Unkontaktiert: Ein Bild geht um die Welt

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Survival International hat spektakuläre Bilder und Filmmaterial von einer isoliert lebenden Indianer-Gruppe im Amazonasgebiet veröffentlicht. Die Bilder zeigen Details über das Leben der Menschen, die von illegalem Holzeinschlag in Peru bedroht sind. Durch die Veröffentlichung der Aufnahmen und breite internationale Berichterstattung wurden bereits erste Erfolge für den Schutz der Gruppe erzielt. Erfahrt hier mehr zu den Bildern, den Indianern und seht das einzigartige Filmmaterial.











Wer sind die "unkontaktierten" Menschen auf den Bildern?
Viele indigene Gruppen in dieser Region sind die Überlebenden von Masakkern während des Kautschuk-Booms vor etwa einhundert Jahren. Damals wurde Kautschuk zu einer wertvollen Ressource. Viele wurden durch das Eindringen von Arbeitern in ihrem Gebiet mit Krankheiten infiziert oder ermordet. Einige konnten tief in den Regenwald fliehen und so überleben. Die Angehörigen dieser unkontaktierten Gruppe sind sehr wahrscheinlich die Nachfahren dieser Überlebenden.


Wie konnten sie gefilmt und fotografiert werden wenn sie ‘unkontaktiert’ sind?
Die brasilianischen Behörden beobachten diese Region und diese Menschen seit vielen Jahren. Überwachungsflüge dienen dazu, ihr Gebiet vor Eindringlingen wie Holzfällern zu schützen.

http://assets.survivalinternational.org/pictures/1223/foto-gleilson-miranda-11935069-cropped-copy_screen.jpg

Warum haben sie sich bemalt und geschmückt?
Viele indigenen Völker in Südamerika ist Körperbemalung ein Schönheitsmerkmal - aber es erfüllt auch andere Zwecke. Schwarz zum Beispiel wird oft als Farbe der Abwehr benutzt. Die Farben werden aus Pflanzen gewonnen, einige davon nutzt inzwischen auch die Lebensmittelindustrie. Die Männer in dieser Gruppe haben ihre Stirn rasiert und tragen lange Haare, was anderen Gruppen in dieser Region ähnelt.


Wie leben diese Menschen? Was essen sie und was kann man in ihren Körben sehen?
Es wird angenommen dass ihr Lebensstil dem benachbarter Gruppen sehr ähnlich ist. Sie bauen Gemüse und Früchte an. In dem Bild kann man Maniok, Mais, Süsskartoffeln, Kürbis, Erdnüsse, Papaya und Bananen erkennen. Sie bauen Baumwolle an, aus welchem sie Kleider machen. Die Männer tragen Hüftbänder und manche tragen einen Kopfschmuck. Sie tragen Bogen und Pfeile zum Jagen von Tapir, Wildschwein, Reh und Affe. Man kann keine Kanus erkennen (viele Amazonas Indigenen benutzen sie), aber es ist sehr gut möglich, dass sie auch fischen.

Die Körbe werden angefertigt um Gemüse zu verstauen, sowie um Wild und Fisch zu transportieren. Links auf dem Foto kann man einen Haufen von Maniok oder Süsskartoffeln erkennen. Der Korb ist voll Papaya. Beim Hauseingang liegen zwei Körbe, einer ist mit einem Trageriemen versehen. Die Korb ganz rechts ist mit einem Knollengewächs, wahrscheinlich Maniok, gefüllt. Ein anderer Korb ist mit Bananenblättern bedeckt um den Inhalt zu schützen.


Wie geht es diesen Menschen?
Ihr Gesundheitszustand sieht sehr gut aus. Die Indianer sehen stark und gesund aus und ihre Gärten sind voll Obst und Gemüse.


Warum werden diese Fotos und Filme veröffentlicht?
Vielen Regierungsmitglieder in Peru und Brasilien streiten die Existenz unkontaktierter Gruppen ab. Sie beschuldigen Indigenenorganisationen und ihre Unterstützer, die Beweise zu fabrizieren. Diese Bilder und das Filmmaterial beweisen erneut klar die Existenz dieser Gruppen - und somit die Notwendigkeit ihre Rechte zu schützen.


Viele Mitglieder indigener Völker erkennen an, dass es wichtig ist diese Fotos und Filme zu nutzen um Regierungen davon zu überzeugen, dass ihr Land geschützt werden muss.


Was nun?
Survival hat eine dringende Kampagne gestartet, welche die Regierung Perus dazu aufruft, alle illegalen Holzfäller vom Land unkontaktierter Gruppen in Peru auszuweisen. Bitte unterschreibt unsere Petition am Ende des Videos
Mehr unter: www.uncontactedtribes.org/filmbrasilien

16:41 07.02.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Survival International

Wir sind Survival, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker.
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Survival International

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