Heute vor 40 Jahren: Der Niedersachsen-Orkan

Naturkatastrophe Heute, gerade zur Stunde, in der ich diesen Text schreibe, jährt sich zum 40. Mal der Niedersachsen-Orkan. Es war eine beispiellose Katastrophe.
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Als die Behörden die Unwetterwarnungen herausgaben, als den Wetterdiensten klar wurde, was für ein Sturm sich da von Westen herangeschlichen hatte, war es eigentlich schon fast zu spät. Mit Brachialgewalt brach der Orkan Quimburga mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 245 km/h am 13. 11. 1972 über Norddeutschland hinein. Massive Mauern wurden eingedrückt, Fensterscheiben zersprangen, Verkleidungen von Hochhäusern abgerissen und auf Menschen geschleudert, Kirchtürme und Sendemasten stürzten um, die damals noch üblichen Mittelspannungs-Freileitungen wurden zerrissen. Mindestens 73 Menschenleben und Hunderte von Verletzten forderte der Orkan, der nur zwei Stunden dauerte.


Am schlimmsten wütete jedoch der Orkan in den Wäldern Niedersachsens und der damaligen DDR. Ganze Regionen waren nach dem Orkan praktisch entwaldet. Es waren die Regionen, in denen man seit der Mitte des 18. Jahrhunderts die damals in Norddeutschland allgegenwärtigen Heiden und Ödländer mit ihren Wanderdünen mit Kiefermonokulturen aufgeforstet hatte. Diese waren dem enormen Winddruck nicht gewachsen und knickten um wie Streichhölzer.


Was den Orkan so beispiellos macht, ist der Umstand, dass sich binnen zwei Stunden das Landschaftsbild Norddeutschlands in einer nie dagegwesenen Form radikal veränderte. Forstwirtschaftlich gesehen wurde das Landschaftsbild in zwei Stunden um 150 bis 200 Jahre zurückgedreht. Die Fehler von damals, nämlich das Aufforsten in Monokultur rächten sich bitter.

Wikipedia zum Niedersachsenorkan Quimburga (mit diversen Links und Einzelnachweisen)

Jahrhundertorkan Quimburga: Wie die Druckwelle einer Atomexplosion (Artikel auf Eines Tages)

Vor 40 Jahren: Orkan „Quimburga“ hinterlässt Spur der Verwüstung im nördlichen Emsland (Artikel in Neue Osnabrücker Zeitung)


10:37 13.11.2012
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Geschrieben von

Sünnerklaas

Sünnerklaas kommt nicht nur zur Weihnachtszeit!
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