Kicken statt killen

Essen Von wegen Schweinshaxe: Die Tierschutzorganisation PETA präsentiert die besten deutschen Stadien für Vegetarier. Vorne liegt ganz eindeutig Bayern München

Manchmal finden Vegetarier Oasen der fleischlosen Ernährung an unerwarteter Stelle. Nach Angaben der Tierschutzorganisation PETA ist etwa das Stadion des FC Bayern München so ein Paradies für tierliebende Esser. Laut der PETA-Tabelle der vegetarier-freundlichsten Stadien in der Saison 2008/2009 konnten die Bayern ihren Vorsprung aus der vorigen Spielzeit beträchtlich ausbauen. Mit großem Abstand folgen das Stadion auf Schalke und das Waldstadion Frankfurt am Main.

Bewertet hat die Organisation vor allem die Anzahl der fleischlosen Gerichte, die ein Fan vor, während und nach dem Spiel kaufen kann. Die meisten Vereine der Ersten Bundesliga böten zwischen vier bis sechs vegetarische Optionen an, zumeist Klassiker wie Pommes, Pizza und Brezeln. Nur Fans des Schlusslichts Hannover 96 müssen sich mit einer Auswahl von drei Gerichten zufrieden geben.

Besonders freut sich PETA über die Entwicklung auf Schalke: "Im Vergleich zur Vorgängersaison haben sie sich zwar fußballerisch nicht verbessert, jedoch stürmten sie was die vegetarischen Angebote betrifft vom unteren Mittelmaß zum Zweitplatzierten. Besondere Schmankerl sind diverse Nudelgerichte, Erbseneintopf, Salate oder Gemüsefrikadelle mit Currysoße."

Zwar verzeichnet die Veggie-Tabelle auch Absteiger (Karlsruher SC), doch scheint das Verhältnis der Tierschutzorganisation zum Fußballsport insgesamt entspannter als vor einigen Jahren. Dazu dürfte beigetragen haben, dass seit 2004 im professionellen Fußball zunehmend Kunststoffbälle eingesetzt werden. Die Bälle ersetzen ihre Lederkollegen, deren Tierhaut im Regen zudem noch spielerschwerend aufquillt. Der tierfreundliche Fortschritt hat nur für einige Menschen Nachteile: zum Beispiel für die als Fußball-Vernäher arbeitenden Pakistaner.

Nach zahlreichen Protesten haben in den vergangenen Jahren einige Hersteller deren oft unmenschlichen Arbeitsbedingungen verbessert. Da aber die Teile der neuen Kunststoffbälle zunehmend verklebt und nicht mehr vernäht werden, könnte die lederfreie Produktion die Existenz dieser Berufsgruppe gefährden. Aber da kann ja jemand mal ne neue Kampagne machen.

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16:00 08.06.2009

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