StefanK

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RE: Kein Selbstläufer | 28.12.2016 | 19:23

Eine guter Überblick, trotz vieler fehlender Aspekte. Hier nur Anmerkungen zu einem:

Die Digitalisierung wird nicht nur die wirtschaftliche Spaltung Europas vertiefen, sondern sich global auswirken. Die Fertigung von Schuhe, Kleidung, Mobiltelefone, die heute in den Ländern Asiens noch per Hand erfolgt, wird schnell durch Industrie 4.0 eliminiert werden.

Adidas brüstet sich damit die Schuhindustrie mit der ‚Speedfactory‘ nach Deutschland zurückzuholen. Sportschuhe sollen nach den exakten Wünschen des/der modebewussten Kunden/Kundinnen innerhalb weniger Stunden vollautomatisch hergestellt und dem Kunden in die Hand gelegt werden. Ohne teure Transporte, umweltschonend und vor allem ohne steigende Lohnkosten der lauter werdenden Arbeiter in Asien. Die erste Adidas-Speedfactory in Ansbach produziert bereits. Weitere Fabriken sind in den USA in Bau.

Die Zahl der neuen Arbeitsplätze in Deutschland wird verschwindend klein sein. Die Zahl der Arbeitsplätze, die in Vietnam, Bangladesch und anderswo wegfallen, wird allerdings riesengroß sein. Allein in Vietnam arbeiten zirka 9 Millionen Menschen in der Schuh- und Bekleidungsindustrie.

Wie dies Problem gelöst wird, ist noch völlig offen. Die kapitalistische Wettbewerbswirtschaft wird es nicht tun.

Stefan Kühner

RE: Zukunft der Atomenergie in Asien | 28.12.2016 | 18:17

Was steckt hinter Entscheidung Vietnams, die Atomprojekte auszusetzten?

Da fragt man doch am besten vietnamesische Medien oder Institutionen, die in Vietnam auf dem Feld der Energiepolitik arbeiten.

Nach Jahren der Verzögerung beim Bau des ersten Nuklearkraftwerks hat die Regierung Vietnams im November 2016 beschlossen, keine Kernkraftwerke zu bauen. Vietnams Parlament hat diesen Beschluss am 23.11.2016 bestätigt. Die Begründung kann an verschiedenen Stellen im Internet nachgelesen werden: Es gibt unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen keine Notwendigkeit für diese Art der Energiegewinnung. Die Regierung Vietnams nennt drei HauptgründeGründe. Ein geringerer Energiebedarf als noch vor Jahren erwartet, die hohen Kosten für die Kernenergie, Sicherheitsbedenken beim Betrieb der Kernkraft (nach Fukushima). Das Land will sich stärker auf erneuerbare Energien konzentrieren.

Das hört sich gut und vernünftig an und ist es nach meiner Meinung auch. Dass die Orientierung auf alternative Energien nicht nur Gerede sind, zeigt die Inbetriebnahme eines staatlich betriebenen Windparks in Phu Lac (Südvietnam). Die Windkraftanlage wurde durch Kredite der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von 35 Millionen Euro finanziert. Die zwölf Windkrafträder der 24-Megawatt-Anlage werden 50.000 MWh Strom pro Jahr ins Netz einspeisen und dabei mindestens 28.000 t CO2-Emissionen jährlich vermeiden.

Die Direktorin des Green Innovation and Development Centre Viet Nam Nguy Thi Khanh begrüßt die Entscheidung in einem Interview mit der Friedrich Ebert Stiftung. Sie bestätigt die Gründe und fügt noch einen weiteren Grund für das Aus der Energiegewinnung durch Kernkraft in Vietnam hinzu: Vietnam will zukünftig mehr Energie im Verbund mit den Nachbarländern nutzen.

Stefan Kühner
Stellvertretender Vorsitzender Freundschaftsgesellschaft Vietnam

RE: Keine Flucht ins Vergessen | 18.02.2009 | 00:01

Wenigstens eine Zeitung, die aufzeigt welche Rolle 'die UNO und eine Mehrheit der Länder' gegenüber der Pol Pot, Kieu Samphan und Ieng Sary gespielt hat! Dank dafür Lutz Herden.

Hizufügen will ich, dass auch die Bundesrepublik Deutschland zu dieser 'Mehrheit' gehörte. Und ebenfalls hinzufügen will ich noch, dass es von Regierungsseite der BRD nach der Verjagung Pol Pot keinerlei Hilfe für die so unendlich geplagten Menschen gab. Ohne Rücksicht auf die Menschen in Kambodscha wurde die Feind-Politik de kalten Krieges zelebriert Lediglich kleine private Organisationen wie die "Hilfsaktion Vietnam" der kürzlich verstorbenen Sybille Weber halfen. Anders sah es da mit der Hilfe aus der DDR aus. Auch dies darf gesagt werden.