Sünnerklaas

Sünnerklaas kommt nicht nur zur Weihnachtszeit!
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RE: Die Lenkung der trägen Wählermasse | 14.06.2019 | 09:06

Das hat sehr viel mit der Organisationsstruktur großer Parteien und Verbände zu tun.

Wenn es zu einem Thema keine von den Gremien verabschiedete offizielle Position, kein Positionspapier gibt, existiert das bestehende Problem für die Partei oder den Verband nicht.

Rezo hat die CDU auf dem falschen Fuß erwischt. Bis eine Klausursitzung einberufen, bis Arbeitskreise gegründet, die die offizielle Antwort erarbeiten, bis die von den Arbeitskreisen erarbeiteten Positionspapiere von Gremen, manchmal von Parteitagen beschlossen wurden, vergehen Wochen, Monate, manchmal sogar Jahre.

Die Forderung von AKK, politische Meinungsäusserungen im Netz im Vorfeld von Wahlen durch Verordnungen und Gesetze zu regulieren, kommt nicht von irgendwoher.

Amthor hat ja versucht, zeitnah zu antworten. Er musste sein Antwort-Video zurückziehen. Vermutlich gab es innerparteilich mächtigen Ärger. Alleingänge werden in Parteien nicht gerne gesehen. Man muß zuvor nachfragen und sich absichern und das OK der anderen holen. Sonst gibt es massiven Ärger, manchmal führen Alleingänge dazu, dass Leute irgendwo monate- und jahrelang im Kreis laufen und gegen den (vermeintlichen) Alleingang demonstrieren.

RE: Diese Morde werfen Fragen auf | 13.06.2019 | 08:56

Zitat:

"

Warum wurde er wie in Oldenburg, nachdem er „auffällig“ wurde, nur auf eine andere Station versetzt? Warum durfte er als Altenpfleger arbeiten, als bereits gegen ihn ermittelt wurde?

Dass es Anzeichen für sein kriminelles Tun gab, wurde im Prozess offensichtlich. Kollegen hatten versucht, Vorgesetzte zu alarmieren, scheiterten offenbar aber an den Klinikhierarchien und einer Abschottungsmentalität, die „Schmutz“ unter der Decke zu halten sucht."

Darauf gibt es eine wohl simple Erklärung: ANGST

- Angst um die berufliche Reputation und damit um die berufliche und wirtschaftliche Existenz.

- Angst um das Image der Krankenhäuser und der Städte, in denen die Krankenhäuser stehen.

- Angst davor, dass an den Vorwürfen nichts dran sei und man sich mit schwersten Vorwürfen und teuren Schadensersatzprozessen ("Rufmord") konfrontiert sieht.

Hinzu kommen die überhöhten Erwartungen an Mediziner und Pflegepersonal. Mediziner und Krankenpfleger DÜRFEN keinerlei Fehler machen. Von ihnen wird erwartet, dass sie fehlerlos arbeiten. Aber auch Ärzten und Krankenpflegern unterlaufen Fehler. Da sie aber in der Gesellschaft oft den Status von unfehlbaren Halbgöttern haben, können sie Fehler nicht öffentlich eingestehen. Ein Arzt, der einen Fehler eingesteht, ist beruflich verbrannt. Ihm würde niemand mehr vertrauen. Er hätte mit seiner EHRLICHKEIT Selbstzerstörung begangen.

Wir haben es hier mit einem gesellschaftlichen, ja einem philosophischen Problem zu tun. Wenn ein Unfehlbarer einen Fehler begeht, kann er ihn niemals eingestehen, weil dann das Gebäude der eigenen Unfehlbarkeit wie ein Kartenhaus in sich zusammen bricht.

Für große Autoren, wie Shakespeare, Dürrenmatt oder Brecht wäre der Fall Högel Anlass genug, zeitlose Dramen für die Bühne zu schreiben. Literarisch gäbe es viel sagen über den Fall. Denn in jedem von uns steckt zumindest ein winziges Stückchen weit die Figur des Högel, des leitenden Oberarztes, des Chefarztes, des Verwaltungsdirektors der Klinik, des Staatsanwaltes etc..

RE: Die Enterbten | 20.11.2017 | 10:10

West und Ost sind nicht wirklich zusammengewachsen. Im Gegenteil: die deutsche Einheit war in vielen Punkten ein riesengroßes Missverständnis. Die Mentalitäten sind vollkommen unterschiedlich. Und das birgt großes Konflikpotential. In Westdeutschland ist der Ostdeutsche - dort schon mal als "Zonie, Ostzonaler oder Ossilant" abschätzig betrachtet und behandelt, oft und gerne mal außen vor.

RE: Wie von Ernst Jünger ersonnen | 12.07.2017 | 14:37

Die Politik - und vor allem die Kanzlerin - hat jetzt die für den Bundestagswahlkampf wichtigen Bilder. Jetzt werden die alten Textbücher wieder heraus geholt: "Innere Sicherheit", "Kampf dem Extremismus" - es wird auch nicht lange dauern, bis die ersten UNIONS-Politiker wieder anfangen vom "Kampfeinsatz der Bundeswehr im Innern" anfangen zu faseln.

