Großer Zuspruch für Russlandtag in Rostock

Trotz viel Kritik Unbeirrter Sellering: Wir müssen den Gesprächsfaden aufrechterhalten. Russlandtag ist das Signal, dass wir nicht aufhören sollten, vernünftig miteinander zu reden.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Noch am 6. August twitterte Reinhard Bütikofer:

# Russlandtag droht mit Schröder-Gerd als Redner peinliche Propaganda-Veranstaltung der Putin-Versteher zu werden. Umdenken Sellering!

Die Grünen brachten auch einen Antrag in das Landesparlament ein gegen die Durchführung des Russlandtages. Fraglich ist allerdings, ob sie dabei berücksichtigten, dass Mecklenburg Vorpommern eine besondere Beziehung zu Russland hat und dass das Land einer der wichtigsten Handelspartner ist? Seit langem besteht eine gute regionale Partnerschaft insbesondere mit dem Leningrader Gebiet, der Region rund um Sankt Petersburg?

Die Europa-Expertin des einflussreichen Warschauer Politik-Instituts IPA, Agnieszka Łada, erklärte im Gespräch mit dem NDR, es sei eine "falsche Entscheidung", das Wirtschaftstreffen in Rostock und Wismar angesichts der Lage in der Ukraine nicht abzusagen. Der Russland-Tag sei eine Missachtung der polnischen und europäischen Positionen, die europäische Sanktionspolitik gegen Russland müsse Vorrang haben vor eigenen wirtschaftlichen Interessen in der Region. ........ Auf dem Russlandtag würden pro-demokratische Kräfte aus Russland keine Rolle spielen. Es sehe eher danach aus, als wolle man sich um die eigenen Geschäfte kümmern. Es sei aber falsch, "Geld zu verdienen, wenn in der Ukraine Leute sterben".

Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr wies darauf hin, das Land berücksichtige die Belange Polens nicht. Es werde in Polen eben doch wahrgenommen, dass Mecklenburg-Vorpommern da ausschere aus der Sanktionspolitik der EU. "Die Landesregierung geht da einen schmalen Grat."

Auch Sellering legt Wert auf eine Vertiefung der Beziehungen zu Polen, einem sehr wichtigen Partner. Natürlich hatte er die eskalierte politische Lage zu beachten. Als ehemaliger Richter ist er jedoch der Ansicht, dass bei Konflikten keiner zu 100 % Recht hat und Gespräche nur auf Augenhöhe geführt werden können, wenn man versteht, was im anderen vorgeht. Er setzt gerade auch auf Schröder, dem es gelungen ist, ein partnerschaftliches Verhältnis zu Russland aufzubauen. Schröder als Gast könne helfen, die Verbindungen zu unseren russischen Wirtschaftspartnern zu vertiefen.

Der Koalitionspartner CDU stimmte dem Vorhaben trotz Bedenken und Gegenwind aus den eigenen Reihen zu. Auch Wirtschaftsminister Gabriel gab letztendlich Grünes Licht.

Nun zeigt sich, dass die Veranstaltung, die vom 30.09. bis 01.10. stattfinden soll, sehr gut in der Öffentlichkeit ankommt und mit 400 Gästen weit überbucht ist.

http://www.russlandtag-mv.de/

Das deutsch-russische Wirtschaftstreffen wird in einer Woche in Rostock-Warnemünde von Sellering und dem russischen Botschafter Wladimir Grinin eröffnet. Den Einführungsvortrag hält Altkanzler Gerhard Schröder. Ehrengast ist Aleksander Jurjewitsch Drosdenko,
Gouverneur des Leningrader Gebiets.

Der Schwerpunkt liegt auf dem direkten Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen russischen und deutschen Unternehmen. Geplant sind Redebeiträge, Podiumsdiskussion, diverse Workshops, B2B-Gespräche. Es geht darum, unter den gegebenen Umständen die Kontakte zu pflegen, Fragen zu klären und die bestehenden Beziehungen möglichst erfolgreich zu gestalten.

Klar ist wahrscheinlich allen Beteiligten, dass ohne Lösung des Konflikts dauerhaft keine guten Wirtschaftsbeziehungen zu Russland aufrechterhalten werden können. Ein gelungener Russlandtag könnte aber ein Baustein auf dem richtigen Weg sein.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article132008583/Putin-Versteher-Sellering-beklagt-Herablassungen.html

https://twitter.com/bueti/status/497075867047440384

https://www.youtube.com/watch?v=ik1ueoqnNbs

http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Kritik-aus-Polen-an-Sellerings-Russland-Tag,russlandtag114.html

http://www.isp.org.pl/index.php?id=1&lang=2

02:16 29.09.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Stine

Europa hatte zweimal Krieg der dritte wird der letzte sein gib bloß nicht auf, gib nicht klein bei das weiche Wasser bricht den Stein.
Avatar

Kommentare 25

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar