Ungehaltene Ostermarschrede in Corona Zeiten

Ostermarsch 2020 .......an „Ostermarsch in Wedel für den Frieden“, digitaler Ostermarsch in Schleswig-HolsteinUnser OsterMarsch ist eine gute Sache - in Wedel und überall
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Unser OsterMarsch ist eine gute Sache - in Wedel und überall
- besonders in den Zeiten von Corona - auch wenn ich seit den Berichten aus Bergamo weiß, dass der Virus mehr/anders als eine schlimme Grippe ist - gerade wir Ostermarschierer_innen wissen, dass wir seit dem Ende des bisher schrecklichsten Krieges, des von den deutschen Faschisten schuldhaft begonnenen 2. Weltkrieges, mindestens zwei fürchterlichere Bedrohungen überstanden, überlebt haben:
Die Kuba-Krise und das Vabanque-Spiel der Nato und Helmut Schmidts mit unserem Leben, mit dem sogenannten Nato-Doppelbeschluss.
In beiden Fällen wurde die Vernichtung der Menschheit durch einen Atomkrieg riskiert. In vielen weiteren Fällen waren wir kurz vor dem 3. Weltkrieg - ungewollt - aufgrund von Pannen, Missverständnissen, der permanenten, von den Herrschenden gemachten, von "uns" mitgetragenen oder nicht verhinderten nuklearen Bedrohung, mit Vernichtung und Selbstvernichtung.
Das war viel bedrohlicher als jeder bisher bekannte Virus.
Das war eindeutig Mensch-gemacht. Diese Bedrohung existiert immer noch, sie wird seit Jahren wieder größer, statt kleiner.
Das ist bedrohlicher als der Virus.
Dieser Virus unterscheidet zwischen jung und alt, zwischen gesund und krank. Corona trifft einen von Hundert* tödlich. Das ist schlimm.
Bomben und Kriege töten mehr, sie treffen alle.
Das Gorbatschow Angebot, also das Angebot der Sowjetunion, das Russland lange Zeit aufrecht erhielt, noch immer anbietet, zu einer neuen internationalen Friedensordnung zu kommen, dieses Angebot wurde vom "Westen", von der Nato, von den USA als Schwäche gewertet, als Gelegenheit zum globalen Alleinherrscher, oder einem westlichen Club von Co-Herrschern zu werden.
Da dies weder den internationalen Realitäten, noch der militärischen und ökonomischen Stärke und Rolle z.B. Chinas und Russlands sowie anderer Mächte entspricht, den Interessen aller Völker und der meisten Staaten ins Gesicht schlägt, ist diese Strategie brandgefährlich. Gefährlicher als jeder Virus. Dieser Versuch, die Welt militärisch und ökonomisch zu beherrschen, die Welt ständig zu erpressen, das Völkerrecht zu verbiegen und zu brechen und die Praxis der permanenten Drohung und Militärintervention(en), spielt mit unserem Leben, dem Recht auf Leben in Frieden und Sicherheit, unserem Recht auf ein glückliches und angstfreies Leben.
Der Coroana-Virus und der politische Umgang mit der Pandemie zeigen uns im Kleinen, wie schnell eine reale Bedrohung sowie unsere Wahrnehmung, die Sorgen und Ängste, unseren Alltag und unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit, unsere Sicherheit unsere soziale und wirtschaftliche Existenz bedrohen.
Das alles ist - mit Verlaub - nichts, im Vergleich zu dem was ein Krieg, gar ein Atomkrieg bedeuten würde, was für viele Menschen auf der Erde "Krieg" im Alltag bedeutet.
In Jemen, Syrien, Libyen, Mali, Afghanistan, Ost-Ukraine......
Es ist auch nichts, im Vergleich zum Leben von Millionen von Menschen in den unsäglich inhumanen Flüchtlingslagern dieser Erde - von Jordanien über Libyen bis Lesbos...dem alltäglichen Leben im Gaza-Streifen.
Es ist nichts, im Vergleich zur Situation von Menschen, die zur Flucht durch Sahara und Mittelmeer gezwungen sind, dort sterben oder es irgendwie schaffen, dann lebend oder tot vor Ceuta, auf Lesbos oder Lampedusa ankommen, denen im Mittelmeer Seenotrettung verweigert wird, weil diese einen "Pull-Faktor" darstelle.
Ist den Erfindern und Nutzern von Sprachmonstern, die die Realität auf den Kopf stellen, wie Gutmensch, Pull-Faktor oder Klimalüge eigentlich klar, dass der Virus den sie verbreiten, viel schlimmer als Corona ist ?

By the way....Klima. In Zeiten eines schnellen Anstiegs der Meeresspiegel haben Elbvertiefungen vergleichbare Nebenwirkungen, wie in Zeiten des Corona Virus, Corona Partys zu feiern.
Hamburg ist vom Anstieg des Wasserspiegels stärker bedroht als vom Virus.
Die Aufzählung ist unvollständig, leider.
Die Folgen eines nuklearen "Shutdowns" , ja, eines ganz normalen Krieges wären ungleich gravierender, als alles, was wir zur Zeit erleben.
Ähnliches gilt für die Folgen der Klimaveränderung, der weitgehend Mensch-gemachten Klimaveränderung.
Ein Nuklearkrieg oder ein "normaler", konventioneller Krieg, der die Menschheit nicht auslöscht, der vielleicht halbwegs funktionierende Reste von Zivilisation und menschlichem Leben übrig lässt, würde die in Bergamo und anderswo praktizierte Triage, eine Situation in der die Überlebenden, die Ärztinnen und Ärzte, zwischen noch behandelbaren und bereits zum Sterben verurteilten Menschen unterscheiden müssen, zum Alltag machen. Und zwar krasser. Für alle. Und überall.

Unser Marsch ist eine gute Sache. Unser Marsch, unser Streiten für den Frieden, für die Abrüstung ist eine notwendige Sache.
Auch wenn wir Pandemien, Naturkatastrophen nicht vermeiden können, aber aus Macht- und Geldgier verursachte Kriegsvorbereitungen und daraus resultierende Katastrophen können wir stoppen, müssen wir stoppen, das liegt in unserer Hand.
Zudem benötigen wir die gewaltigen Gelder, die qualifizierte Arbeit der Rüstungsarbeiter und Arbeiterinnen und die wissenschaftlichen Kapazitäten, die für Rüstung und Kriege vergeudet werden,
für Krankenhäuser, Klimaschutz und Schulen.
Unser OsterMarsch ist eine gute Sache. Unser Marsch in Wedel und anderswo, überall, für Frieden und Abrüstung ist eine notwendige Sache.
*wir wissen es nicht genau, es können weniger sein, mehr ist unwahrscheinlich, da eine der großen Unbekannten die Zahl der Infizierten ist
08:25 13.04.2020
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