RE: Die Zukunft der Männer | 11.04.2017 | 13:56

Vielen Dank für Ihre interessante Antwort auf mein erstes Posting.

Aus zeitlichen Gründen möchte ich auf eine Antwort meinerseits verzichten damit ich zum Thema Qualitätsverlust im Schulsystem springen kann, um etwas aus meiner Sicht wichtiges zu diesem Thema zu bemerken. Zwar bezweifele ich, dass die Genderwissenschaft oder Gendermainstreaming jetzt schon so lange und so tiefgreifend das Schulsystem beeinflußt haben, dass man sie zuverlässig als Ursache für Qualitätsverluste identifitieren könnte. Dennoch sind m.E. Politiker gerade dabei zumindest in einen bestimmten Bereich der Pädagogik grundlegende Änderungen durchzuführen, die auch bei vorsichtiger Einschätzung wahrscheinlich großen Schaden anrichten werden. Im Einklang mit Thesen aus der Genderforschung und Gendermainstreaming wird derzeit in Deutschland die sog. "Pädagogik der Sexuellen Vielfalt" in Schulen schrittweise eingeführt.

Die Entwickler dieser Pädagogik haben einen perfiden Trick angewandt, um eine umfassende "gendersensible" Sexualerziehung (inkl. das Konzept "Sexuelle Vielfalt") auch für die Jüngsten (Volkschüler, aber auch Kindergartenkinder werden angepeilt) möglichst verpflichtend einführen zu können. Sie haben das in der Psychologie nur schwach begründete theoretische Modell der frühkindlichen (ab der Geburt) psychosexuellen Persönlichkeitsentwicklung in ein Faktum "umgewandelt". Der erste Theoretiker, der diese Theorie postulierte war Freud. Aufgrund von Anamnesen und Krankheitsbildern seiner (vorwiegend weiblichen, ausschließlich erwachsenen) Patienten versuchte er auf mögliche Störungen ihrer frühkindlichen Persönlichkeitsentwicklung rückzuschließen, und spekulierte, dass Störungen eines von ihm angenommenen psychosexuellen Persönlichkeitsaspektes ursächlich für die Krankheitsbilder der inzwischen erwachsenen Patienten wären. Weder Freud, noch sonst ein Psychologe bis zum heutigen Tag, hat auch nur den geringsten empirischen Beweis für diese Theorie erbringen können. Im Gegentteil, vieles spricht gegen die Richtigkeit der Theorie. Ebensowenig konnten Beweise für die Richtigkeit von späteren, moderneren Theorien zur frühkindlichen psychosexuellen Entwicklung erbracht werden, darüberhinaus fehlen überzeugende, schlüssige Begründungen.

Trotzdem haben die für die relevanten Richtlinien zuständigen Sexualpädagogen in diesen Richtlinien in aller Klarheit und Arroganz festgehalten, dass es ein wissenschaftlich gesichertes Faktum sei, dass Kinder ab der Geburt sexuelle Wesen mit sexuellen Bedürfnissen wären, im Kleinkindalter sexuelle Verhaltensweisen entwickeln würden und, dass bereits ab diesem Alter hinsichtlich ihrer sexuellen Entwicklung (pädagogische) Begleitung und Unterstütztung sinnvoll wäre.

Damit führen die zuständigen Sexualpädagogen zuständige Politiker voll in die Irre und bringen diese dazu ihren unwissenschaftlichen Schwachsinn (Richtlinien und darauf beruhende Methoden) zu genehmigen. Es handelt sich um eine nicht zu überbietende Arroganz.

Beispiel: Die Deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat im Auftrag der WHO übergeordnete pädagogische Richtlinien für Sexualerklärung in Europa verfasst. Laut diesen Richtlinien üben sich Kleinkinder in frühkindlicher Masturbation" und Selbsstimmulation". Kinder seien ab ihrer Geburt sexuelle Wesen mit sexuellen Bedürfnissen. Aus wissenschaftlicher Sicht sind diese Feststellungen glatte Lügen.

In Richtlinien der Bundesländer wird dieser Schwachsinn dann leider übernommen.

Das bedeutet einen Schaden in mehrerlei Hinsicht. Es ist selbstredend ein Schaden für Wissenschaft und Pädagogik, wenn man nicht mehr zwischen Theorie und Faktum differenzieren will, nur weil es zur Durchsetzung der eigenen Ideologie hilfreich ist. Ein solche unehrliche Herangehensweise kann beispielgebend sein. Und ich denke es kann auch angenommen werden, dass Sexualerziehung, die nicht im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen steht einen schädlichen Einfluß auf Kinder haben kann. Es ist zu bedenken, dass eine weiterere drastische Neuerung der "Pädagogik der Sexuellen Vielfalt" ist, dass Sexualaufklärung nicht mehr als umfassende kognitive Wissensvermittlung verstanden wird, sondern Erziehungsziele beinhaltet die alle Persönlichkeitsebenen von Kindern betreffen (kognitive, emotionale, sensorische und körperliche Persönlichkeitsebenen). Sie kann also potentiell auf die Persönlichkeitsentwicklung manipulierend einwirken. Und natürlich ist auch das Erziehungsrecht der Eltern betroffen.

RE: Die Zukunft der Männer | 10.04.2017 | 17:27

@MOORLEICHE

Gestatten Sie mir meine Ansicht zum Thema Gender "fühlen" und Identität darzulegen ausgehend von einem Zitat aus Ihrem Kommentar. (Ich bin kein Naturwissenschaftler, "lediglich" ehemaliger Lehrer).

