussagen eines ukrainischstämmigen OSZE-Beobachters aus Kanada, Michael Bociurkiw, der die Wrackteile mit eigenen Augen sah und in einer kanadischen Nachrichtensendung sagte:

„Da waren zwei oder drei Stücke des Flugzeugrumpfes, die geradezu durchlöchert waren, von etwas, das wie Maschinengewehrfeuer aussah – sehr, sehr heftiges Maschinengewehrfeuer.“

Die Worte der «Sächsische Zeitung» schließen die Analyse des 3. Szenarios —und gleichzeitig der vom Westen propagierten Version der Ereignisse— perfekt ab:

»Die bisherige Theorie vom versehentlichen Abschuss durch pro-russische Rebellen hat (...) Löcher bekommen.«

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sie ist keinesfalls —wie im Westen immer noch oft angenommen wird— gesichertes Wissen, sondern wird zunehmend unwahrscheinlicher.


Fazit zu den drei gängigsten Szenarien

Erinnern wir uns an die Meldung der ukrainischen Staatsanwaltschaft:

„Die Ergebnisse der Ermittlungen werden nach Abschluss sowie nach Zustimmung aller Parteien, die an der Untersuchung beteiligt sind, bekannt gegeben.“

Anders ausgedrückt werden die Ermittlungsergebnisse nur dann veröffentlicht, wenn die ukrainische Regierung und die anderen drei an der Untersuchung beteiligten Länder, dies einstimmig beschließen.

Aber wird dann nicht der Bock zum Gärtner gemacht? Wenn Kiew doch einer der Hauptverdächtigen ist, wieso hat es dann ein Vetorecht beim Veröffentlichen von Ermittlungsergebnissen?

Genau diese Thesen werden in den Niederlanden gerade heftigst debattiert und ich hoffe mit diesem Artikel meinen Beitrag leisten zu können, dass diese Debatte auch im deutschsprachigen Raum beginnt – abseits der als «Verschwörungstheoretiker» diffamierten alternativen Medien und Aufklärungsportale.

Mit der folgenden Analyse der Facebook-Seite «Anonymous» möchte ich meine Analyse abschließen, da ich es selbst nicht besser ausdrücken könnte:

»In gewisser Hinsicht ist es eigentlich unerheblich, ob die offiziellen Ergebnisse der Ermittlung im Zusammenhang mit dem Absturz jemals veröffentlicht werden. Das gilt für jede «Ermittlung» dieser Art, an der einer der Hauptverdächtigen der zu untersuchenden Tat beteiligt ist und zugleich noch über eine Vetovollmacht verfügt.

(...)Stellen wir uns doch einmal Ermittlungen in einem Fall von Massenmord vor, bei dem 298 unschuldige Menschen abgeschlachtet wurden und in dem es nur drei Verdächtige gibt (in unserem Fall die Ukraine, die prorussischen Rebellen und Russland selbst). Einer dieser drei Verdächtigen ist per Veto nun in der Lage, die Veröffentlichung der Ermittlungsergebnisse zu verhindern. Beziehen wir dieses Beispiel nun auf unseren Fall, in dem die Ukraine sowohl «Verdächtiger» als auch «Ermittler» mit Vetovollmacht ist. Keiner der beiden anderen Verdächtigen verfügt über ähnliche Vetovollmachten im Zusammenhang mit dieser «Ermittlung»...

(...)Die internationale Gemeinschaft müsste sich offensichtlich völlig zum Narren machen, sollte sie einer solchen Ermittlung in irgendeiner Weise Glauben schenken.

(...)Was nun den Abschuss der Passagiermaschine MH-17 angeht, so liegen bereits weitaus mehr Informationen vor, als die offiziellen «Ermittlungen» —wenn ihre Ergebnisse überhaupt veröffentlicht werden— enthüllten könnten. Sie weisen sehr deutlich dem ukrainischen Militär die Schuld für den Abschuss zu, der nur ein weiteres Beispiel für ihre «Operationen unter falscher Flagge» ist. Aber entgegen der Behauptung der ukrainischen Regierung, nach der die Rebellen das Flugzeug «versehentlich» abgeschossen hätten, schoss die Ukraine das Flugzeug mit tödlicher Absicht und in vollem Wissen um die Folgen ab.«

Für all jene, die noch nicht genug haben und weiter recherchieren wollen

Daniele Ganser

Für all jene, die sich mit der Frage «Cui Bono? - Wem nützt es?» beschäftigen und nicht so recht wissen, wo sie ansetzen sollen, empfehle ich sich mit Prof. Dr. Daniele Ganser auseinanderzusetzen. Mir ist niemand bekannt, der die Motive der NATO so wunderbar und glaubhaft auf den Punkt bringt wie er.

