Steve König

Männlich, 24 sucht Demokratie zum zusammen alt werden. Ernsthafte Absichten sind ein Muss.
Steve König
RE: Wem gehört das Internet? | 04.02.2014 | 16:22

In dem Artikel geht es nicht direkt um die Drossel, obwohl das im Falle der Telekom stark damit zusammenhängt. Denn sie wollten den normalen Datenverkehr drosseln, dafür ihr Entertain-Angebot aber nicht. Damit wären wir beim im Artikel beschriebenen Zwei-Klassen-Netz.

Diesen Vertrag mit der Volumenbegrenzung, den du nennst, ist dagegen, meiner Meinung nach, vollkommen in Ordnung. Ich kenne diese Art der Verträge auch, der wichtige Unterschied an dieser Stelle ist, dass du die Wahl hattest und dich aktiv dafür entschieden hast, während es immer noch ein anderes Angebot mit unbegrentem Volumen für "nur" 10 Euro mehr gab.

Aber zurück zur Netzneutralität: Ich würde dir erst einmal empfehlen, einen Blick auf http://savetheinternet.eu/ zu werfen. Dort wird die Netzneutralität und die Auswirkungen, falls sie abgeschafft werden sollte, sehr gut erklärt.

Zu deinem Beispiel: Natürlich hängt es noch von anderen Faktoren ab, wie schnell eine Seite geladen wird bzw. wie schnell du Daten empfangen kannst. Die Serverkapazität bei Google ist natürlich bei weitem größer und besser ausgebaut, als die vom Freitag (wobei ich auch sagen muss, dass ich oftmals sehr lange Ladezeiten beim Freitag haben). Auch andere Faktoren spielen da noch mit rein, bspw. wo der Server steht und über welchen Internerknoten er geleitet wird. 100%ige Gleichheit ist in der Praxis rein technisch bedingt nicht möglich.

Wie es mit der Zukunft aussieht, ist diesbezüglich schwer zu sagen. Aber wie man schon sehen konnte, hat die Telekom schon einen Versuch gewagt. Wenn eine rechtliche Absicherung vorhanden wäre, kannst du also davon aussgehen, dass Angebote zum Nachteil des Verbrauchers aus dem Boden sprießen werden.

RE: Warum ein nationales Netz keine Lösung ist | 13.11.2013 | 12:33

Jup, aber auch das ist mit großer Wahrscheinlichkeit um einiges sicherer als geschätze 95% aller anderen Handys in Deutschland.

RE: Spionage hin, Spionage her | 31.10.2013 | 23:49

Danke, aber Westerwelle war einfach nicht mehr erwähnenswert für diesen Artikel. In den letzten Monaten hat man so gut wie gar nichts von ihm gehört, obwohl er als Außenminister eigentlich genau dafür zuständig ist. Komisch. Naja, für ihn war es wahrscheinlich besser so.

RE: Was willst du mal werden, wenn du groß bist? | 07.10.2013 | 20:22

Ich kann deine Haltung durchaus verstehen - stimme ihr zum Teil sogar zu. Danke auf jeden Fall für die umfangreiche Meinung, auf ein paar Punkte möchte ich noch eingehen:

- und halten es aber gleichzeitig für naheliegend, das Produkt im Markenwindschatten der Konkurrenzprodukte zu positionieren.

An welcher Stelle meines Textes liest du das heraus? Gerade das ist, meiner Meinung nach, der falsche Weg. Ich dachte, ich hätte im Text zum Ausdruck gebracht, dass sich die Piraten in den Themen zu den anderen Parteien abgrenzen sollten. In Bezug auf den Text: Netzpolitik, Reformation des Urheberrechts, Transparenz und Basisdemokratie - in welchem anderen Parteiprogramm findest du das (in diesem Umfang) wieder? Das es Überschneidungen gibt, ist klar. Besonders momentan, da die politische Landschaft in Deutschland immer homogener zu werden scheint.

Eure Krux ist das linksliberal. Nicht an sich, sondern weil es ein Präjudiz ist, über welches die ergebnisoffene Basisdemokratie der Urpiraten die Stirn gerunzelt hätte.

