United Colors of Benetton

PPP Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren?
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Die nächste Tour in die relative Einsamkeit der Valle Maira im Piemont steht an. Am 30. August soll es wieder los gehen, auf bekannten, aber auch auf neuen Pfaden; und dennoch ist nicht (mehr) alles wie bisher.


In einer Meldung der
Tagesschau verwirren (mich) zwei vollkommen entgegengesetzt zu verstehende Aussagen:

# "Das Krisenmanagement ist eine Lehrstunde darüber, was passiert, wenn Populisten an der Macht sind."

# "Natürlich hat zum Beispiel Familie Benetton, die hinter dem Konsortium steckt, das die Autobahnbrücke in Genua betreibt, viel mit den Mauteinnahmen verdient und vielleicht auch zu wenig reinvestiert. Aber ..."


Wie jetzt? Eine Lehrstunde von wem und für wen? Ist lediglich die Kommunikation gemeint? Oder der Einsturz selbst?

Nicht so einfach für die Tagesschau, der ungeliebten neuen, der populistisch-rechten, der dennoch demokratisch legitimierten Regierung eine Art Mitschuld zuzuschreiben - dahingehend die Gesetze der Physik und der Betriebswirtschaft nicht vollkommen außen vor zu lassen. Keinesfalls darf an der doch so segensreichen Privatisierung gerüttelt werden.

Und mit dem "Aber" bleibt die Tagesschau gleich in Italien, im armen Süden. Hätte als Beispiel auch den armen deutschen Norden nehmen können; wo Angela Merkel herkommt. Dass es bei diesem Absacken keine Toten gab, das lag nach meinem einige Wochen vorher dort real erlebten Eindruck im Berufsverkehr eines ganz normalen Wochentages einfach daran, dass diese im Rahmen der Einheitseuphorie schnell gebaute Autobahn, dieser wohl einfach auf die moorigen Wiesen gekippte Teer und Beton kaum befahren wird.

Und Merkel ist eindeutig länger in der Regierungsverantwortung als beispielsweise Salvini; wenn denn schon personalisiert werden muss.

Das Gegenteil dieses A20-Qualitätsbaues, ebenfalls real und vorort im Stau immer wieder erlebt, ist der nach wie vor nicht erfolgte Bau auf diesem moorigen, torfigen Gebiet am Frankfurter Riederwald. Der Lückenschluß zwischen der A66 und der A661 beträgt schlimmstenfalls drei bis vier Kilometer. Für das Teilstück, wegen der technischen Herausforderungen und der zu erwartenden immensen Kosten über Jahrzehnte und oft schuldzuweisend ventiliert, da findet sich -was Wunder- kein privater Investor/Betreiber.

Insofern gebe ich der Tagesschau und ihrem spagatigen Suggestivartikel sogar partiell recht, sollten erstmal die kommenden Untersuchungen zu diesem Brückeneinsturz in Genua abgewartet werden. Sinnvoll wäre es auch, externe Fachleute hinzuzuziehen; beispielsweise aus Norwegen. Als ich 2014 und 2015 nach Jahrzehnten mal wieder in Norwegen war, da konnte ich nur staunen, wieviele ehemalige Fährverbindungen über die Fjorde mittlerweile durch wirklich kühn sich aufschwingende Brücken ersetzt wurden.

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Ansonsten, für unsere geplanten Touren in der Provinz Cuneo (nördlich von Genua) hat dieses Ünglück keine direkten Auswirkungen. Indirekt jedoch schon, denn wir hatten eigentlich angedacht, nach den drei Wanderwochen eventuell noch eine Woche in Sizilien zu verbringen. Das haben wir nun jedoch spontan verworfen. Der Großraum Genua dürfte über lange Monate ein infrastrukturelles Ausnahmegebiet sein und wird daher auf unsere Durchfahrt gern verzichten. Das Gebiet weiträumig, gar via Bologna zu umfahren kann wegen dem nun mit Sicherheit einsetzenden erhöhten Kontroll- und Wartungsaufwand an den kritischen Autobahnpassagen sehr schnell zu einer Odyssee werden.

Insofern will ich froh sein, es wie geplant bis zum 03. September über Mailand und Turin in die Valle zu schaffen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf privatausgabe.net

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08:40 19.08.2018
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Geschrieben von

sutrebe

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sutrebe

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