Da freut sich Mutter!

Werbekritik Der berühmte Scheibenreparateur und Steinschlag-Sofort-Beseitiger Carglass hat Gefallen an TV-Werbung gefunden. Kein Wunder: Niemand wirbt so effizient und klar wie er!

Heute ein kleiner Zwischenruf in Sachen Imagepflege: Vergessen Sie Wim Wenders, der gerade mit einem Spot für L’Oréal Geld verdient und daher in Mediendiensten besondere Erwähnung findet (Starregisseure müssten ja auch von irgendetwas leben, der sogenannten Brotkunst, weswegen sie ab und an ihre Dienste abseits der Kunstkunst zur Verfügung stellten)!

Vergessen Sie sogenannte zeitgeistige Pulsmesseragenturen wie Sixt, die mit der sogenannten deutschen Google-Street-View-Debatte mal wieder einen sogenannten Aufreger-Anlass gefunden haben, um ihren Fuhrpark mit einem sogenannten augenzwinkernden Schnellschuss zu bewerben.

Vergessen Sie all diese und anderen ambitionierten Versuche, cool zu sein!

Denn: Hoch lebe die traditionelle Werbung made in Germany! Der Scheibenreparateur Carglass zum Beispiel zeigt im Spot „Mutter“ endlich mal wieder, wie man ordentlich und effizient wirbt: Mutter sitzt in Auto (am Steuer, aber ja!) , die Kids sind hinten, es rumst und das bereits vorhandene Steinschlag-Löchlein (UÄÄÄH) auf der Beifahrerseite lässt die Scheibe bersten. Schnitt. Mann von Carglass ("Carglass repariert, Carglass tauscht aus") braust in seinem allzweckgerüsteten Kombi heran, also schwungvoll auf die Einfahrt des Hauses der mittlerweile nach Hause gekommenen Mutter und macht die Scheibe neu. Und das fix. Mutter hebt den Daumen. Der Profi lächelt. Alle sehen glücklich aus. Und darum geht es doch. Oder?

Nur für kurze Zeit!

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Geschrieben von

Susanne Lang

Freie Redakteurin und Autorin.Zuvor Besondere Aufgaben/Ressortleitung Alltag beim Freitag

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