Hier möchte ich teilweise zustimmen. Es ist keine Krux meiner Meinung nach, denn es ist einfach die Richtung, in die sich Partei entwickelt. Und das nicht, weil es ihr irgendjemand befohlen hat, sondern weil die Mitglieder sich so entscheiden. Der falsche Weg wäre sicherlich zu sagen: "Wir brauchen mehr konservative Themen im Wahlprogramm!", aber ein gewisse Offenheit würde sicherlich gut tun. Das Problem/das Gute daran ist, dass es bei den Piraten nicht einfach von einer handvoll Leute entschieden werden kann. Das bringt uns in ein gewisses Dilemma was diese Themen betrifft, dennoch sollte man bei dem Ideal bleiben, dass die Basis darüber entscheidet. Natürlich könnte man damit auf Wählerfang gehen, aber hier muss wieder die Entscheidung zwischen Ideal und zwischen "Wie-bekomme-ich-am-meisten-Wähler" gefällt werden. Ich bin an dieser Stelle für erstes, da sich die Partei sonst selbst verraten würde.

Die Linksliberalität wird niemanden vorgeschrieben, die Partei selbst versteht sich auch nicht als solche. Aber wenn die Entscheidungen der Mehrheit linksliberal sind (oder erscheinen), dann ist es einfach so.

Euren Höhenflug von vor zwei Jahren hattet ihr sehr wohl dem damaligen Vorsitzenden Nerz zu verdanken, einem total bürgerlichen Typen, der es geschafft hat, die Piraten zum Schweben zu bringen, einfach indem er niemanden verschreckte und Phantasien einsammelte statt sie abzumurksen.

Das möchte ich weder verneinen noch bestätigen, da hier auch einiges an subjektiver Bewerung einfließt. Doch es führt wieder auf den Punkt Ideal vs Stimmenfang hinaus. Das Problem an der Stelle ist allerdings eher die Art und Weise, wie in Deutschland Wahlkampf geführt wird. Die Piratenpartei steht generell für Themen statt Gesichter. Und so sollte es in der Politik auch sein. Ist es aber nicht. Wäre nicht "Mutti" Merkel mit ihrer Raute und ihrer Deutschlandhalskette, die allesamt mehr Aufmerksamkeit bekommen als alle politisch relevanten Themen zusammen, wären der CxU niemals über 40% gelungen. Das ist Politik, wie sie nicht geführt werden sollte, aber geführt wird, weil es schlicht und ergreifend erfolgreich ist (wie man am Wahlergebnis sehen kann). Das ist wieder das altbekannte Dilemma. Und ja, da gebe ich dir recht, man sollte das Ideal verlangen und selbst vorleben. Sich nicht auf diese Spiel einlassen. Bis zu einem gewissen Punkt natürlich, denn Leute wie Vorstandvorsitzende/Geschäftsführer/Kanzlerkandidaten werden zwangsweise das Gesicht/das Sprachrohr der Partei. Aber auch diese können es schaffen, den Willen der Basis und nicht ihren eigenen zu vermitteln. Das ist ein schwieriger Spagat, aber ein machbarer.

RE: Der Sexismus von „Grand Theft Auto 5“ | 27.09.2013 | 15:03

Also.. um das Mal zusammenzufassen: Videospiele sind schuld an Gewalttaten, weil die Videospiele nicht genug Gewalt bieten und die Menschen deswegen lieber in der realen Welt Leute umlegen?

....

Hast du dir das vorher eigentlich durchgelesen? Das ist doch absoluter Blödsinn. Natürlich soll die Gewalt in Spielen Spaß machen, und daran ist nichts auszusetzen, solange es virtuell bleibt. Das ist, entgegen der öffentlichen Meinung, auch bei 99% aller Menschen so. Das es ein paar Wirrköpfe auch Videospiele spielen, ist dabei eher nur Zufall. Um "in der Realität die Sau raus zu lassen" braucht es sicher keine Videospiele.

RE: Der Sexismus von „Grand Theft Auto 5“ | 27.09.2013 | 12:44

Der letzte Absatz des Beitrags ist der entscheidende. Das Spiel ist nicht gewaltverherrlichend, es macht keinen Hehl daraus, dass die Charaktere Menschen sind, denen fast jeglicher sozialer Charakterzug verlorengegangen ist. Man spielt dort keine Helden, sondern durchgeknallte Anti-Helden, die hier und da Sympathien wecken, im Gesamtbild allerdings von den Spielern sicherlich nicht als Vorbilder oder Idole wahrgenommen werden.

