Steffen Kraft
09.12.2010 | 12:00 63

„Verrat an dem, wofür Wikileaks stehen sollte“

Im Gespräch Die Verhaftung Julian Assanges könnte Wikileaks schaden, fürchtet Aussteiger Daniel Domscheit-Berg. Seine Alternativ-Plattform will Personenkult vermeiden

Der Freitag: Bereuen Sie inzwischen, dass Sie bei Wikileaks ausgestiegen sind?

 

Daniel Domscheit-Berg

: Nein, den Ausstieg selbst bedauere ich nicht. Ich bedaure, dass sich dieses Projekt so entwickelt hat. Die Konsequenz, die ich daraus gezogen habe, bereue ich nicht.

Aber im Moment erregt Wiki­leaks viel Aufmerksamkeit.

Julian Assange bekommt sehr viel Aufmerksamkeit. Das war es dann aber auch fast schon. Irgendwann hat der Name „Julian Assange“ bei Google News den Begriff „Wikileaks“ überholt. Das zeigt, dass es sich mehr um einen Hype um seine Person und vielleicht die politischen Konflikte der Organisation handelt, aber weniger um die veröffentlichten Inhalte.

Die Kabel-Berichte schlagen doch Wellen in der Politik!

Ja natürlich, aber die Berichterstattung darüber ist aus meiner Sicht nicht besonders objektiv. Im Moment gibt es viele Missverständnisse über die aktuelle Veröffentlichtung.

Welche denn?

Die wenigsten verstehen zum Beispiel, dass bisher kaum etwas veröffentlicht wurde. Jeden Tag werden nur ein paar dieser Depeschen ins Netz gestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit geschieht ein Verrat an dem ursprünglichen Wiki­leaks-Prinzip, dass nämlich die Öffentlichkeit und möglichst viele Medien auf die Informationen Zugriff bekommen, ohne das jemand – aus welchen Gründen auch immer – diskriminiert wird. Bisher stehen gerade einmal ein paar hundert der Berichte online.

Was ist so schlimm an einer schrittweisen Veröffentlichung?

Es wird eben nicht für alle schrittweise veröffentlicht, sondern Wikileaks hat die Daten einigen Medien vorab exklusiv gegeben. Die haben nun einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen – die natürlich wiederum versuchen, über irgendwelche Kanäle auch an den kompletten Datensatz heranzukommen. So entsteht ein Markt, auf dem die Dateien für Geld gehandelt werden.

Und jetzt schon beginnt das große Hauen und Stechen, wer bei der nächsten Veröffentlichung vorab Zugriff bekommt. Dass das nicht trivial ist, sehen Sie schon daran, dass Wikileaks der

Welche Folgen hat das?

Die Öffentlichkeit, um die es ja eigentlich geht, und diejenigen, die bestimmt auch brennend gern die Berichte durchstöbern würden, die können das nicht. Das ist vielleicht medial wirksam, es erhöht die Aufmerksamkeit und führt möglicherweise zu vielen Spenden, aber es ist ein Verrat an dem, wofür Wikileaks stehen sollte.

Sie haben also keine Solidarität mehr mit Wikileaks und Julian Assange?

Das ist totaler Quatsch. Nur weil ich Kritik übe, heißt das ja nicht, dass ich mit dem Projekt nicht mehr solidarisch bin. Ganz im Gegenteil: Wikileaks bräuchte viel mehr Leute, die Kritik äußern. Die Kritik müsste natürlich auch aufgenommen werden und nicht als Illoyalität oder Kampagne von Gegnern aufgenommen werden. Über mich wird ja schon verbreitet, es sei nicht auszuschließen, dass ich für meine Kritik vom FBI bezahlt werde. Absurd.

Wie zeigt sich Ihre Solidarität im Moment?

Ich verteidige die Veröffentlichung, auch wenn ich es wenig aufregend finde, wer Merkel eine „Teflon-Kanzlerin“ nennt. Ich halte es aber für extrem wichtig, dass wir heute wissen, dass es amerikanische Unternehmen gibt, die Rüstungsexportkontrollen in Deutschland umgangen haben und dass Mitarbeiter der Vereinten Nationen massiv bespitzelt wurden. Das sind Dinge, die transparent gemacht werden müssen. Trotz allem habe ich Kritikpunkte an der Art und Weise, wie sie jetzt läuft. Und ich mache mir Sorgen, in welche Richtung das ganze Projekt steuert: Was die Transparenz angeht, wie Entscheidungen getroffen werden, wie Absprachen mit den Medien getroffen werden.

Sie schreiben zurzeit ein Buch über Ihre Zeit bei Wikileaks. Was können wir davon erwarten?

Ich glaube, dass hinter den Kulissen viel abgelaufen ist, von dem die Öffentlichkeit erfahren sollte und von dem sie auch einen Mehrwert hat. Das kann auch das Bild der Organisation Wikileaks wieder gerade rücken – sowohl im Positiven wie im Negativen. Wir haben immer Transparenz gefordert für alle politischen Akteure, und Wikileaks ist heute ein politischer Akteur.