RE: Korrespondierende Kalküle | 17.03.2017 | 20:03

Ich glaube, diese Überlegungen spielen eine wichtige Rolle. Die Ukraine ist eine Trophäe des Westens.

RE: Korrespondierende Kalküle | 15.03.2017 | 10:47

Die Frage, warum die Türkei auf Biegen und Brechen am Tropf gehalten wird? Nun, auf sie gibt es eine einfache Antwort: die Geopolitik. Wer die Türkei hat, hat die freie Durchfahrt durch den Bosporus ins Schwarze Meer.

RE: Kopf an Kopf | 15.03.2017 | 10:40

Wilders demontrativer Rückzug im Februar kam für seine Partei zur Unzeit: im Konflikt mit der Türkei um marodierende, teilweise kosnpirativ einreisende türkische Minister konnte Rutte punkten. Nicht umsonst war die Enttäuschung bei den Wilders-Anhängern groß.

Interessant ist in diesem Zusammenhang das Verhalten der Rechtspopulisten auch in anderen Ländern. Von denen kam in Sachen Erdogan-Referendum-Wahlkampf nichts oder nur sehr wenig.

RE: „Feiert nicht ihre Feste“ | 16.01.2017 | 12:26

Und je mehr Erdogan drauf haut, umso schlimmer wird es. Denn er treibt weite Bevölkerungskreise ungewollt den unterschiedlichsten Terroristengruppen in die offenen Arme.

Erdogan verlangt für sich alle Macht und die volle Kontrolle über das Land. Dabei ist er schon jetzt dabei, die Kontrolle über die Türkei zu verlieren. Der Sicherheitsapparat ist durch Säuberungen geschwächt - und tausende von Polizisten können an Silvester ein Massaker nicht nur nicht verhindern - die Terroristen können sogar noch unerkannt entkommen.

RE: Nachrichtenmosaik Berlin 19.12.16 | 21.12.2016 | 09:40

Ich bitte auch zu berücksichtigen, dass wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt absolut nichts über die Hintergründe der Tat wissen. Die Berichte, die wir zur Zeit bekommen, werden zunehmend abenteuerlich.

Da soll z.B. der polnische Fahrer vom Täter überfallen worden sein. Der Täter - so die Vermutung - habe den LKW gelenkt und gleichzeitig den Fahrer mit einer Waffe bedroht und ihn dann kurz vor oder nach der Tat erschossen und sei dann seelenruhig vom Tatort weggegangen.

Die heutigen LKWs fährt man nicht so ohne weiteres als Laie - erst recht nicht einen LKW mit Auflieger. Zudem musste, um den Anschlag durchzuführen, der Fahrassistent ausgeschaltet werden - das alles müssen der oder die Täter gewusst haben. Dafür sind umfassende praktische und theoretische Kenntnisse erforderlich. Auch ist es sehr schwierig für einen Laien und Ungeübten, so ein Fahrzeug innerhalb eines Stadtgebiets zu lenken.

Merkwürdig halte ich auch die "Verfolgung" des Täters. Die Person, die da dann vorübergehend festgenommen wurde, hatte nichts mit dem Anschlag zu tun. Hat man da jemanden bloß wegen seines Aussehens verfolgt? Die Sache wirft ein bemerkenswertes Licht darauf, wohin Privat-Fahndungen und selbsternannte Bürgerwehren führen können. In diesem Fall haben der oder die Täter einen enormen Zeitvorsprung bekommen, weil die Ermittler mit anderen Dingen beschäftigt waren.

Ja - und dann wäre das "Bekennerschreiben". Der IS meldet sich erst 25 Stunden nach der Tat. Ein Bekennervideo fehlt. Man könnte dieses Bekennerschreiben auf Grund seiner enormen Verspätung auch als Dementi bezeichnen...

Es sind sehr, sehr viele Fragen offen. Inzwischen wollen sich die Behörden auch nicht unbedingt auf einen islamistischen Hintergrund genau festlegen.

Ich meine, man sollte jetzt einfach mal abwarten.

RE: Am Scheideweg | 12.12.2016 | 11:28

Ich würde das ganze um einen sehr wichtigen Aspekt ergänzen: nämlich des Aspektes des Außenhandels. Die Türkei hat im Jahre 2015 für 22 Mrd. Euro Waren aus Deutschland importiert. Dazu gehört v.a. Hochtechnologie. Diese 22 Mrd. Euro sind eine ordentliche Latte Holz, wenn man allein berücksichtigt, dass grob geschätzt ein Drittel davon, als über 7 Mrd. Euro beim Staat und bei den deutschen Sozialversicherungen bleiben.

Vor diesem Hintergrund erscheint das Verhalten der Bundesregierung durchaus verständlich.