Staatsgeheimnis wahre Anzahl Covid-Tests

Offener Brief Sehr geehrter Herr Landrat Gailler, sehr geehrte Fraktionsvorsitzende, sehr geehrte Vertreter der anderen Gruppen und Parteien im Kreistag, [Neumarkt i.d.Opf.]
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Eingebetteter MedieninhaltFragen zum Inzidenzwert, der nicht nur ein Indikator für die Anzahl der Covid-Infektionen – mit und ohne Erkrankung – darstellt, sondern Entscheidungsgrundlage für (mehr) Freiheit oder weniger Freiheit, auch Berufs- und Gewerbefreiheit, bis hin zum Berufsverbot ist, – Fragen, an Sie Herr Landrat, Fragen an die im Kreistag vertretenen Fraktionen und Parteien.

Wie viele PCR-Tests wurden im Landkreis Neumarkt in den Kalenderwochen (KW) 1-9 des Jahres 2021 durchgeführt? Wie viele Tests gab es darüber hinaus ?
Im Bundesschnitt wurden etwa 2000 PCR-Tests pro 100.000 Einwohner durchgeführt, entspricht das auch der Neumarkter Quote?

Ab der Kalenderwoche 10 wurde die Zahl der zusätzlichen Tests deutlich erhöht (offizielle Schnelltests, private, betriebliche Schnelltests), liegen dem Landkreis dazu Zahlen vor? Inwieweit werden diese bei Inzidenz-Grenzwerten und damit verbundenen Einschränkungen der Berufs- und Gewerbefreiheit , aber auch sonstiger bürgerlicher Freiheiten berücksichtigt?

Wie viele PCR-Tests werden derzeit wöchentlich durchgeführt? Wie viele Schnelltests werden neben den PCR-Tests zusätzlich wöchentlich durchgeführt? Wie viel sind ab dieser Woche (KW15) zusätzlich geplant bzw. werden durchgeführt? Gibt es Zahlen oder Schätzungen über die Anzahl privater Schnelltests (basierend auf z.B. Verkaufszahlen)? Warum wird der Inzidenzwert trotz erheblicher Zunahme der Testungen, genauso bewertet wie vorher bei einer wesentlich geringeren Testanzahl?

Wenn bei einer Testanzahl von 2000 Tests/100.000 Einwohner, die Inzidenzwerte, die Grenzwerte von 35/50/100 „richtig“ waren, wie können die bei einer Vervielfachung der Tests immer noch richtig sein?


Warum werden wir regelmäßig über die Bedeutung von weniger Tests (Ostern) informiert, über die Bedeutung von mehr Test hingegen nicht?

Inwieweit fließen die neuen Ergebnisse, die ältere Untersuchungen stützen, mit der wissenschaftlich belegten Erkenntnis „kaum Infektionsrisiko draußen“ in neue Konzepte zur Öffnung von Veranstaltungen/Märkten/Außengastronomie und demnächst Freibädern ein?




Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich halte Tests nicht für falsch. Ich hätte es sogar klasse gefunden, wenn ich meine Mutter in ihrer letzten Lebensphase mit Test im Altenheim hätte besuchen können ….
Ich halte es nicht für falsch, dass infizierte Menschen entdeckt werden und andere und sich schützen können. Ich halte es allerdings für falsch, wenn ein Fang mit riesigen Schleppnetzen so behandelt wird, als wäre immer noch ein kleiner Kutter mit kleinem Netz unterwegs.
Zumal mit der Fangmenge, dem so ermittelten Inzidenzwert ,Freiheitsentzug, immense Kosten und Berufsverbote begründet werden.
Ich halte es ebenfalls für falsch, wissenschaftlich-methodisch wie politisch, wenn über die Basiszahlen Stillschweigen statt Transparenz vorherrscht.

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Krüger




PS
Zu den 20 Krankenhäusern, die im Pandemiejahr 2020 in Deutschland geschlossen wurden, gehört auch das Krankenhaus Parsberg. Stehen dessen Reserven/Intensivstation noch zur Verfügung?
Gibt es mittlerweile Optionen für die Personalbeschaffung, ggf. im Ausland?

08:50 15.04.2021
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