Ist Wikileaks noch überlebensfähig, wenn Julian Assange nicht mehr als Sprecher agieren kann?

Das kann ich inzwischen sehr schwer beurteilen. Ich finde, er hat die Organisation zu stark an sich geknüpft. Ich und einige andere haben uns davon getrennt und arbeiten an etwas Neuem, um sicherzustellen, dass die Idee nicht verloren geht.

Was planen Sie?

Wir arbeiten an einem dezentralen System von sicheren elektronischen Briefkästen mit dem Namen Openleaks. Damit wollen wir sicherstellen, dass jeder Verlag, jedes Medienhaus, jede NGO, jeder kritische freie Journalist einen digitalen Briefkasten bekommen kann, zu dem Whistleblower Informationen und Dokumente schicken können, ohne Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden.

Warum können diese Leute nicht einfach eine E-Mail schicken?

E-Mails sind alles andere als anonym, sie lassen sich einfach zurückverfolgen. Wenn Sie das nicht wollen, müssen Sie einen immensen Aufwand treiben: Sie müssen in ein Internet-Café gehen, sich bei einem freien E-Mail-Provider anonym anmelden und dürfen dann nicht vergessen, im Internet-Café bar zu bezahlen. Diese ganze Komplexität erzeugt Unsicherheit und schreckt die Leute ab, Informationen weiterzugeben. Wir würden die Barriere so niedrig legen, dass der Einzelne wenig Fehler machen kann und es einfach wird, sicher Dateien zu übertragen.

Wie wird sich Ihr System von dem von Wikileaks unterscheiden?

Unser Ansatz ist, nur die elektronischen Briefkästen zur Verfügung zu stellen und sonst im Hintergrund zu bleiben. Der Fokus soll wieder auf den Inhalten liegen. Wir wollen sicherstellen, dass Dokumente möglichst einfach bei Partnern platziert werden können – seien es Medien, Gewerkschaften oder Nicht­regierungsorganisationen. Dabei werden nicht wir ent­scheiden, wer das Dokument für eine gewisse Zeit vorab bekommt, sondern die Quelle. Wenn dann zum Beispiel der

Als sich Julian Assange am Dienstag in einem Londoner Polizeirevier den Behörden stellt, ist das ein von den meisten erwarteter und von vielen befürchteter Schritt. Schwedische Staatsanwälte verfolgen den Wikileaks-Gründer wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe auf zwei Frauen im August 2010. Assange bestreitet die Vorwürfe und will sich gegen eine Auslieferung wehren. Nach Entscheidung eines Londoner Gerichts wird er wohl mindestens bis zum 14. Dezember in Haft bleiben müssen. Die Hinterlegung einer Kaution lehnte das Gericht aufgrund der Schwere der Vorwürfe ab. Außerdem habe der Australier Assange nur lockere soziale Bande in Großbritannien.

Der Enthüllungsplatt-form stehen nun schwierige Wochen bevor. Zwar versichern Wikileaks-Aktivisten, die Veröffentlichung der fast 250.000 US-Diplomaten-Berichten werde auch nach der Verhaftung weitergehen, doch der Druck auf die Organisation wächst beständig.

Nachdem die Schweizer Post und der Finanzdienstleister Paypal zwei wichtige Wikileaks-Spendenkonten geschlossen haben, kündigten auch Visa und Mastercard an, künftig keine Zahlungen mehr an die Aktivisten weiterzuleiten. Da verschiedene Server-Anbieter die Wikileaks-Webseite von ihren Rechnern geworfen haben, rufen die Macher inzwischen alle Netznutzer dazu auf, die Inhalte zu kopieren und selbst im Internet hochzuladen. Mit immensem Erfolg: Mittlerweile listet wikileaks.info mehr als 700 so genannter Spiegel-Seiten auf.

Offenbar waren die Internet-Aktivisten auch sonst gut auf die Verhaftung von Julian Assange vorbereitet. Nach nur wenigen Stunden standen erste professionell gestaltete Unterstützerseiten wie freeassange.com und freeassange.org online. Im sozialen Netzwerk Facebook gewann die Gruppe Free Julian Assange innerhalb kurzer Zeit tausende von Anhängern.

Kommentare (63)

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novaesia 09.12.2010 | 14:28

Zunächst freue ich mich darüber, dass Herr Domscheit-Berg sich weiterhin mit Wikileaks solidarisch erklärt.

Dann frage ich mich, ob er selbst zugriff auf alle 250.000 Dokumente hat.

Ich sehe wie er das Problem, der Bevorzugung bestimmter Medien, kann aber auch verstehen, dass nach den Anschuldigungen in der Vergangenheit der Weg gewählt wurde, die Dokumente in Zusammenarbeit mit vermeintlich sicheren klassischen Medien zu veröffentlichen. Hier besteht ein Problem, über das diskutiert werden sollte. Die Alternative zum jetztigen Vorgehen wäre gewesen, weiter abzuwarten bis Wikileaks aus eigenen Mitteln diese Arbeit hätte leisten können. Offensichtlich haben sich die verbliebenen Wikileaks Leute dazu entschieden lieber schnell zu handeln.