Nein, was Kritiker und Spieler erkennen müssen ist, dass dieses Spiel als Parodie und Kritik auf die Wirklichkeit gedacht ist. Das zeigt sich im Kleinen wie im Großen. Die Spielwelt selbst ist erdacht, fiktiv, an vielen Stellen aber so offensichtlich auf die Wirklichkeit bezogen, damit man den Zweck der Parodie dahinter leicht(er) erkennt. Bspw. heißt die Bundespolizei im Spiel nicht FBI, sondern einfach FIB (Federal Investigation Bureau). Es ist nicht so, als ob Rockstar die Abkürzung FBI nicht verwenden durfte. Sie entschieden sich für diese Bennenung, damit man die Parodie besser erkennt.

Das ist die Basis, auf der diskutiert werden sollte. Der Witz an der Sache ist, dass die meisten Kritiker, wie du schon beschrieben hast, das Spiel selbst kritisieren, wie bspw. Frauenfeindlichkeit, Gewalt usw. Das GTA V nur eine Parodie auf unsere Gesellschaft ist und damit diese Zustände an der Gesellschaft selbst kritisiert werden müssten, entgeht ihnen dabei. Damit machen sie sich zu ironischen Gestalten, die Gesellschaftskritik von GTA als Ursache der Missstände sehen und die Realität ignorieren.

Auf der Seiten der Spieler ist das oft ähnlich, nur in der anderen Richtung. Dabei muss man einfach nur die Augen aufmachen und nachdenken. Bestes Beispiel ist die mittlerweile berüchtigte Folterszene, in der man als Spieler selbst Hand anlegen und Antworten aus dem Gefolterten herausquetschen kann.

Schaut man sich YT-Videos zu der entsprechenden Szene an, dann wird anhand der Reaktionen schnell klar: die meisten finden es alles andere als toll, einen anderen Menschen zu foltern, und sei es nur virtuell. Und genau das hat Rockstar auch bezweckt: Sie haben diese Szene nicht eingebaut, um den Leuten zu sagen: "Hey, hier könnt mal so richtig foltern! Macht wirklich Spaß, haut ihm die Fresse ein!", sondern um abstoßende Emotionen beim Spieler gegenüber solchem Verhalten zu wecken, es ihm vor die Augen zu führen, wie grausam das ist. Und natürlich, da GTA eine Parodie ist, dies in der realen Welt noch viel zu oft passiert. Das wissen die meisten auch, aber da die Medien keine Bilder zeigen (können), sind solche Themen schnell aus den Augen und aus dem Sinn. Ein Spiel allerdings kann das tun, und das auch gut so. Das ist künstlerische Freiheit.

Sicherlich sollte man nicht zu viel interpretieren, da der Entwickler gute Verkaufszahlen will und damit sicherlich auch auf eine Zielgruppe setzt, die einfach nur gerne rumballert und Dinge in die Luft jagt. Aber auch das ist in Ordnung, solange es im Spiel bleibt.

Es läuft einfach darauf hinaus, dass das Niveau, auf dem sich Kritiker und Fans sehr oft bewegen, einfach das falsche ist. Man sollte sich mit GTA und Spielen allgemein auf eine andere Weise auseinandersetzen. Sicherlich ist nicht jedes Spiel "künsterlich wertvoll" oder hat eine "tiefere Bedeutung", aber das ist bei Filmen, Büchern, Bildern, Skulpturen etc. genauso.

RE: Gefühlte Wirklichkeit | 24.09.2013 | 08:28

Ja die Einschätzung teile ich auch. Die AfD erscheint mir aber gefährlicher - sie könnte Rechtspopulisten in Deutschland wieder eine Bühne bieten, getarnt als legitime Partei.

