ZaRi

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RE: Die Mimikry des Militärs | 21.05.2012 | 19:57

Was bitte macht denn die RS genozidär? Selbst Mappes-Niediek verneint diese Kausalität. Wie genozidär sind denn dann erst die USA oder die BRD? Hätte es die BRD, so wie sie heute ist, ohne die vorangegangen Genozide gegeben? Von den Indianern die man auch heute noch in Ghettos, äh, Reservaten hält will ich erst gar nicht anfangen.
Der Autor stellt die Frage nach dem Warum und unterstellt gleichzeitig, Ziel wäre gewesen das Verhältnis zwischen Serben und Bosniaken nachhaltig zu vergiften. Als ob der Krieg dieses nicht ohnehin schon erledigt hätte. Und ich frage wer soll sowas gewollt haben?

RE: Die Mimikry des Militärs | 16.05.2012 | 02:07

Naja, Herr Mappes-Niediek. Ein bisschen weit hergeholt scheint mir ihre Topologie der Krieges-Nomenklatura.
Karadzis und Mladic weren sich nicht grün, ob das daran lag, dass der General sich als eigentliche Spitze sah oder Karadzic im einfachen Soldaten keinen auf Augenhöhe erkennen konnte, vermag ich nicht zu sagen.
Sollte es sich allerdings vor diesem sogenannten Gericht herausstellen, dass es eine Befehlskette gab die es Mladic anordnete die Gefangenen zu exekutieren, wäre dieser Artikel wohl obsolet.

Übrigens wurde die Republika Srpska, richtig, 1992 ausgerufen, jedoch somit 3 Jahre VOR Srebrenica. Was die polemische Diskussion um genoziderären Ursprung der RS beenden dürfte.

RE: Der zwölfte Imam | 13.04.2012 | 17:16

Die Instrumentalisierung religiöser Begebenheiten für militärische Ziele, insbesondere der Djihad, wurde auch schon früher, während des 1. Weltkriegs, praktiziert.
Die Verteidigung der Bahnstrecken im Nahen Osten gegen die arabischen! Gegner unter Lawrence von Arabien war hierbei die Idee.
Im WK II, organisierte man auch auf dem Balkan SS-Einheiten, SS Handzar in Bosnien und SS Skenderbeg im heutigen "UN-abhängigen" Kosovo.
Der Früchte dieser Aktionen darf man sich auch heute noch erfreuen.

RE: Merkel zeigt, wo die Glocken hängen | 10.01.2012 | 19:22

Herr Mappes-Niediek ist der Journalist, der mit großem Abstand die besten Balkan-Artikel verfasst. Ein Kenner der Materie, dafür ein aufrichtiges Danke.

RE: Ein Land, das nicht verdampfen darf | 24.05.2011 | 14:54

Trifft es sehr gut. Gerade mit Hinblick auf den Zerfell Jugoslawiens und der nicht zufälligen Namensgebung Republika Srpska ist die Argumentationslinie für einen bosnischen Gesamtstaat recht dünn. Jugoslawien konnte/sollte nicht existieren, Bosnien soll es dann doch sein?

RE: Der Mythos des liberalen Interventionismus | 17.12.2010 | 11:27

Endlich. Hat lange gedauert, bestimmt zu lange. Aber besser spät als nie. Ergänzend zum Text noch zu erwähnen, dass die Gespräche in Rambouillet 1999 scheitern sollten. Der vorgelegte "Friedensplan" enthielt einen geheimgehaltenen Annex B, der die Souveränität Jugoslawiens komplett aufgehoben hätte. Ähnlich dem Angebot Deutschlands 1914, wissentlich, dass keiner so etwas unterzeichnen kann und es unweigerlich zum Krieg kommen wird.
Der Film "Wag the Dog" hatte ein erschreckend ähnliches Szenario Jahre vor dem Überfall sogar auf die Leinwand gebracht.

RE: Großer Kotau | 10.09.2010 | 03:09

Interessant ist doch, dass Joe Biden entscheidet wer wie in die EU gelangt. Die neue Resolution die Serbien einbringen wollte, wäre die logische Konsequenz zur bestehenden UN-Resolution 1244, die besagt, dass das Kosovo integraler Bestandteil Serbiens ist. Dass sich die NATO-Staaten nicht daran halten sollte nach der völkerrechtswidrigen Bombardierung 1999 nicht verwundern, offenbart allerdings die Doppelmoral der neuen Weltordnung, die den Osseten und Abchasen, aber auch den Serben in Bosnien dasselbe verbietet.
Auch hat der IGH die Unabhngigkeit keinesfalss legitimert,auf Druck der USA befand man, dass die alleinige Unabhängigkeitserklärung nicht völkerrechtswidrig sei, d.h. jeder kann sowas behaupten ohne Konsequenzen zu fürchten, ob es sinnvoll und legitim spielt dabei keine Rolle. Selbst Deutschland wurde irgendwann mal in Ruhe gelasse und musste auch nicht 10 jahre nach dem 2. WK Gebiete abtreten, im Falle Serbiens möchte man allerdings ein fragwürdiges Exemple statuieren, welches weder rechtlich noch moralisch Bestand hat. Es leistet nur Großalbanien vorschub wie man bald in Mazedonien oder Montenegro sehen wird.