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novaesia 09.12.2010 | 16:08

Nachtrag

So richtig verstehe ich Herr Domscheit-Berg noch nicht.

Er schreibt:

"Die wenigsten verstehen zum Beispiel, dass bisher kaum etwas veröffentlicht wurde. Jeden Tag werden nur ein paar dieser Depeschen ins Netz gestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit geschieht ein Verrat an dem ursprünglichen Wiki­leaks-Prinzip, dass nämlich die Öffentlichkeit und möglichst viele Medien auf die Informationen Zugriff bekommen, ohne das jemand – aus welchen Gründen auch immer – diskriminiert wird."

Dann gehe ich einmal davon aus, dass Herr Domscheit-Berg, sein geplantes Buch im Internet allen zum Download frei zur Verfügung stellt. Ebenso wie Frau Suelette Dreyfus, die unter Mitarbeit von Julian Assange das Buch "Underground" hier frei zugänglich gemacht hat:

www.underground-book.net

Ich tippe aber mal, dass das der Vertrag mit dem Verlag aus dem Hause Springer das nicht gestattet. Und da sind wir aus meiner Sicht bei einem der Hauptgründe, wieso bei unseren altgedienten Investigationsjournalisten derzeit die Stimmung so schlecht ist. Es hat den Anschein, es geht um Geld, um Marktanteile um Deutungshoheit.

In den Verlagen, der Muff von 60 Jahren!

Auf welchem Niveau Herr Leyendecker derzeit gelandet ist, zeigt dieser Artikel aus der Süddeutschen recht gut.

Unter der Überschrift "Zurück aus dem Insel-Knast" berichtet Herr Leyendecker darüber, dass sich der ehemalige Siemens-Vorstand Volker Jung, gegen den in Griechenland wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt wird gegen die Auflagen der Behörden aus Griechenland geflohen ist.

Als Knast bezeichnet Herr Leyendecker in dem Beitrag die Villa des Herrn Vogel auf der schönen Insel Paros. Als Grund gibt Herr Leyendecker an, dass Herr Jung unter Zöliakie [ungültiger link] "leide und spezielle Lebensmittel braucht, die es auf der Insel nicht gibt..".

Zöliakie ist eine Glutenunverträglichkeit, und ich frage mich, für wie blöd uns Herr Leyendecker hält, dass wir

a) nicht in der Lage zu recherchieren, was Zöliakie ist

und

b) dass man sich auf Paros nicht glutenfrei ernähren könne?

Ich könnte mir vorstellen, dass die Rechtslage in Griechenland oder auch der Ermittlungsstand der griechischen Behörden bedrohlicher ist, als Herr Leyendecker es uns suggeriert.

Fro 09.12.2010 | 18:22

Wenn 250 000 Dokumente und viele von ihnen mit brisantem Inhalt bereitstehen, so halte ich eine schrittweise Veröffentlichung für sinnvoll. Andernfalls könnte es zu einer zu schnellen Verpuffung der Wirkung kommen. Es braucht manchmal Zeit, um eine Information journalistisch und politisch zu verwerten. Die Vergabe an bestimmte Zeitungen ist m.E. ein taktischer Schachzug, der WikiLeaks eine sorgsame Veröffentlichung und Verarbeitung in ihrem Sinne ermöglicht und die Partnerschaft, die sie mit ihnen eingehen, bietet auch einen gewissen Schutz – der Spiegel ist da allerdings für meinen Geschmack viel zu zurückhaltend. Heute las ich zum ersten mal einen zaghaft unterstützenden Beitrag, der aber nur kurz Zeit auf der ersten Seite zu finden war.

Die Frage, die sich zu dieser laufenden Veröffentlichung von WikiLeaks natürlich aufdrängt: wer trifft die Auswahl und nach welchen Kriterien wird sie bestimmt?
Aber anstatt nun zu klagen, dass nur ein kleiner Kreis bestimmt (wer hätte es sonst bestimmen sollen?), sollte man von Seiten der interessierten Bürger z.B. der Bürgerbewegung in Stuttgart mal bei WikiLeaks anfragen, ob sie da nicht u.U. transparenzfördernde Dokumente über das S21 Projekt hätten.... Oder meine Frage: Ob WikiLeaks nicht vor der nächsten parlamentarischen Abstimmung zur Verlängerung des Afghanistankrieges im Februar, erhellendes Material herausgeben könnte - damit unsere Volksvertreter endlich mal davon abkommen nur noch die untertänigen Abnicker militärstrategischer Wünsche zu sein.

Das Konzept, der geplanten OpenLeaks, das hier sichtbar wird, macht einen plausiblen Eindruck und wäre eine gute Ergänzung zu WikiLeaks. Hier werden auch die „kleinen“ lokalen Enthüllungen eine demokratiefördernde Wirkung entfalten können.
Und wichtig der Aspekt, dass der Informationsbeschaffer entscheidet, über welchen Weg seine Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Immerhin geht er ja auch ein Risiko ein. Für wichtig würde ich aber eine sorgsame Prüfung halten, die Desinformatinsvorhaben und Denunziantentum ausschließt.

