stillerndenacht

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RE: Wir sind also ein Gemälde | 30.04.2019 | 22:14

"... irgendwie haben sich die Handwerker schließlich beholfen."

Es ist die Arroganz dieser Haltung gegenüber den ausführenden Gewerken, die den Artikel fragwürdig macht. Das Wie-es-gemacht-wurde ist eben kein "Nebenschauplatz", denn es gibt einen Einblick in das Bauen dieser Zeit. Dass der Autor sich so über den Aufwand der Restauration wundert, spricht Bände über seinen Sachverstand. Denn bei einem so ikonischen Bauwerk ist es genau das was man erwarten kann.

Für die Handwerker ist der zu betreibende Aufwand allerdings häufig ein Verlustgeschäft, das mit Prestige nur schlecht aufgewogen werden kann, denn woher sollen sie denn wissen, dass die Pigmente so schwer sein würden, dass sie an der Wand hinabsinken.

Es hätte also dem Freitag besser gestanden, hätte der Autor sich seine elitäre Attitüde verkniffen.

RE: Meisterin der Intrige | 18.07.2017 | 23:26

Hätten sie den Film aufmerksamer gesehen, dann wäre ihnen sicherlich aufgefallen, dass auch Miss Sloane Tabletten brauchte, um ihr High-Performer-Leben durchzuhalten. Nicht nur einmal steht sie kurz vor dem Zusammenbruch, den sie sich nicht leisten kann, weil sie nicht gewillt ist, zu verlieren. Und vielleicht hätten sie auch bemerkt, dass dieser Film einen durchaus interessanten und sehenswerten Blick auf die Hinterbühnen der täglichen Berichterstattung wirft, auf die Lieferanten und Manipulatoren der Storys - die Lobbyarbeiter. Dass dieser Film auf Hochglanz poliert ist, spiegelt nur die Fassade, in der die Protagonisten leben - hinter der einfach nichts ist. Nicht einmal der bestellte Sexpartner darf etwas hinter der Fassade finden aber ebensowenig die Fassade von außen kennenlernen. Er wird nur benutzt, so wie alles und alle in diesem Film benutzt werden, ausgesaugt von einem System, in dem Gewinnen das einzige Ziel ist. Und wie sich herausstellt, war der größte Sieg, nicht mehr dazugehören zu müssen. Den Ausstieg zu schaffen ohne damit Schwäche zu zeigen.

Aber man kann natürlich auch über Kleider und Frisuren schreiben...

RE: Drinnen und draußen | 10.11.2014 | 13:06

Na dann ist ja jetzt endlich geklärt, warum es überhaupt zu diesem gerade wieder einmal bejubelten Mauerfall kommen konnte: Weil sich die DDR mit ihrer flächendeckenden Krippen- und Kitabetreuung eine Jugend herangezüchtet hat, deren Agressionspotenzial über der Norm lag. Es wundert nur, dass diese Revolution dabei dennoch so friedlich blieb. Möglicherweise ist es aber auch noch gar nicht vorbei, noch gibt es ja diese Kinder, die in der DDR aufwuchsen in Massen, vielleicht kommt ja das dicke Ende noch....Vielleicht sollte man aber auch einmal fragen, woher die Normen kommen, an denen die Wissenschaftler den Hormonspiegel messen und andererseits darüber nachdenken, ob es nicht vielleicht auch auf die Gesellschaft ankommt in welche die Kinder hineinwachsen, um zu beurteilen inwieweit den Kindern Kita schadet oder eben nicht und ob es überhaupt die Kita ist, die schadet. Vielleicht sind es ja auch die gestressten Eltern?

Es ist ja auch eine sehr überraschende Erkenntnis, dass Kinder mit mehr Sozialkontakten, mehr Krankheiten abbekommen. Wen das stört, der kann ja sein Kind in einem heimeligen Reinraum verwahren. Solange der Cortisol-Wert dabei stimmt, wird es dem Kind schon gut gehen.