Das folgende Interview —geführt von KenFM—, ist als Einstieg sehr gut geeignet:

Gabriele Krone-Schmalz

Gabriele Krone-Schmalz war jahrelang ARD-Korrespondentin in Moskau und weiß sich sehr gut und sehr differenziert auszudrücken. Man merkt ihr ihre Kompetenz mit jedem Satz an und sie spricht sehr deutliche, kritische Worte gegenüber der westlichen Berichterstattung. Sie versteht wie kaum ein anderer Journalist die politischen Hintergründe der Auseinandersetzung und bringt diese gekonnt und für den Zuhörer leicht verständlich auf den Punkt. Dies hat sie in Dutzenden Talk-Shows —zum Beispiel bei Anne Will— oder bei der gehaltenen Laudatio des Aachener Friedenspreises bewiesen

Ihre Kritik versteht sie als „Liebeserklärung an den seriösen Journalismus“.

Corbett-Report

James Corbett, Begründer einer Seite für Open-Source-Journalismus —corbettreport.com—, hat basierend auf den von der Community zusammengetragenen Erkenntnissen ein außergewöhnlich detailreiches Podcast erstellt. Natürlich war es mein Anspruch in dem Artikel Mainstream-Quellen für die Beweisführung zu verwenden, aber ich hätte die meisten meiner Quellen durch dieses eine Video ersetzen können, denn hier wird alles wichtige, was es über den Abschuss der MH-17 zu erwähnen gibt, auf den Punkt gebracht.

Ich empfehle jedem, der der englischen Sprache mächtig ist und noch viel mehr Details zum Abschuss der MH-17 erfahren will, sich den Vortrag anzuschauen:

MH-370 und alte Leichen

Im Internet finden sich einige sehr schräge Verschwörungstheorien rund um den Abschuss der MH-17. Eine der interessanteren Theorien ist die, dass in Wirklichkeit die bereits im März verschwundene MH-370 und nicht die MH-17, abgeschossen wurde.

Am langlebigsten und mit den meisten Anhängern ist allerdings diese Theorie:

Eine der Augenzeuginnen, die sehr früh am Absturzort war, sagte aus, sie habe überwiegend alte Leichen vorgefunden unter denen kaum Europäer waren, dass es stark nach Formaldehyd gestunken haben soll —wird zum konservieren von Leichen verwendet—, die Koffer fast ausschließlich mit Winterklamotten bepackt waren und dass die neusten Fotos der gefundenen SD-Karten vom Oktober 2013 sind.

Die Frau in dem Video klingt jedenfalls glaubwürdig und die Argumentation ist halbwegs schlüssig, allerdings sind mir keine glaubwürdigen Indizien, Beweise oder Quellen bekannt, die diese Theorie stützen und es würde an der Message die ich überbringen will auch nichts ändern. Soll sich jeder selbst ein Bild machen.

Zbigniew Brzezinski – Die einzige Weltmacht

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/eb/Brzezinski_1977.jpg

Zu guter Letzt —für die hartgesottenen, die sich mit knallharter Geostrategie befassen wollen— empfehle ich das Buch «Die einzige Weltmacht». Geschrieben von einem der wichtigsten Geostrategen überhaupt und dem Mann, der von sich selbst einmal behauptet haben soll, er habe die UDSSR zu Fall gebracht – Zbigniew Brzezinski.

Es ist mit das wichtigste Buch auf dem Markt, wenn es um Geostrategie aus Sicht der USA geht und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es geostrategischen Horizont um ein vielfaches erweitern kann.

Diesen Abschnitt habe ich einem Artikel von «Die Linke» entnommen, der sehr schön zusammenfasst, warum das Buch bezüglich der Ukraine so relevant ist:

»„Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion existiert nur noch eine Supermacht auf dieser Erde: die Vereinigten Staaten von Amerika. Und noch nie in der Geschichte der Menschheit hat eine Nation über so große wirtschaftliche, politische und militärische Mittel verfügt, um ihre Interessen durchzusetzen.

(...)In einer brillanten strategischen Analyse legt Brzezinski dar, (…) wie Amerika sich verhalten muss, um seine Weltmachtstellung zu erhalten.“

(...)Dies sind Bemerkungen, die dem 1997 erschienenen Buch von Zbigniew Brzezinski, «Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft», vorausgehen. Im Sach- und Personenregister dieser strategischen Analyse taucht der Begriff Ukraine etwa so häufig auf wie der Chinas und Deutschlands. Nur Russland wird noch öfter behandelt. Allein das verdeutlicht den Stellenwert der Ukraine im Streben der USA, ihre Vorherrschaft in der Welt zu sichern.

(...)Auch die Rolle der EU ist knallhart interessengeleitet. Heute heißt es nicht selten, der Westen habe im Kontext mit der Ukraine Fehler gemacht, da Russlands Interessen ungenügend berücksichtigt worden seien. Letzteres ist richtig. Aber Fehler? In Brzezinskis «Die einzige Weltmacht» ist nachlesbar, wie langfristig die die Ukraine betreffenden «Fehler» von NATO und EU geplant wurden.«

Ganz große Empfehlung!

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Großer Dank geht insbesondere an Osman Tansik, aber auch an alle anderen die mir beim Schreiben dieses Artikels geholfen haben. Vielen Dank auch an alle, die mir künftig helfen werden ihn unters Volk zu mischen.
00:13 09.09.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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