Der Stoff war gut und billig

DROGEN Michael Mach hängt seit 35 Jahren an der Nadel. Vor sieben Jahren gründete er gemeinsam mit anderen Alt-Junkies die Heroin-Initiative Hamburg. Der Optimismus der Anfangsjahre ist jedoch verflogen
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Ein Mädchen steht neben einem parkenden Auto und beugt sich zum Außenspiegel. Im ersten Moment kommt dem Beobachter der Gedanke, dass sie ihren Lippenstift nachziehen will. Aber sie sucht ihren Hals ab nach einer Einstichstelle für die Heroinspritze.

Solche Bilder erschüttern selbst Michael Mach. Fast jeder in der Hamburger Drogenszene kennt den Mann mit dem schmalen Gesicht und den weißgrauen Haaren, die glatt seinen Rücken herunterfallen. Und kaum einer kennt die Szene so gut wie er. Fast täglich kommt er nach St. Georg, wo in der Nähe des Hauptbahnhofs mehrere hundert Junkies ihren Treffpunkt haben. Für sie ist die Szene Kontaktbörse und Umschlagplatz für Drogen aller Art.

Für viele Bürger sind die Abhängigen die Provok