RE: Die Zeugin | 22.08.2010 | 23:57

"Wir Aussenstehende sind angewiesen auf Presseberichte und persönlichen Erzählungen, um dann vielleicht den Hauch einer Chance zu haben, sich eine eigene Meinung zu bilden. Mehr nicht. Es gibt nicht die eine Wahrheit, sondern nur Bruchstücke von Erfahrungen, die Menschen gemacht haben."

Genau das ist doch das Problem. Genau jene vorgesetzten Presseberichte und die selektive Auswahl "persönlicher Tragödie" haben aber aber keine andere Aufgabe, als die "einzige Wahrheit" zu präsentieren.

Natürlich hat Chomsky nicht die Wahrheit gepachtet, auch wenn ich die Doku "Es begann mit einer Lüge" erwähne, gegen die der Spiegel erfolglos geklagt hatte, weiss ich, dass es viele andere Dokus gibt die ein anderes Bild zeichnen. Wieso wir aber immer nur die letzteren zu sehen bekommen und dies in erhöhter Frequenz, ist das was ich kritisere.

Auf die "Presse" bin ich bei meiner Meinungsbildung nicht mehr angewisen, sollte auch keiner sein. Daher werde ich mich damit nie zurfieden geben.

RE: 15. Jahrestag des Völkermords | 22.08.2010 | 18:16

"Im Juli 1995 war Srebrenica eine vollkommen demilitarisierte Zone! "

Das stimmt, das hätte man aber auch einem Naser Oric erzählen sollen, der diese Schutzzonen durch militärische Aktionen gegen bosnische Serben missbrauchte und so erst die Stürmung Srebrenicas einleitete. Ganz zu schweigen von den ca. 3000 Toten Serben im Raum Bratunac, nur wenige Kilometer von Srebrenica entfernt.
Das diese Umstände tunlichst verschwiegen werden, hinterlässt einen pfahlen Nachgeschmack.

RE: Die Zeugin | 20.08.2010 | 05:10

Vergewaltigung als militärische Waffe zwecks Demoralisierung ist ein grauenvoller Usus moderner Kriegsführung der an Abscheulichkeit kaum zu überbieten ist. Die Balkankriege haben einen traurigen Schauplatz dieser verwerflichen Handlungen geliefert. Allerdings geschah dies auf allen Seiten. Befremdend und suspekt erscheint dabei eine einseitige Berichterstattung, gepraägt vermutlich von Interessen der jeweiligen, partizipierenden Staaten. Die Mär, man habe zu lange weggeschaut, greift nicht mehr. Die frühe Annerkennung durch Deutschland und Österreich, die Wafenlieferungen an favorisierende Parteien (alte NVA-Bestände wurden großzügig an Krioatien geliefert), das einseitige Eingreifen der USA, die als Folge die Vertreibung von nahezu 600.000 Personen autochtoner Bevölkerung als Folge hatte, zeichnet allerdings ein anderes Bild. Meine Ambition ist nicht jemanden in Schutz zu nehmen, das Gegenteil ist der Fall, wenn ich erwähne, dass keiner dieser Parteien frei von Schuld ist. Der Umstand, dass dies allerdings einseitig behauptet wird, ist der Bemühng diverser PR-Agenturen und natürlich dem Interesse einer postideologischen Weltordnung geschuldet. Die Kriege im Irak und Afghanistan liessen sich noch leicht Hegemonialbestreung erkennen, die Balkankriege haben aber keinen anderen Hintergrund. Wenn Serbien hätte gestoppt werden müssen wegen "ethnischer Säuberung" (Blair-Neoterminus, der allerdings ebenfalls auf viele andere Konflikte zu beziehen ist, auch auf die serbischen Gegenparteien), und angeblicher Genozide, eine Begrifflichkeit die inflationär für alle Gefechtstoten herhalten musste, warum hat die NATO umgekehrt diese in Kroatien und im Kosovo erlaubt. Zwei Länder die ethnisch gereinigt wurden, frei von Serben und Nicht-Albanern und Nicht-Kroaten. Wo ist da die Moral? Ich empfehle allen Journalisten sich mit Noam Chomsky auseinander zu setzen, um nicht ein Bild ihrerselbst zu zeichnen, welches ironischerweise Joshka Fischer, einst Steineschmeisser, später Bombenwerfer, mit der Bezeichnung "5-Mark-Nutte" (FTD, 1998) zu beschreiben ersuchte.