Und an Daniel Domscheit-Berg: Man kann ja durchaus Kritik am WikiLeaks-Konzept üben – aber sie sollte auf keinen Fall anklagend, sondern solidarisch und der Sache dienlich sein. Und m.E. handelt es sich doch um eine Auseinandersetzung zwischen Leaks-Aktivisten – wofür ein Buch? Geht soetwas nicht auf einem Forum oder per e-mail viel besser?
Kleiner Tipp: Schreibe lieber ein Bürgerhandbuch: Wie leake ich mit?“ o.ä.

j-ap 09.12.2010 | 18:32

Jetzt mal bagesehen von den ganzen persönlichen Nickeligkeiten hat Domscheit-Berg im Kern doch recht:

So, wie ich sich WL im Moment positioniert, handelt es sich eben nicht um das, was ursprünglich die Idee war, nämlich eine allseits offene Plattform zur Herstellung einer ubiquitären Öffentlichkeit, sondern um eine Organisation, die immer mehr Züge eines allerdings spezifischen Nachrichtenportals annimmt.

Er beschreibt das ja auch meines Erachtens sehr luzide anhand der Veröffentlichungswege der jüngsten Leaks. Da wurden Informationen nicht angenommen, durchgesehen, aufbereitet und als Ganzes publiziert, so wie sie vorlagen, sondern es wurde erst selektiert, dann editiert und anschließend durch den Filter ausgewählter etablierter Printmedien hindurch teilweise und sukzessive publiziert.

Dieses Verfahren hat allerdings wesentlich mehr mit Meinungsregie zu tun als mit allseitiger Öffentlichkeitsherstellung.

Ludwig Hasselberg 09.12.2010 | 19:53

Beim Guardian läuft derzeit die Aktion "you ask, we search". Leser können Such-Vorschläge twittern (twitter.com/GdnCables), nach denen die Redaktion in den ihr zugänglichen Wikileaks-Depeschen suchen sollte. Ich bin jetzt nicht derjenige, der den Guardian inbrünstig liebt, aber man muss anerkennend sagen: so kann es gehen, die Zusammenarbeit von etabliertem Journalismus und Laien-Community. Auch darin zeigt sich ein ganz anderer Umgang mit den Unterlagen als beim Spiegel.

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sweetheart 09.12.2010 | 19:56

68er,13.28

Wieso sollte Domscheit-Berg Zugriff auf alle 250.000 Dokumente haben, wenn er doch im Sommer bei Wikileaks ausgestiegen ist?

Und wieso interessiert es einen so "kritischen" Blogger wie Sie denn nicht, wer, wann, welche Dokumente zu welchen Veröffentlichungsbedingungen und zu welchem Preis an an wen weitergeleitet hat.
Das wären meine Mindestanforderungen an "DIE TRANSPARENZ".

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sweetheart 09.12.2010 | 20:15

j-ap, 17.32

Zwei Zitate aus einem weiteren Interview mit Domscheit-Berg im Feuilleton der heutigen ZEIT, die die aufmarschierten Wikileaks-Truppen bei ihrem derzeitigen "Räuber-und-Schandiz" im www als eher störend empfinden werden:

"Die Menschen müssen lernen, das Denunziation falsch, aber verantwortungsoller Geheimnisverrat notwendig ist. Der moralische Standard in der Informatiuonsgesellschaft muß entsprechend angehoben werden."

"Das ist der wichtigste Effekt vn WikiLeaks, dass wir uns als Gesellschaft fragen, wie viel Geheimhaltung nötig ist und wie viel schädlich ist. Auch für das Leaken muß es aber künftig eine demokratische Legitimation geben."

miauxx 09.12.2010 | 21:47

Dass Wikileaks nur dosiert veröffentlicht und entsprechend brenzliges Material exklusiv an ausgewählte Medien weitergibt, kann man mit Blick auf das Wikileaks-Prinzip der ungefilterten und uninterpretierten Publikation, das sich dadurch ja von den klassischen Medien abheben soll, schon kritisch sehen. Durch die Irak-Protokolle und die Botschaftsdepeschen ist nun ein Medienhype entstanden, der natürlich ein verzerrtes Bild vom "eigentlichen" Wikileaks gibt. Da kann ich Herrn Domscheit-Berg schon verstehen.
Ob die Idee mit dem Buch jedoch so gut ist ... ?? Sehend den momentanen Hype, könnte sich ebenso der Verdacht eines "Sensations-Knüllers" aufdrängen. Aber darüber will ich jetzt nicht weiter spekulieren.

Streifzug 09.12.2010 | 22:04

Seit Jahrzehnten gibt es Unmengen Hirn-Wichser, Möchtegern-Anarchisten, Quassel-Kasper, Verschwörungs-Theoretiker, Schein-Liberale, die von Aufklärung faseln, ohne greifbares Ergebnis.

