Banker-Fasching

Weiberfastnacht: Seltsame Begebenheit zur Faschingszeit
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Betrete gestern Morgen gegen 10.00 Uhr die hiesige Sparkassenfiliale. Ein intensives Gespräch mit dem nimmermüden mechanischen Angestellten steht mir bevor. Alles frei, also ran. Nachdem ich virtuos das Tastenfeld gequält, die Karte dem Schlitz entrissen und das Geld aus dieser Mulde genommen habe, die mir ständig die Vorstellung vermittelt, meine Hand könnte darin zusammen mit mir verschwinden, drehe ich mich um.

Oh Schreck! Hier arbeiten auch Menschen! Echt! Die sonst immerfort währende Glasfront muss jemand hinter meinem Rücken heimlich entfernt haben und neue Einblicke tun sich auf: Menschen an Schreibtischen. Genauer gesagt zwei Damen, die mit bitterernster Miene intensiv in ihre überdimensionierten Bildschirme starren. Regungslos. Ob die echt sind? Die Damen meine ich. Rechts davon, mir zugewandt, ein junger Mann, Banker unverkennbar, der mit Leichenbittermiene auf einen hilflos wirkenden Kunden einredet. Also alles wie immer in so einer Bankfiliale. Aber etwas stört dieses Bild. Richtig. Seine Krawatte. Sie existiert nur noch halb.

Mein Blick weitet sich und ich sehe sie, die Trophäen der reglosen Frauen. Sie prangen an der Wand: 2 abgeschnittene Krawatten. Helau! DAS nenne ich Banker-Fasching!

09:33 17.02.2012
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Geschrieben von

S. Steinebach

„Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“ Konrad Adenauer
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S. Steinebach

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