Südländer
16.11.2013 | 09:02

Olympia 2022: Watschn für Politiker u Medien

Olympia München Ein Genickschlag. Für die Politiker in den oberbayerischen Landkreisen, die Mehrheit im Bayerischen Landtag, die Bayerische Staatsregierung und Münchens Oberbürgermeister

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Südländer

Im oberbayerischen Inzell am Alpenrand steht ein tolles Eisstadion. Durch Fördergelder aus einem der letzten Konjunkturpakete komplett überdacht. Benannt nach einem heimischen Bauunternehmer. Die Eisschnelllaufhalle wäre außen vor gewesen, dafür hätte ein Medienzentrum kommen sollen. Doch die Mehrheit der Bürger in Inzell wollte keine Winter- Olympiade im Jahr 2022.

Ein Genickschlag. Für die Politiker in den oberbayerischen Landkreisen, die Mehrheit im Bayerischen Landtag, die Bayerische Staatsregierung um Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens SPD-Oberbürgermeister Christian Ude!

Alle haben sie verloren! Alle Großkopferten und die Medien! Alle wollten OlympJA!
Beckenbauer, Hoeneß, Seehofer, die Kommunalpolitiker in Traunstein und Berchtesgaden.

Die Münchner Bürger wollen wohl keinen zusätzlichen Boom, sie wollen endlich ihre Ruhe, vor noch mehr Zuzug, steigenden Preisen, ob bei Wohnungen oder wo auch immer.

Die Menschen wissen, dass olympische Prachtbauten, wie das Olympiastadion oder die Olympiahalle in der Landeshauptstadt hinterher über Jahrzehnte hohe Kosten verursachen, mehr als sie später sportlichen Nutzen bringen.

Die Rasenplätze der Bezirkssportanlagen in München sind oft gesperrt, damit spart die Stadt Pflegeaufwand und Personal. Die alternativen Kunstrasenplätze sind alt und renovierungsbedürftig, das Flutlicht wird per Zeitschaltuhr gesperrt.

Sparen, Sparen, Sparen heißt die Devise, auf Münchens Amateur- Sportplätzen. Aber Olympia wollten sie, auf Kosten der Allgemeinheit. Die Stadt hätte genügend Investitionsmöglichkeiten für den Breitensport, drückt sich vor ihren Hausaufgaben, für solche Verhältnisse würde sich so manches Bauerndorf und dessen Vereine schämen!

Die Bürger in den oberbayerischen Landkreisen sagen: Macht endlich eure Hausaufgaben, liebe Politiker, anstatt von neuen Großprojekten zu träumen!

Gerade die Einwohner in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land stimmten mit größerer Ablehnung gegen Olympia, als die Wähler in der Stadt München oder Garmisch- Partenkirchen!

Entweder war den Bürgern Olympia nicht wichtig genug oder es votierten nur eingefleischte Gegner und Befürworter. Ein Zeichen an Peter Ramsauer (CSU-Stimmenkönig aus dem Wahlkreis Traunstein/ Berchtesgaden) und Co.: Macht erst einmal eure Hausaufgaben, verbessert den Status quo, bevor ihr an Großprojekte oder zusätzliche Ausgaben denkt!

Denn eines ist klar: Bezahlen muss die versprochene Infrastruktur und dergleichen unterm Strich nur einer: Der Steuerzahler!
Ob für Berlin, München oder zum Königsee. Zusatzausgaben für Olympia, während zehntausende Menschen täglich auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehen? Oder in überfüllten und verspäteten Bahnen das ach so tolle, bayerische Paradies genießen dürfen?


Es scheint so, als hätten die Bürger die ewigen Versprechen durchschaut und wollen vorerst nur eines: Ruhe vor wahnwitzigen Ideen, falschen Versprechen und hinterher bröckelnden und teuer zu unterhaltenden Polit- und Sport- Denkmälern!


Der Rest Deutschlands säße bei Olympia in Bayern ohnehin nur vor dem TV, interessiert sich nicht für steigende Mietpreise, Lebenshaltungskosten oder Hunger- Jobs im Bereich der Gastronomie in den betroffenen Alpen- Gebieten.

Dagegen haben die Bürger entlang der Alpen gestimmt- ihr Votum: NOlympia!

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.