Endlich haben ein paar Aktivisten genug "Eier" und zeigen der betroffenen Öffentlichkeit ganz konkret, wie sehr diese seit undenklichen Zeiten durch Herrschaft und Medien vergackeiert wird, schon kommen die Höflinge der Macht angetänzelt und nörgeln, was das Zeug hält.

Lächerlich aber verständlich. Verstaubte Perücken mit vergilbtem Puder. Hust :)

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novaesia 09.12.2010 | 23:12

@ Gold Star For Robot Boy

Es gibt hier Accounts, die erinnern mich an das berühmte Experiment ELIZA von Joseph Weizenbaum.

Ich zweifle daher, ob hinter dem einen oder anderen Nick tatsächlich eine natürliche Person steht, oder ob da nicht ein - im Vergleich zu ELIZA weiter entwickelter - Algorithmus in immer neuer Form den gleichen inhaltsleeren Sermon in die Community speist.

Das würde mich irgendwie erleichtern, wenn es so wäre. Jedenfalls reicht es mir, den Salbader anzulesen Kommentar kann sich der Algorithmus ja im Zweifel selber generieren.

j-ap 09.12.2010 | 23:32

Lieber Streifzug,

wenn es mich zum Hirn-Wichser, Möchtegern-Anarchisten, Quassel-Kasper, Verschwörungs-Theoretiker, Schein-Liberalen und Aufklärungsfasler macht, daß mir der Ansatz von Domscheit-Berg wesentlich besser zusagt als das, was Assange aus WL gemacht hat, dann sei es eben so.

Ich habe damit kein Problem.

Ein Problem habe ich höchstens damit, daß man mit dieser Art exklusivem Entweder-oder-Denken genau dem Mechanismus schon längst implizit auf den Leim gegangen ist, auf das sich bislang noch jede Erzmacht dieser Welt hat berufen und auch verlassen können.

Hat nichts mit Perücken zu tun, sondern mit Konsequenz. Puder gilbt übrigens nicht, aber das wissen natürlich nur Höflinge. ;-)

Fro 10.12.2010 | 00:36

Daniel Domscheit-Berg hat sehr persönliche für ihn unangenehme Erfahrungen mit Assange gemacht, und hat andere Vorstellungen von einer transparenzfördernden Arbeit – er hat die Konsequenzen gezogen und macht mit seinen Freunden ein eigenes Projekt auf - das mir als Ergänzung als eine sinnvolle Sache erscheint.
Da gibt es nichts zu nörgeln und man sollte sich mit seiner Kritik befassen, wenn man Interesse hat, schlauer zu werden – selbst wenn seine Kritik nicht zutreffen sollte - es sind wichtige Themen, die für eine Perfektionierung der Leaks-Arbeit wichtig sind. Die andere Seite ist, wie er mit seinen ehemaligen Kollegen umgeht - seine Äußerungen in diesem Interview find' ich da nicht beanstandungswürdig. Meine Empfehlung an ihn siehe meinen Kommentar oben.
Ich halte es nicht für sinnvoll das Hirn zu deaktivieren und sich statt dessen des Freund-Feind-Denkens zu bedienen, niemand ist perfekt und es wird sich durchsetzen, was ankommt und nützt. WikiLeaks ist eine selbstbeauftragte Dienstleistungsorganisation für uns Bürger und wenn sie und ihr Frontmann in Bedrängnis geraten, sollte man sie schützen - sollten sie Mist bauen aber auch kritisiernen - solidarisch und konstruktiv.

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skirnir 10.12.2010 | 09:59

„Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt, die eigene Nationalität zu vergessen, so ist das kein Ausfluss von Internationalismus, sondern dient nur dem Zweck, die Fremdherrschaft zu verewigen.“

Zitat von Friedrich Engels an die irische Freiheitsbewegung, Nachweius in: Spaltung des Volkes durch "Dressur"?

j-ap 10.12.2010 | 10:12

Aus welchem Klerikalfaschisten-Gehege hat man Sie herausgelassen, Herr Weingartz?

Die ältere Edda, Jesus von Nazareth, die Rothschilds, die Freimaurer, Psalmen, Volksgemeinschaft und zersetzender Internationalismus ... aha.

Unter uns: das ist so blöd und sogar noch so billig zusammengeschustert, daß sich jedes weitere Wort von selbst erübrigt.

j-ap 10.12.2010 | 10:33

Wir können ja mal einen Kreativwettbewerb ausschreiben, born2bmild:

Wer uns das erste wirklich lustige Weltbild zimmert, in dem Wicki und die starken Männer, Merlin und Mim, der Kyffhäuser, der Schwertbrüderorden, die Pyramiden, Chemtrails, Rennes-le-Château, die Kraft der Steine und Bielefeld zusammen vorkommen, dem gebe ich einen Schlauch Met aus.

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sweetheart 10.12.2010 | 11:33

"Holocaustleugnung" hab' ich beim oberflächlichen Lesen nicht entdeckt, dafür weiß ich nun endlich über die Zusammenhänge von Mossad und Wikileaks.
(Obiger Satz ist eine ironische Bemerkung.)