" Wer soll sich denn sonst als Mann oder Frau/Junge der Mädchen fühlen, wenn nicht das Subjekt, das betroffen ist. Wer Angst hat, dem sagt man doch auch nicht:

Nö, geht nicht, du hast keine Angst." "

Aber unter Umständen sagt man demjenigen der Angst hat, dass Angst keine gute Grundlage fürs Leben ist. Temporäre Angst kann sinnvoll sein. Aber dauerhafte Angst würde das Leben doch schwerwiegend beeinträchtigen. Angst kann verschiedene Ursachen haben, sie kann auch eingebildet oder Gewohnheit sein.

Wie sieht es aus mit der geschlechtlichen Identität?

Die Selbstwahrnehmung als Individuum (Wünsche, Attitüden, Anatomie, Kompetenzen, Handlungen) und die Wahrnehmung des Kollektivs in der man als soziales Wesen existiert spielen beide eine Rolle.

Bei ca. 99 % der Menschen lässt sich anhand geschlechtsspezifischer biologischer Charakteristika eine Einteilung in männlich und weiblich vornehmen. Aufgrund dieser geschlechtsspezifischen biologischen Charakteristiken haben Frauen (bzw. Mädchen)und Männer (bzw Buben) verschiedene Kompetenzen. Beispiele:

- Buben und Mädchen, Frauen und Männer, haben eine unterschiedliche Sprech- und Singstimme, mit unterschiedlicher Frequenz und Obertongehalt. (Nicht nur) Komponisten machen sich diesen Unterschied zunutze (Stellen Sie sich eine Mozart Oper nur mit männlichen Singstimmen vor!). Aus diesem Grund werden Frauen und Männer in Chören in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Die Frauen gehören zusammen (Sopran), weil ihre Stimmen miteinander gut verschmelzen und ein Gegenpol zu den männlichen Bereichen Tenor und Bass darstellen. Eine Frau (biologisch), die sich für einen Mann hält wird jedoch niemals bei den Männern mitsingen können, sondern muss mit den anderen Frauen mitsingen. Die Biologie holt sie quasi auf den Boden der Realität zurück.

- Der Körperbau und der Bewegungsmuster von Buben und Mädchen bzw. Frauen und Männer sind unterschiedlich. Das sieht man im Alltag, aber noch mehr bei bestimmten sozialen und kulturellen Veranstaltungen, z.B. Tanz und Sport. Würde ein Mann (biologisch), der sich für eine Frau hält an der Kür der artistischen oder rhythmischen Sportgymnastik für Frauen teilnehmen, würde er zur Lachnummer werden, weil er die Eleganz/Weiblichkeit von weiblichen Bewegungen niemals replizieren kann. Auch hier würde die Biologie den Mann auf den Boden der Realität zurückholen.

- Ein Mann (biologisch), der sich für eine Frau hält, würde vielleicht gerne eine Kind gebären (sowas gibt es tatsächlich. Ein Klavierschüler von mir erzählte mir über seine intensive Phantasien eine Frau zu sein und Kinder zu gebären.). Nur ist ein solcher Wunsch feminin, d.h. nur bei einer Frau ist dieser Wunsch realistisch. Hat ein Mann denselben Wunsch, handelt es sich um Phantasie und Selbsttäuschung.

Diese Liste könnte man lange weiterführen, aber Ich denke das reicht um aufzuzeigen, dass ein Mann, der überzeugt ist er wäre eine Frau (oder vice versa) in vielen Lebensbereichen realistische Wünsche und Handlungen, die seiner gefühlten Weiblichkeit entsprechen würden, nicht entwickeln kann, es sei den er gibt sich der Phantasterei hin. Er schränkt also seine Möglichkeiten erheblich ein.

Zur Wahrnehmung des Kollektivs bzw der anderen: Zur weiblichen Identität gehört, dass eine weibliche Person als weiblich bzw. als Frau wahrgenommen werden will und i.d.F. als Frau soziale Integration erfahren möchte (Analoges gilt für die männliche Identität). Diese Wahrnehmung der anderen und auch die soziale Integration sollen allerdings schon spontan und ehrlich sein und nicht lediglich auf einer rationell konstruierten Anpassungshaltung basieren. Das wird aber im Falle einer Frau die als Mann akzeptiert werden will (oder vice versa) realistischerweise nie der Fall sein, denn der Erkennungsprozess von Weiblichkeit bzw Männlichkeit kein rationaler Prozess ist, sonden auf die spontane Wahrnehmung geschlechtsspeziphischer Merkmale wie Körperbau, Sprechstimme und Bewegungsmuster beruht. Und dieser Erkennungsprozess und sein Realitätsbezug, sind fundamental wichtig, denn ob ein Mensch den man begegnet eine potentielle Mutter ist, ein potentieller Partner ist, eine potentielle "Schwester", ein potentieller "Bruder", die Kompetenzen einer Frau oder die Kompetenzen eines Mannes hat, das ist alles andere als trivial.

Ich habe bisher den Eindruck, dass sog. Genderwissenschaftler ausblenden, dass die Realisierung einer transgender Identität (von Mann zu Transfrau, oder Frau zu Transmann) mit einer gehörigen Portion Selbsttäuschung einhergehen muss, und nie vollständig realisiert werden kann. Den Widerwillen Störungen der Persönlichkeitsentwicklung als Ursache ernsthaft in Betracht zu ziehen kann ich auch nicht nachvollziehen. Bisher meine ich, dass ausreichend Gründe vorliegen, um die sog. Genderwissenschaft als stark ideologisch beeinflusst einzustufen.