Und diese Verschwörungstheorie - naja. Mit den Schreien möchten sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Genau wie bei der Wahlkampfveranstaltung, als die Leute auf die Bühne gestürmt sind. Pressemitteilung der AfD: Angriff einer Gruppe von Linksextremisten mit Messern und Pfefferspray auf Bernd Lucke! Was war es in Wirklichkeit? Zwei Männer, die ihn geschubst haben und ans Mikro wollten. Das beweist auch ein Video, aber die Medien haben das anscheinend nicht mitbekommen. Nachzulesen u.A. hier:

http://www.bildblog.de/51716/vermummte-propaganda/

RE: Das fehlerhafte System | 23.09.2013 | 19:39

Das ist wohl leider richtig. Aber vielleicht hat man nun gemerkt, dass man damit nicht weiterkommt. Ich hoffe, sie sind dazu bereit, sich diesem Fehler zu stellen. Aber wenn sie es nicht bis zur nächsten BTW schaffen, schaffen sie es nie.

RE: Russland auf Abwegen | 14.08.2013 | 08:34

Er diskriminiert niemanden. Sie können in Moskau in ihrem Schlafzimmer treiben was Sie wollen.

Dass ist nicht lache. Genau das ist die Argumentationsweise, um solche Gesetze zu rechtfertigen. Zudem: Lies doch bitte einmal diesen Artikel und sag mir noch einmal, dass niemand diskriminiert wird. Homosexuelle werden öffentlich auf der Straße verprügelt, und das ist OK?

Warum kritisiert Ihresgleichen keine islamischen länder in denen die Scharia gilt und der Baukran zum Einsatz kommt? Sie sind doch intolerant im Sinne der Aufklärung? Oder nicht? Weil Russland ein christliches Land ist?

Einen Artikel über Diskriminierung könnte man sicherlich mit Focus auf jedes Land der Welt schreiben, denn in jedem Land der Welt gibt es eine Form von Diskriminierung. Leider fehlt mir die Zeit dazu. Russland habe ich mir in diesem Fall ausgewählt, dass das Beispiel aktuell ist. Nicht mehr und nicht weniger. Und du kannst mir glauben, es war mir dabei egal, um welche Glaubensrichtung es da nun geht, ob nun russisch-orthodox, katholisch, jüdisch oder muslimisch. Diskriminierung braucht keine Religion (auch wenn sie durch diese oftmals verstärkt wird).

Ist klar. Eine typische Leerformel. Das Pentagon begründet damit Bombenangriffe..

Ich bin mir sicher, dass schon sehr viele Verbrechen aus "humanitären Gründen" begangen wurden. Es auch wirklich so meinen ist dagegen eine komplett andere Welt. Nur weil diese "Formel" schon so oft missbraucht wurde, heißt es deswegen nicht, dass sie ihre Bedeutung verloren hat.

Und jede Wette, Sie hätten ihren "kritischen" Beitrag nicht geschrieben, wenn auf dem Kreml die Regenbogenfahne geweht, aber Snowden ausgeliefert worden wäre.

Darauf kannst du wetten, dass ich einen kritischen Beitrag geschrieben hätte (wenn es in den letzten 2-3 Wochen passiert wäre, ich bin noch relativ neu hier als Schreiber). Wenn du dir meine anderen Artikel anschaust, wirst du sehen, dass ich mich auch mit diesem Thema mehr als genug auseinander setze.

RE: Russland auf Abwegen | 13.08.2013 | 23:31

Das ist genau die Haltung, die ich in meinem Artikel zu kritisieren versuchte.

Ja, Russland gebührt Respekt bezüglich des Standpunkts gegen die USA, die Zusage des Asyls von Edward Snowden war ein klares Zeichen dafür. Allerdings sollte man sich nicht dem Schein hingeben, dass dies aus puren humanitären Gründen geschah. Die Absichten Russlands sind klar zweifelhaft, die Anti-Irgendwas-Gesetze waren ein Indiz, das Anti-Homosexuellen-Gesetz dagegen ist ein klarer Beweis dafür.

Die Diskriminierung von Minderheiten ist ein deutliches Zeichen des Faschismus. Aus welchem Grund wird es sonst getan? Aus keinem anderen, außer Homophobie. Es ist Vorsicht geboten. Russland mag im Fall Snowden ein gutes Beispiel gewesen sein, aber das allein rechtfertig nicht andere Taten.