Aber dieses Forum hat ja immer noch @Iranopoly, wenn jemand der Sinn nach "sonstigen Diffamierungen" stehen sollte.
(Obiger Satz ist keine ironische Bemerkung.)

zelotti 10.12.2010 | 18:28

@j-ap

Chemtrails? Das ist doch nur eine Erfindung der amerikanischen Dienste um die Auslieferung des Airbus zu verzögern, an die Araber. An Steinkraft glauben die Araber, die ihn bestellt haben, denn die beten einen schwarzen Stein in Mekka an, wobei sie unter den Tischen Rennes-le-Château saufen, Doppelmoral der Islamis eben. Einst werden die Schwertbrüder vom Templerorden zum Kyffhäuser kommen, den König Drosselbart abholen und mit Merlin und seiner Frau Mimi in Bielefeld ein Wiki aufsetzen. Das ist das Ende des Islam.

Streifzug 10.12.2010 | 18:49

Na na, J.A.-P., nicht so gierig, Möchtegern-Anarchist reicht völlig.

... daß mir der Ansatz von Domscheit-Berg wesentlich besser zusagt als das, was Assange aus WL gemacht hat ...

Der Ansatz von Domscheit-Berg??? Welcher Ansatz?

Dass er momentan sein Gesicht in jede erreichbare Kamera hält, die sich ihm bietet? Als Alternative zum Personenkult?

Dass er öffentlich über seine ehemaligen Kollegen herzieht? (Höflinge sind nun mal recht zickig.)

Dass er massiv Werbung für seinen Trittbrettfahrer-Aussteigerbericht in Buchform macht?

Dass die Webseite Open-klau-den Namen nächste Tage die Geheimgespräche zwischen Tante Erna und Onkel Hubert veröffentlicht? (Natürlich als Bild-App.)

Na, wenn das ein Ansatz sein soll, dann ist klar, warum Möchtegern-Anarchisten nie über theoretisches Geplänkel rauskommen.

Alternativ empfehle ich Ihnen: Beratung in Sachen Pudern, der kommende Markt für Wikileaks-Betroffene.
j-ap 10.12.2010 | 19:10

Na immerhin find ich's ganz bemerkenswert, daß sich der Streifzug mittlerweile für einen bekennenden libertären Kapitalisten einsetzt:

It’s not correct to put me in any one philosophical or economic camp, because I’ve learned from many. But one is American libertarianism, market libertarianism. So as far as markets are concerned I’m a libertarian, but I have enough expertise in politics and history to understand that a free market ends up as monopoly unless you force them to be free.

(bit.ly/eit27f)Wer hätte das je für möglich gehalten?

rolf netzmann 11.12.2010 | 05:31

Dass es bei Projekt wie WL immer auch unterschiedliche Meinungen zwischen den Machern gibt, ist normal. Dass Domscheidt-Berg der Versuchung widersteht, seinen ehemaligen Mitstreiter Assange jetzt zu diffamieren, ist mehr als ehrenhaft. Obwohl er ausgestiegen ist, hält er das Projekt immer noch für sinnvoll und unterstützt es mit sachlicher Kritik.
Wikileaks war sicherlich bewusst, welche Gefahren ihnen drohen, wenn sie die Depeschen veröffentlichen. Dass sie deshalb klassische Printmedien, warum erwähnt hier eigentlich keiner die französischen Monde und die spanische Pais ??, einbinden, hat etwas mit dem eigenen Schutz zu tun und damit, dass sie erfahrene Journalisten in die Sichtung einbinden. Daraus eine Selektion zu machen, ist das nicht etwas weit hergeholt?. Wenn alle 250.000 Depeschen gleichzeitig auf dem Markt wären, wie wäre der öffentliche Efekt? Ein gewaltiger Aufschrei und dann -- Ebbe. Das langsame Veröffentlichen sichert Wikileaks eben nicht nur Spendengelder, sondern führt auch zu einer Aufrechterhaltung der Spannung , sowohl bei den Konsumenten als auch bei den USA selber? Was kommt noch, was hat WL noch in Petto? Nicht zuletzt bietet es Wikileaks und seinen Aktivisten einen Schutz, nicht nut dem Gesicht Julien Assange. Es ist eine, offen gesagt, Drohgebärde der Plattform, wir haben noch mehr. Da sie, wie im Moment, massiv angegriffen werden, ist dies eine Möglichkeit, mit welcher WL sich wehrt. Das halte ich für völlig legitim.
Openleaks.org ist etwas Neues, ich werde es mir ansehen und hoffe, dass es auch Seiten in deutscher Sprache enthält.
Und ich hoffe, dass es Männer wie Assange, Domscheidt-Berg und andere weiter geben wird, die das technische Wissen und den Mut haben, solche Plattformen zu betreiben und für eine dringend notwendige Transparenz zu kämpfen, die wir als Menschheit brauchen.

agathon 13.12.2010 | 23:38

Also ich finde ein bisschen Personenkult schadet nicht: Warum Kann J. Assange nicht zu einem Idol avancieren? Wir sind Menschen und Menschen identifizieren sich nun einmal mit Menschen. Und, dass das Projekt WikiLeaks durch die Fixierung auf Herrn Assange einen Schaden davon tragen wird, ist schwer zu glauben. Denn die Fokussierung auf den inzwischen Verhafteten ist allein auf die Medien zurückzuführen, die lieber über ihn als Person berichten und nicht über die Inhalte der WikiLeaks Dateien.

