Alles, was Sie über Elon Musk wissen müssen, steht in den „Sams“-Büchern

Glosse Fahrscheinloser Nahverkehr für alle? Hier steht, wie das dank Tesla-Gründer Elon Musk Realität werden könnte. Dafür müssen Sie aber ganz genau twittern!
Dieser Mann plant die Mars-Eroberung des Internets. Oder doch nicht?
Dieser Mann plant die Mars-Eroberung des Internets. Oder doch nicht?

Foto: Christian Marquardt/Pool/Getty Images

Dass Elon Musk gerne einen Internet-Edit-Button hätte, ist nachvollziehbar. Am 15. April höre ich ihn im TED-Interview mit Chris Anderson sagen: „I certainly don’t want to take Twitter over.“ Nein, er wolle Twitter nicht besitzen. „That would be a recipe for misery, frankly.“ Denn für alles, was schiefgeht, würde dann er beschuldigt. Daraufhin lachen Anderson und Musk komisch. Und ich so: What?!! Erst tags zuvor hatte ich doch vom Musk’schen Übernahme-Angebot an Twitter gelesen!

War das ein Traum gewesen? War ich in einer parallelen Weltsimulation gelandet? Stammte der Podcast aus einer solchen? Ich meine: Wenn Musk es für möglich hält, dass wir alle in einer Computersimulation leben, wer wäre ich dann, wenn ich nicht an mehrere Simulationen gleichzeitig glauben würde? Eine davon hinkt zeitlich vielleicht etwas hinterher. In der Tat war das TED-Interview bereits am 6. April aufgezeichnet worden, aber Spotify hat es – zumindest für Deutschland – erst am 15. April veröffentlicht. So kam es wohl zu dieser Asynchronität, einer ärgerlichen Panne im Zeit-Kontinuum. In solchen Fällen wäre ein Edit-Button wirklich hilfreich. Aber nicht nur deshalb interessiert sich Musk für Twitter. In einer seiner Simulationen hat er mal gesagt, auf Twitter würden weltverändernde Ideen diskutiert. Deshalb ist er ja dort. Musk allerdings, wir wissen es alle, interessieren nicht nur Debatten über weltverändernde Ideen, sondern vor allem auch ihre (monetären) Umsetzungen.

Durch ein Leak kam nun raus, dass Musk diesbezüglich den nächsten Schritt gehen will. Praktisch die Mars-Eroberung des Internets. Ein Open-Source-Algorithmus soll alle Ideen, die in Twitter reingegeben werden und einen bestimmten Grenzwert an Herzchen und Retweets erreichen, automatisch abfangen und sofort umsetzen. Wenn Sie, liebe Lesende, also tweeten: „Aktion: Öffis immer für umme, wer ist noch dafür?“, und Sie in den nächsten Sekunden mit Herzchen und Retweets überschüttet werden, dann läuft automatisch eine KI-gesteuerte Arbeitskräftesuche an. Binnen einer Woche wird ein Plan entworfen, wie das lukrativ umgesetzt werden kann.

Und schon zwei Wochen später schießen im chinesischen Dorf Xijiang Qianhu Miao Mega-Teslabusse für umsonst die Hauptstraße entlang. So hatten Sie sich das nicht vorgestellt? Tja, nun: Was war Ihr Fehler? Eigentlich logisch: Sie haben nicht dazugeschrieben, wo der Nahverkehr umsonst sein soll. Ungenau gewünscht. Lesen Sie dieSams-Büchervon Paul Maar. Da steht alles drin, was wir über Elon Musk wissen müssen. Seien Sie, liebe Lesende, also vorsichtig, wenn Sie bei Twitter Ideen posten. Ach was, denken Sie jetzt vielleicht gewitzt, das ist doch einfach gelöst: Mit dem Musk kommt der Edit-Button. Wenn ich sehe, dass nur einige wenige Chinesen kostenlos fahren dürfen, editiere ich meinen Wunsch entsprechend.

Und ab hier, Sie können es sich selbst denken, wird es langsam haarig. Denn was passiert denn dann? Im gesamten Universum werden Megaunternehmen, Megaaktionen entstehen, für die keiner mehr verantwortlich sein will. Außerdem fragt sich: Werden editierte Wünsche erneut verwirklicht? Falls ja, müssen dafür neue Herzchen und neue Retweets gesammelt werden? Werden einem deshalb alle editierten Tweets, auf deren Original man jemals reagiert hat, täglich zur erneuten Prüfung vorgelegt? Haben Sie keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Letzteres liegt dann an einem der oben beschriebenen Glitches, einer Panne. Damit muss sich Elon Musk dauernd rumschlagen. Vielleicht sollte ihm endlich mal einer sagen, dass nicht wir alle in einer Computersimulation leben, sondern vermutlich nur er selbst.

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