S. Steinebach

„Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“ Konrad Adenauer
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S. Steinebach
RE: Hartz IV: So dreist lügt die Welt am Sonntag | 13.04.2013 | 21:07

Mein lieber Frankenfurter, aus welchen Quellen beziehen Sie denn Ihre mit Mut präsentierte Zahl? Und zur Info - ich bin nicht ~Die Linke~ ich kann ganz allein denken und mir sogar ohne Ideologien - von wem auch immer - eine eigene Meinung bilden.

RE: Hartz IV: So dreist lügt die Welt am Sonntag | 13.04.2013 | 19:39

Fein, fein, Harald. Da hast du aber die Gemüter mal wieder so richtig in Wallung versetzt. Bezüglich der dir vorgeworfenen schlechten Recherche musste ich dann aber doch herzlich lachen. Ich für meinen Teil finde derartige Reportagen schlicht zum Kotzen. Ich kenne nämlich niemanden, der Hartz IV aus Spass bezieht. Was natürlich nicht repräsentativ zu nennen ist - für die Genauigkeitsfanatiker hier . Allerdings dürfte Frau Susanne Müller ja wohl ebenso nicht repräsentativ sein. Wie auch immer, gut geschrieben und ich freue mich auf mehr.

RE: Zappa 2.0 (ohne Frank) | 24.09.2012 | 09:00

Wenn Grippe bei Dir zu solch feinen Geschichten führt, dann würde ich mir fast ganz egoistisch wünschen, dass Du öfter krank bist. Da ich zum Glück aber auch mitfühlend sein kann, würde ich dann doch auf den feinen Lesestoff verzichten, Dir gute Besserung wünschen und hoffen, dass Dir weitere hoffnungslose Fernsehabende erspart bleiben. Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter und Asche über mein Haupt! :-)

RE: As tears go by | 19.09.2012 | 09:42

Wie wehmütig das klingt. Aber es stimmt schon, der scheidende Sommer macht melancholisch. Ich hoffe doch aber, dass die archinaut weiter durch die Weiten der Zeit gleitet und wir noch oft und viel vom Navigator Nemo lesen werden!

RE: Einfach verhungert | 12.09.2012 | 09:43

Der Kassierer mag mich jetzt nicht mehr besonders. Er scheint sich aber Mühe zu geben, etwas freundlicher zu sein - jedenfalls dann, wenn er mich sieht, was nahezu täglich ist. Die alte Dame habe ich nicht mehr gesehen. Vielleicht kauft sie jetzt woanders ein.

RE: Einfach verhungert | 11.09.2012 | 15:48

Ich beobachte leider immer mehr dieser "wohlstandverwahrlosten beigefarbenen Subjekte um die Sechzig und älter", die ohne bäh bäh zu sagen heimlich in den Mülleimern nach Verwertbarem suchen. Insbesondere die alten Frauen, die Hausfrauen waren, Kinder erzogen haben, Alte gepflegt, leben heute mit ihren Minimalrenten am Existenzminimum. Eine davon stand neulich vor mir an der Supermarktkasse. Sie hatte nur abgezähltes Geld dabei, aber zuviel auf das Band gelegt. Also ließ sie stoisch den mürrischen Kassierer ein paar Teile rückbuchen. Der hat sie böse angeraunzt, sie sollte gefälligt mehr Geld einstecken oder weniger kaufen, das wäre jetzt schon das dritte Mal die Woche, dass er rückbuchen müsse. Die Frau bekam einen roten Kopf murmelte etwas packte ihren Einkauf und ging. Ich hätte diesem Kassierer-Schnösel am liebsten eine gelangt. Stattdessen habe ich aber nichts gesagt. Am nächsten Tag bin ich dann zu ihm hin und habe ihn gefragt, ob er sich noch an die alte Dame von gestern erinnert. Als er bejahte habe ich ihm diese Geschichte in die Hand gedrückt und ihm gesagt, soll sich was schämen:

Die Käuferin

Ich bin eine alte Frau. Als Deutschland erwacht war wurden die Unterstützungen gekürzt. Meine Kinder gaben mir ab und zu einen Groschen. Ich konnte aber fast nichts mehr kaufen. Die erste Zeit ging ich also seltener in die Läden, wo ich früher täglich gekauft hatte.

Aber eines Tages dachte ich nach, und dann ging ich doch wieder täglich zum Bäcker, zur Grünkramhändlerin. Als alte Käuferin. Sorgfältig wählte ich unter den Eßwaren griff nicht mehr heraus als früher, doch auch nicht weniger. Legte die Brötchen zum Brot und den Lauch zum Kohl und erst wenn zusammengerechnet wurde, seufzte ich wühlte mit meinen steifen Fingern in meinem Lederbeutelchen und gestand kopfschüttelnd, daß mein Geld nicht ausreiche das Wenige zu bezahlen, und ich verließ kopfschüttelnd den Laden, von allen Kunden gesehen.

Ich sagte mir: Wenn wir alle, die nichts haben nicht mehr erscheinen, wo das Essen ausliegt, könnte man meinen, wir brauchten nichts. Aber wenn wir kommen und nichts kaufen können, weiß man Bescheid.

Bertolt Brecht

RE: Einfach verhungert | 11.09.2012 | 14:47

So ist das , wenn die Kälte um sich greift. Sinnlose Maßnahmen, menschenverachtende Strafen und ehrverletzende Fragen. All das muss ein Hartz-IV-Empfänger über sich ergehen lassen. Dazu kommt in vielen Fällen diese perspektivlose Hoffnungslosigkeit. Die einen bringen ihre ganze Familie um, die anderen bemühen die Gerichte und wieder andere - und so scheint es in diesem Fall gewesen zu sein - geben sich auf. Mich macht das einfach nur wütent. Und noch wütender macht es mich, wenn - wie selbst im Haus erlebt - einer alleinerziehenden Mutter mit drei kleinen Kindern mitten im tiefsten Winter einfach mal der Strom und das Gas abgestellt wird. Und eine verzweifelte Frau an meiner Tür schellt und um etwas warmes Wasser für ihr Baby bittet. All das passiert jeden Tag in Deutschland. Es schaut nur keiner hin.

RE: Das Schöne und die Biest | 24.08.2012 | 20:26

Wie getz, auch mit dem ganzen Öl und so? :-)