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Ehemaliger Nutzer 13.12.2010 | 23:40

Das Buch von Domscheit-Berg erscheint bei ECON.

Daniel Domscheit-Berg, Tina Klopp
Inside WikiLeaks
Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt
Paperback
€ 18,00 [D], € 18,50 [A], sFr 29,90
ISBN: 9783430201216

www.ullsteinbuchverlage.de/econ/buch.php?id=17737

Hier erscheint der Titel im Umfeld von Autoren wie Hans-Werner Sinn, Jack Welch, John F. Kennedy, Martin Luther-King, Margaret Thatcher, Michail Gorbatschow, Bill Clinton, Helmut Schmidt, Peter Drucker, Tom Peters, Jack Welch, Charles Handy, Gary Hamel, Peter Bofinger, Michael Hüther, Hans-Werner Sinn und Thomas Straubhaar.

Econ geht nicht unter einer 10.000 er Auflage, eher höher ins Geschäft. Das Autorenhonorar liegt üblicherweise bei 10% (netto VK-Preis) , also 0,90 ....1,10 EUR pro verkauftem Exemplar. Domscheit-Berg macht also mindestens 10.000 EUR. Das Thema WikiLeaks ist interessant, es kann eine deutlich höhere Auflage werden, ggf. hat Domscheit-Berg eine Bestsellervereinbarung, dann entsprechend mehr.

Erst einmal macht Domscheit-Berg das Übliche, er verkauft sein Wissen meistbietend. Er verkauft es deshalb nicht an einen alternativen Verlag, sondern an einen der renomiertesten PR-Verlage in Deutschland. Econ gehört über die Ullstein-Buchverlage zum schwedischen Bonnier-Medienkonzern. Die Familie Bonnier gehört zu den einflussreichsten Familien in Schweden und kontrolliert den größten Teil des schwedischen Medien-Marktes. Auch wesentliche Teile des skandinavischen Medien-Marktes werden durch Bonnier kontrolliert.

Es wird interessant sein zu sehen, wie Herr Domscheit-Berg in diesem Umfeld die WikiLeaks Prinzipien, deren Verrat durch Assange er bedauert und die er als Inspiration für seinen Neustart nutzt, bewahren wird. Die PR für sein Buch sieht jedenfalls sehr konventionell aus: Zeit, Spiegel, FAZ,...

Auch hat Domscheit-Berg schon ein Geschäftskonzept für OpenLeaks: "Mitte Dezember will die Gruppe mit Domscheit-Berg das Angebot vorstellen, das sich zunächst an deutsche Medien richten soll. Die Preise für den Dienst sollen im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich liegen. Kleinere Zeitungen sollen für eine abgespeckte Version deutlich weniger zahlen."
(www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E9974CF7D823E4BE09B8D8FEC79338F1F~ATpl~Ecommon~Scontent.html)

Buch und Plattform in klassischem Cross-Selling vereint. Das ist auf den ersten Blick ein deutlich pragmatischeres Ethos als das von Assange.

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Ehemaliger Nutzer 13.12.2010 | 23:50

@ 68er schrieb am 09.12.2010 um 15:08

>>>Ich tippe aber mal, dass das der Vertrag mit dem Verlag aus dem Hause Springer das nicht gestattet.

Econ gehörte von 1999...2003 zu den Axel-Springer-Buchverlagen, seit 2003 gehört es zu den Ullstein-Buchverlagen, die wiederum zur schwedischen Bonnier-Gruppe gehören.

Ganz sicher wird es von Domscheit-Bergs Buch kein kostenloses Download geben.

Ich habe unten die Kalkulationsgrundlagen für das Buchgeschäft zusammengestellt.

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Ehemaliger Nutzer 14.12.2010 | 00:28

Bei OpenLeaks gibt es neben Domscheit noch andere Mitgründer, z.B. Herbert Snorrason, mit anderen Aussagen in der SZ heute:

SZ: Wie viel kostet Openleaks?

Snorrason: Im ersten Jahr wahrscheinlich schon mehr als 100.000 Euro, wenn das Netzwerk wächst, wird es teurer.

SZ: Verdienen Sie damit Geld?

Snorrason: Erst einmal nicht, aber wir hoffen, dass unsere Einnahmen auf lange Sicht auch für Gehälter der Mitarbeiter reichen. Die wären aber nicht hoch, und wir würden sie öffentlich machen.

SZ: Ihr Geschäftsmodell ist wie bei Wikileaks die Spende?

Snorrason: Ja, Spenden und Beiträge, der Organisationen, mit denen wir zusammenarbeiten.

SZ: Was muss ein Kooperationspartner bezahlen?

Snorrason: Zwischen 200 und 500 Euro im Monat, je nachdem, wie groß und finanzkräftig er ist.

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Ehemaliger Nutzer 14.12.2010 | 01:28

@ born2bmild schrieb am 13.12.2010 um 23:28

Herr Domscheit-Berg und seine Geschäftspartner werden nur in andere Abhängigkeiten geraten als WikiLeaks. Diese beispielhaft darzustellen, war mein Ziel. Ich bin sehr skeptisch, wenn ich zuviel von der "Moral" und von den "ursprünglichen Ideen" lese. Zumeist sind die Motive für Trennungen im geschäftlichen Bereich wesentlich pragmatischer, so wohl auch hier. Man streitet über Einkommen, Posten und Strategie. Das ist üblich. interessiert aber nicht so sehr, wie das Ergebnis einer Unternehmung.

Zuerst möchte ich nur, das ich endlich auch hier im "Freitag" Inhaltliches und Analytisches über die Dokumente lesen kann. Das ist das Entscheidende, wird aber fortwährend durch drittrangiges Gehuber über Personalien in den Hintergrund gedrängt. Exemplarisch habe ich im Blog von Lutz Herden www.freitag.de/politik/1049-wenn-der-kopf-gefallen-ist eine solche journalistische Dienstleistung vom "Freitag" gefordert.

Auch dieses Interview mit Domscheit-Berg kommt nicht auf den Punkt. Mich interessieren die Inhalte der veröffentlichten Dokumente, Zusammenhänge und umfassende Expertisen der Redakteure.

Volker Jentsch 14.12.2010 | 23:54

Nein, dieser Artikel ist kein guter Artikel. Gerade geht es um die Existenz von Wikileaks und mehr noch, um Meinungs- und Informationsfreiheit, da werden auch schon diejenigen interviewt, die Wikileaks und Assange, ob gewollt oder ungewollt, im Inneren beschädigen, mithin die weltweiten Kampagnen mit zusätzlicher Munition versorgen. Es ist doch klar, daß die Aussagen des vermeintlich Besseren (hier Domscheit-Berg) gegen den vermeintlich Schlechteren (hier Assange) ausgespielt werden. Nützen tut dies den Regierungen und den mit ihnen verbundenen Medien, die Wikileaks, insbesondere aber Assange, eliminieren wollen. Ich wage nicht zu entscheiden, wer von beiden Wikileakern mehr oder weniger glaubwürdig ist; ich kenne sie beide nicht. Beide wissen sich offenbar gleichermaßen gut in Szene zu setzen. Aber ein Domscheit-Berg könnte sich, wenn es ihm um die Sache und nicht um die Person geht, so lange sein angekündigtes Buch (das ich nicht lesen werde) zurückhalten und sich kompromittierender Kommentare enthalten, bis Assange wieder verteidigungsfähig ist. Solange könnte auch ein ehrgeiziger Journalist die Angelegenheit ruhen lassen. Ein bißchen mehr Fairness hätte ich schon erwartet im Freitag.

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Ehemaliger Nutzer 16.12.2010 | 00:46

WikiLeaks ist wichtig und notwendig, um weitere "Fehlentwicklungen" aufdecken zu können. Außerdem ist es de facto sehr interessant, was die Amerikaner von den nationalen Politikern und Parteien halten. So wird der südafrikanische Präsident Jacob Zuma als "Populist" und der Ex-Präsident Thabo Mbeki als "übersensibel/ überempfindlich" bezeichnet: 2010sdafrika.wordpress.com/2010/12/15/wikileaks-veroffentlicht-berichte-sudafrikanischer-us-vertretungen/.

Ugonna 01.01.2011 | 19:16

Lieber Freitag - bitte gib Dich nicht mehr für die Publicityarbeit dieses Selbstdarstellers aus der sich schon darstellt bevor er auch nur einen PS auf die Straße gebracht hat - ich kann JA gut verstehen, dass er ihm sagte er soll mal.......
One Man Show? Klar!!! Und auch richtig so - sonst hätte es Wikileaks NIEMALS gegeben! Und DDB wird grandios scheitern, da er die Spur Verrücktheit und Zielstrebigkeit einfach nicht besitzt - er hat die falsche Motivation offensichtlich und macht sich nur noch wichtig - peinlich für ihn und schade, dass sie immer noch einige davon beeindrucken lassen.
Wer glaubt denn im Ernst, dass es so etwas wie WL ohne all diese Ecken auch nur annähernd mit der gleichen Kraft geben könnte?????
Also bitte - Trittbrettfahrer zur Seite und JA unterstützen und WL - eben solange er nicht beginnt bewußt zu manipulieren - ansonsten kann er veröffentlchen was er will und wann er will WL gehört ihm und der Erfolg ist sein Erfolg dies gilt auch umgekehrt und dass ist genug.
Aber klar könnten wir in jedem Land ein lokales WL gebrauchen und das noch mit enger Verzahnung von Transparency Intl. - das wärs.......